Book
Es steht geschrieben…
Ewald Frank
Navigate
Kapitoly
expand_more
Navigate
Kapitoly
Navigate
Kapitoly
Jump to any chapter without leaving the reader.
Kapitola 2
Es steht geschrieben
2 / 10
Der größte Schatz, den wir in unseren Händen halten können, ist das geschriebene Wort Gottes, denn Himmel und Erde werden vergehen, doch Gottes Wort bleibt in Ewigkeit. ER hat uns darin Seinen vollständigen Plan mit der Menschheit offenbart. Zuerst erging das gesprochene Wort an die Propheten und wurde niedergeschrieben. Später gebrauchte der HErr die Apostel, die uns Sein Zeugnis hinterließen. So ist uns beides erhalten geblieben: das Alte und das Neue Testament. Im Alten finden wir Schattenbilder, Hinweise und Verheißungen, im Neuen einen überwältigenden Bericht darüber, wie sich alle entsprechenden Schriftstellen bis auf den Buchstaben genau erfüllten.
Das Neue Testament begann mit der Erfüllung von Weissagungen. Johannes der Täufer war ein verheißener Prophet, unser HErr der verheißene Erlöser. Der wahre Glaube ist im verheißenen Wort verankert. Die Geburt Jesu Christi, Sein Leben, Sein Dienst, Sein Leiden und Sterben — alles, bis hin zur Auferstehung und Himmelfahrt, geschah genauso, wie es von den Propheten vorhergesagt worden war. Gott hat den gesamten Verlauf der Geschichte bereits Hunderte und Tausende von Jahren im voraus niederschreiben lassen. Die Geschichtsschreiber halten Ereignisse fest, nachdem sie sich zugetragen haben, Gott jedoch wußte das Ende schon vor dem Anfang und konnte deshalb alles im voraus schreiben lassen. Wie wunderbar!
Beim ersten Kommen unseres HErrn und Heilands erfüllten sich über hundert Weissagungen, angefangen mit der Verheißung in 1. Mose 3:15 vom Samen des Weibes, der kommen würde, um der Schlange den Kopf zu zertreten, bis hin zu Maleachi 3:1, daß der HErr zu Seinem heiligen Tempel kommen würde. Gewiß wäre so mancher erstaunt, wenn er sich im Neuen Testament all die Stellen markieren würde, in denen es heißt: "wie geschrieben steht", oder "wie die Schrift sagt" bzw. "auf daß in Erfüllung gehe, was Gott durch den Mund der Propheten gesprochen hat", wie oft darin Bezug auf das Alte Testament genommen wird. In Lukas 24 legte der auferstandene Christus den beiden Emmausjüngern all die Schriftstellen dar, die sich auf Ihn bezogen, von Mose bis hin zu allen Propheten. Dasselbe würde Er auch heute tun. Wer wissen will, was Gott vorhat, muß die entsprechenden Verheißungen in der Bibel finden.
Gott tut alles gemäß Seinem Wort und spricht zu den Menschen: "Denn Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht Meine Wege, spricht der HErr, sondern soviel der Himmel höher als die Erde ist, soviel höher sind Meine Wege als eure Wege und Meine Gedanken höher als eure Gedanken" (Jes. 55:8–9). Wir aber dürfen wie Mose ausrufen: "Wenn ich denn wirklich Gnade bei Dir gefunden habe, so laß mich doch Deine Pläne wissen …" (2. Mose 33:13). Wer wirklich Gnade bei Gott findet, wird Seine Wege mit Seinem Volk erkennen und an dem teilhaben, was Er in dieser Zeit tut. Wir müssen die Schrift durchforschen wie nie zuvor, um sicher zu sein, was wir zu erwarten haben.
Natürlich beruft man sich in allen Kirchen und Freikirchen auf die Heilige Schrift. Jeder sagt: "Es steht geschrieben", doch allzuoft wird das Wort nach eigenem Gutdünken gedeutet und verkehrt, d. h. aus dem Zusammenhang gerissen angewandt. In diesem Zustand fand der HErr Jesus die religiösen Lehrer Seiner Zeit vor. Ohne sich dessen bewußt zu sein, hatten sie das wahre Wort Gottes außer Kraft gesetzt und knechteten das Volk mit ihren eigenen Überlieferungen und Lehren (Mark. 7:13). Satan leugnet weder die Existenz Gottes (Jak. 2:19) noch das Wort (Luk. 4:1-13). Er versteht es jedoch meisterhaft, ihm seine eigene Deutung zu geben oder es einfach in Frage zu stellen.
Man kann ständig sagen: "Es steht geschrieben, es steht geschrieben", indem man sich von oben bis unten mit Schriftstellen dekoriert, und trotzdem keine göttliche Offenbarung haben und sich völlig außerhalb des Willens Gottes befinden. Zwischen Offenbarung und Deutung besteht ein himmelweiter Unterschied. Das eine kommt von Gott, das andere von Satan; das eine bringt Leben, das andere Tod. Solange Adam und Eva das Wort Gottes glaubten und danach handelten, hatten sie ewiges Leben. Als sie jedoch auf die Deutung der alten Schlange hörten, stürzten sie in den Tod (1. Mose 3). Viele haben den Baum des Lebens um der vermeintlichen "Erkenntnis" willen verlassen. Sie dünken sich weise, sind aber geistlich gestorben und vom Wort und damit von Gott getrennt. Wie 2. Tim. 3:5 sagt, besitzen sie wohl noch die Form der Gottseligkeit, verleugnen aber deren Kraft.
Als der Feind den HErrn in der Wüste versuchte, bezog er sich auf das Wort und sagte: "Es steht geschrieben …". Jesus wußte, daß es aus dem Zusammenhang gerissen war, und wies ihn jedesmal ab, indem Er sprach: "Es steht abermals geschrieben …". Satan wendet die gleiche Taktik seit dem Garten Eden an und wird sie bis ans Ende beibehalten: Er verführt die Menschen dadurch, daß er der Schrift seine eigene Auslegung gibt, wovor 2. Petr. 1:20 ausdrücklich warnt. Alle falschen Propheten (Matth. 24:24) und alle falschen Apostel (2. Kor. 11:13) präsentieren sich als Gesandte Christi. Wenn schon Satan selbst als Engel des Lichts erscheint, "… da ist es denn nichts Verwunderliches, wenn auch seine Diener mit der Maske von Dienern der Gerechtigkeit auftreten. Doch ihr Ende wird ihrem ganzen Tun entsprechen" (2. Kor. 11:14-15). Durch falsch gedeutete und verkehrt angewandte Bibelstellen werden die christlichen Massen jeder Prägung ungewollt irregeleitet.
Gottes verheißenes Wort muß erlebt, nicht erklärt werden.
Gottes prophetisches Wort muß in seiner Erfüllung beobachtet werden.
Unser HErr als der verheißene Erlöser hatte das Recht, die Heilige Schrift zu gebrauchen und Satan mit dem Wort zu schlagen. Ebenso besitzen auch die Bibelgläubigen, die das verheißene Wort für diese Zeit glauben, die gleiche Autorität und dürfen sich rechtmäßig auf die Schrift berufen. Die berechtigte Frage lautet: Wie kann man erkennen, wo das wahre Wort gepredigt wird und wer diejenigen sind, die von Christus selbst dazu beauftragt wurden, in Seinem Namen zu reden? Zu denen, die Jesus aussandte, sprach Er: "Wer euch aufnimmt, nimmt Mich auf, und wer Mich aufnimmt, nimmt Den auf, der Mich gesandt hat" (Matth. 10:40). ER sagte weiter: "Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: Wer dann, wenn Ich jemand sende, ihn aufnimmt, der nimmt Mich auf …" (Joh. 13:20). Nach Seiner Auferstehung bestätigte Er Seinen Jüngern noch einmal, daß Er sie zum Dienst erwählt hatte, indem Er sprach: "Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende auch Ich euch" (Joh. 20:21). In der Urgemeinde galt nur der als von Gott berufen, der einen tatsächlichen Ruf vom HErrn selbst bekommen hatte (Apg. 22:14).
Jeder wahre, von Gott gerufene Mann muß wie Paulus sagen können: "Ich weise euch nämlich darauf hin, liebe Brüder, daß das von mir zuverlässig verkündigte Evangelium nicht nach Menschenart ist. Ich habe es ja auch nicht von einem Menschen empfangen noch durch Unterricht erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi" (Gal. 1:11-12). Der Apostel Petrus gibt uns Aufschluß darüber, was sie gepredigt haben: "Dies ist aber das Wort, das euch als Evangelium verkündigt worden ist" (1. Petr. 1:25). Den gewaltigsten Ausspruch machte der Apostel Johannes: "Wir aber sind aus Gott. Wer Gott kennt, der hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist der Täuschung" (1. Joh. 4:6). Menschliches Philosophieren über Gottes Wort hat absolut keinen Platz im Reiche Gottes. Männer Gottes sind Träger des Original-Wortes und damit der reinen, göttlichen Botschaft.
Jesus, unser HErr, sagte: "Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes …" (Joh. 3:34). In Joh. 8:43 stellt Er die Frage: "Wie geht es nun zu, daß ihr Meine Art zu reden nicht versteht?", und gibt auch gleich die Antwort: "Weil ihr nicht imstande seid, das, was Meine Worte besagen, auch nur anzuhören." Den Schriftgelehrten und Pharisäern damals mußte Er vorhalten: "Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; deshalb hört ihr sie nicht, weil ihr nicht aus Gott seid." Jeder hat die Möglichkeit, an sich festzustellen, wie es geistlich um ihn steht: ob er das gesamte Wort Gottes ohne jeglichen inneren Widerstand glaubt und annimmt, oder ob gar keine innere Beziehung dazu besteht. Oft wird in den Gottesdiensten landauf und landab zwar ein Bibeltext gelesen, dann aber trägt derjenige, der die Predigt hält, seine eigenen Gedanken vor, ohne in den Schranken des Wortes zu bleiben. Die Zeit für eine gründliche Prüfung ist gekommen. Alles, was auf religiösem Gebiet geschieht, muß mit dem Worte Gottes verglichen werden. Was wir glauben und lehren, muß damit übereinstimmen, wenn es vor Gott bestehen soll.
Aufgrund einer Offenbarung begab sich Paulus nach Jerusalem, um das, was er predigte, mit dem ursprünglichen Wort, wie es von Anfang an gelehrt wurde, zu vergleichen. Er legte das Evangelium dar, das er den Heiden verkündigte, um festzustellen, wie er selbst sagte: "… ob meine Arbeit vergeblich wäre oder gewesen sei" (Gal. 2:1-3). Ein erfolgreicher Dienst ist noch kein Beweis dafür, daß die Verkündigung stimmt. In den Augen Gottes zählen nicht einmal das Austreiben von Teufeln, Wunder, Weissagen usw. (Matth. 7:21-23). Jesus hat uns sogar vor den falschen Gesalbten der Endzeit gewarnt: "Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder verrichten, um womöglich auch die Auserwählten irrezuführen" (Matth. 24:24). Deshalb ist es notwendig, Predigt und Praxis mit der ursprünglichen "Apostellehre" zu vergleichen, wie Paulus es tat.
Wegen der Abweichungen vom Wort würde unser HErr auch heute sagen: "Vergeblich verehren sie Mich, weil sie Menschengebote zu ihren Lehren machen" (Mark. 7:7). Was nicht gemäß dem Wort geschieht, wird von Gott verworfen. "Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten" (Joh. 4:24). Das Wort der Wahrheit und der Geist der Wahrheit wirken immer zusammen. Geistliches kann und darf nicht nach menschlichem Ermessen beurteilt werden. Wer Gott und Sein Programm verstehen will, muß Sein unfehlbares Wort durchforschen, denn darin ist der Wille Gottes voll geoffenbart.
PDF
EPUB