Circular Letter
Rundbrief August 2016
Ewald Frank
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Kapitola 8
Zusammenfassung
8 / 9
Sagen wir es mit aller Deutlichkeit noch einmal: Jedes Wort Gottes ist ein fester Bestandteil des göttlichen Testaments und wir müssen sowohl den evangelistischen, den lehrmäßigen wie auch den prophetischen Teil vom ersten bis zum letzten Vers gelten lassen. Ich habe und werde mich in der Verkündigung nur auf das beziehen, was im Alten und Neuen Testament geschrieben steht. Das bin ich den Erben Gottes und Miterben Jesu Christi schuldig, so gewiss die Wahrhaftigkeit Gottes in mir wohnt.
In den vergangenen 50 Jahren sind viele falsche Lehren von „Branham-Experten“ eingeführt worden. Allerdings konnte keiner von ihnen bis heute von einer Berufung berichten. Zitate über „die 7 Donner“, „die Zeltvision“, „den dritten Zug“ etc. etc. werden vorgelesen und dann werden eigene Deutungen gepredigt, ohne sie mit der Heiligen Schrift zu belegen, geschweige die Bibel überhaupt aufzuschlagen. Der Höhepunkt ist die Änderung, die in Jeffersonville vorgenommen wurde. Bis in die 1980er Jahre galt die Bezeichnung „Spoken Word Publications“ und der 7. Vers von Offb 10 als die Stimme des siebenten Engels. Dann wurde er zur „Stimme Gottes“ („Voice of God“) erklärt. Von nun an sollten alle „die Stimme Gottes“ in den Predigten mit ihren Ohren hören, weil jedes Wort, das der Prophet gesprochen hat, Wort Gottes sei. So wurde Bruder Branham, der schon vorher von manchen als „das Wort im Fleisch geoffenbart“, als „der Gesalbte“, als „der Menschensohn“ verehrt wurde, ganz offiziell als „Gott“ vorgestellt.
William Marrion, Sohn von Charles und Ella Branham, war ein einfacher Mensch, wie er es oft selbst gesagt hat – ein Sünder, aus Gnaden gerettet („a sinner saved by grace“). Jakobus schreibt vom Propheten Elijah: „Elia war ein Mensch von gleicher Art wie wir …“ (Kap 5:17). Auch Bruder Branham war ein Mensch wie wir. Wie oft hat er vor einer Predigt Geschichten und Erlebnisse erzählt! Jagen und Angeln waren seine Hobbys. Als Jugendlicher war er ein guter Boxer. So erzählte er am 22.8.1950: „… Ich habe 52 Profikämpfe gewonnen.“ Seine Kritiker haben nachgezählt, wie oft er sich versprochen hat. Innerhalb von wenigen Minuten sagte er zweimal: „Henoch wandelte 500 Jahre mit Gott.“ Henoch hat aber nur 365 Jahre gelebt (1Mo 5:23)! Oder: „Henoch war der siebente nach Noah“, anstatt „nach Adam“. Siebzehnmal hat er 1977 erwähnt, besonders in der Predigt vom 6. August 1961 über die 70 Jahrwochen Daniels. Er hatte Bücher von Dr. Larkin und von Uriah Smith gelesen und stand deshalb unter dem Eindruck, 1977 sei das fünfzigste Halljahr und bis dahin wäre alles zu Ende, die Entrückung hätte stattgefunden und die USA wären zerstört. Doch er sagte: „Ich weissage nicht, ich sage voraus, dass alles, was mir 1933 in Visionen gezeigt wurde, bis 1977 erfüllt sein wird.“ Noch am 8. Juli 1965 sagte Bruder Branham voll Hoffnung: „… Und so warte ich auf die große Zeit, wenn ich eines Tages nach Israel gehen und ihnen das Evangelium bringen kann“, und am 11. Juli 1965: „Mein Dienst in Afrika ist noch nicht zu Ende.“
Gott sei Dank, dass ich von Anfang an alles richtig verstanden habe, auch das, was Bruder Branham als Mensch gesagt hat. Ich habe ihn auch als Mensch erlebt, habe mit ihm am gleichen Tisch gegessen, bin in seinem Auto mitgefahren, habe ihn persönlich 10 Jahre lang gekannt. Das Menschsein und so manches, was er von sich aus sagte, ändert doch nichts an dem unfehlbaren, einmaligen Dienst, den er im direkten Auftrag Gottes ausgeführt hat. Dafür sind wir dankbar, denn es trifft zu, was unser Herr mit Nachdruck gesagt hat: „Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: wer dann, wenn Ich jemand sende, ihn aufnimmt, der nimmt Mich auf, wer aber Mich aufnimmt, nimmt den auf, der Mich gesandt hat“ (Joh 13:20).
Es bleibt aber dabei, dass Gott Seine Ehre keinem anderen gibt. Der Herr hat alle Seine Knechte gesandt, doch Gott allein gebührt die Ehre und die Anbetung in Ewigkeit. Wir brauchen uns nicht bei Mose, bei Elia oder bei Petrus und Paulus zu bedanken, auch nicht bei Bruder Branham. Menschenkult und Götzendienst lehnen wir ab. Für die wahren Anbeter gilt immer noch: „Gott ist Geist und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in Wahrheit anbeten“ (Joh 4:24).
Das Chaos ist nur von den „Branhamisten“ verursacht worden. Hätten sie nicht Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und ihre eigene Botschaft daraus gemacht, wäre alles gut gewesen. Leider hat auch der Bruder, der die Beerdigung des Propheten am 11. April 1966 in Jeffersonville leitete und seit dem 30. August 2015 im Mausoleum in Tucson liegt, ebenfalls seine eigenen Vorstellungen und Lehren im Buch „The Acts of the Prophet“ (Die Geschichte eines Propheten) verbreitet. Dazu gehören, dass die Auferstehung der Toten mit dem großen Erdbeben an der kalifornischen Westküste der USA zusammenfallen und dass Bruder Branham dann mindestens 30 Tage einen besonderen Dienst im Zelt haben würde. Und dann noch die Behauptung, das habe der Prophet ihm gesagt – sogar was er im Zelt zu tun haben würde! Allen, die sich selbst berufen und eingesetzt haben, ging es von Anfang an und noch heute nur darum, den Propheten vorzuschieben, um sich so Respekt bei den einfältigen Gläubigen zu verschaffen. Das Wort Gottes, die Bibel, wird gar nicht mehr beachtet; die Erlösung, Vergebung, Versöhnung, die Wiedererstattung, Jesus Christus wird von ihnen gar nicht gepredigt. Es heißt immer nur: „The Prophet said …“ – „Der Prophet hat gesagt …“. Die zu Beröa waren edler gesinnt: „… sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit an und forschten Tag für Tag in den heiligen Schriften, ob dies alles sich so verhalte“ (Apg 17:11).
Ich betone noch einmal: Hätte es keinen Botschafter gegeben, dann gäbe es auch keine Botschaft. Gott hat alles im Voraus bestimmt. Alle wahren Gotteskinder sind für den Dienst Bruder Branhams dankbar, sie glauben die göttliche Botschaft, sind mit Gott verbunden und werden die Vollendung aus Gnaden miterleben.
Alle Propheten und Apostel hatten ihre Zeit, ihren Dienst und sind nicht mehr auf Erden, aber das ihnen geoffenbarte Wort bleibt in Ewigkeit und das verkündigen wir (1Pt 1:25). Die letzte, die reine biblische Botschaft hat nun alle Völker erreicht. Es bleibt noch eine Frage, die nur von Gott Berufene und von Ihm Gesandte stellen dürfen: „Wer hat unserer Botschaft Glauben geschenkt und wem ist der Arm des Herrn offenbar geworden?“ „Und wie soll ihnen jemand verkündigen, ohne dazu ausgesandt zu sein? – wie es in der Schrift heißt: »Wie lieblich sind die Füße derer, welche frohe Botschaft von guten Dingen bringen!«“ (Röm 10).
Nachdem der Herr Seinen Jüngern die Gleichnisse vom Himmelreich erklärt hatte, stellte Er ihnen die Frage: „»Habt ihr dies alles verstanden?« Sie antworteten Ihm: »Ja.«“ (Mt 13:51). Haben wir alles verstanden? Auch das Gleichnis mit den zwei verschiedenen Samen (Vv 37-38)? Richtig verstanden auch das, was Bruder Branham oft geheimnisvoll in der Vergangenheitsform sagte, als wäre es schon geschehen, obwohl es noch zukünftig ist? Die ganze Offenbarung ist ja ebenfalls so geschrieben worden, als hätte alles schon stattgefunden. Johannes sah, was geschehen würde, sah sogar das Neue Jerusalem herabkommen, auch den neuen Himmel und die neue Erde.
Im Schlussgebet der Versammlung am 24. März 1963 brachte Bruder Branham Folgendes zum Ausdruck: „Dann bitte ich noch, Herr, dass Du mir helfen mögest. Ich werde immer schwächer, Herr, und weiß, dass meine Tage gezählt sind; darum bitte ich um Deine Hilfe. Lass mich getreu, ehrlich und aufrichtig sein, Herr, damit ich imstande bin, die Botschaft so weit zu tragen, wie es für mich bestimmt ist! Wenn die Zeit kommt und ich ablegen muss, wenn ich zum Strom komme, an dem die Wellen hereinbrechen, o Gott, möge ich dann dieses Schwert jemandem überreichen können, der ehrlich ist und die Wahrheit trägt.“
Am Anfang der Verbreitung der Botschaft, zu der Gott der Herr selbst mich bestimmt hat, war das Wort. Erst später traten Männer auf, die durch Zitate über die sieben Donner, über den dritten Zug oder über die Zeltvision und andere Themen ihre Deutungen gesät haben. Ich predige das Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt: Darin steht nichts über die sieben Donner, die Zeltvision, den dritten Zug. Ich kann wirklich nichts darüber sagen; es gehörte zum Dienst Bruder Branhams. Das respektiere ich.
Paulus hat in seinen Apostel-Briefen immer wieder Warnungen vor Irrlehren ausgesprochen; als erstes in Apg 20: „… ja aus eurer eigenen Mitte werden Männer auftreten und Irrlehren vortragen, um die Jünger in ihre Gefolgschaft zu ziehen“ (V 30). Und auch: „Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, auf der Hut vor denen zu sein, welche Spaltungen und Ärgernisse erregen im Gegensatz zu der Lehre, in der ihr unterwiesen worden seid: geht ihnen aus dem Wege“ (Röm 16:17). Durch die biblische Verkündigung, mit der ich betraut wurde, ist nicht eine Spaltung geschehen, im Gegenteil: die wahren Gläubigen werden unter Christus, dem Haupt, vereint.
In den fünf letzten Gesprächen, die ich mit Bruder Pearry Green Ende 2014 und Anfang 2015 führte, sagte er mir, dass es nach einer weiteren Spaltung in seiner Gemeinde jetzt neun Botschaftsgemeinden in Tucson gibt. In den Gesprächen betonte er dreimal: „Bruder Frank, ich glaube, dass deine Berufung so wahr ist wie die des Paulus auf dem Wege nach Damaskus.“ Er wollte kommen und es vor der Gemeinde bezeugen, konnte aber mit dem Beatmungsgerät nicht fliegen.
Ich brauche gewiss keinen Menschen, der die Berufung und Sendung bestätigt; das hat Gott über ein halbes Jahrhundert lang getan. Doch niemand kann sich vorstellen, welch einen Schmerz ich mit meiner direkten Verantwortung vor Gott wegen der Fehlentwicklungen trage. Alle Brüder, die falsche Lehren verbreiten, sind gegen den wahren Träger der göttlichen Botschaft. Doch mein Zeugnis ist dasselbe wie das von Paulus: „Doch der Herr ist mir beigestanden und hat mir Kraft verliehen, damit durch mich die Verkündigung zum Abschluss gebracht würde und alle Heiden sie zu hören bekämen; so bin ich denn aus dem Löwenrachen glücklich errettet worden“ (2Tim 4:17).
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