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Es steht geschrieben…
Ewald Frank
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Kapitola 3
Eins im Geiste
3 / 10
Das Verlangen nach Einheit war schon immer in den Menschen. Vor Gott aber hat nur das Bestand, was gemäß Seinem Willen und auf die von Ihm bestimmte Weise zustande kommt. Wenn es je eine Zeit gab, in der Sein Volk eins sein müßte, dann ist sie jetzt. Doch wie soll diese Einheit aussehen? Eine so wichtige Frage kann nur durch das geschriebene Wort Gottes zuverlässig beantwortet werden. Lange genug haben Menschen ihre Vorstellungen zu verwirklichen versucht. Jetzt möchte Gott Seinem Volk die reine Wahrheit darüber kundtun.
Der Ruf nach Einheit, nach Frieden und Sicherheit ist zum wichtigsten Thema der Stunde geworden. Staatsoberhäupter und einflußreiche religiöse Führer vereinigen sich in ihren Bemühungen, diesen "Idealzustand" zu erreichen. Auch aus den verschiedenen Kreisen des "vollen Evangeliums" ist der Ruf nach wirklicher Einheit im Geiste zu hören. Man stützt sich dabei auf die Stelle in Joh. 17:21, wo Jesus darum betete: "… auf daß sie alle eins seien". Von wem hat der HErr hier gesprochen? Für wen hat Er gebetet, daß sie eins sein sollen? Alle, die von Einheit sprechen und sie erwarten, haben doch offensichtlich verschiedene Beweggründe und Ziele. Sogar der Antichrist wird sich dieses Wortes bedienen und eine weltweite, alles umfassende Einheit anstreben.
In 1. Mose 11 lesen wir, daß die Menschen am Anfang eins waren. Sie hatten eine Sprache und verfolgten ein Ziel: einen Turm zu bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reicht. Damit wollten sie sich einen Namen machen, aber Gott vereitelte ihren Plan. Könnte das auch auf die heutige Zeit zutreffen? Die wichtigste Lektion, die wir lernen müssen, ist, daß Göttliches nicht auf menschliche Art und Weise getan werden kann.
Einige Beispiele aus der Schrift sollen uns vor Augen führen, wie unterschiedlich die Voraussetzungen für eine Einheit sein können. In 1. Kön. 22 und 2. Chr. 18 wird uns von vierhundert Propheten berichtet, die eins waren und übereinstimmend das gleiche sagten. Ahab, der König von Israel, fragte Josaphat, den König von Juda, ob er mit ihm in den Kampf ziehen würde. Natürlich fühlte Josaphat sich dadurch geehrt, stimmte zu und sprach: "Ich will sein wie du, mein Volk wie dein Volk. Ja, ich will mit dir zu Felde ziehen!" Da er aber ein gottesfürchtiger Mann war, wollte er vorher den Willen des HErrn erfahren. Daraufhin ließ Ahab die vierhundert Propheten zusammenkommen, die ihm einmütig weissagten: "Ziehe hin gegen Ramoth in Gilead, du wirst Glück haben, denn der HErr wird es dem König in die Hand fallen lassen." Josaphat war offensichtlich trotz der übereinstimmenden Antwort immer noch nicht ganz zufriedengestellt, denn er fragte: "Gibt es hier sonst keinen Propheten des HErrn mehr, durch den wir Auskunft erhalten könnten?"
Es war sehr beeindruckend: Hunderte von Propheten stimmten überein! Und dennoch erkundigte sich der König nach einem einzigen, der das wahre Wort des HErrn hatte. Viele vereinigen sich heute in dem sogenannten "Geist der Brüderlichkeit"; Protestanten, Katholiken und andere Religionen kommen zusammen. Wir haben jedoch das Recht zu erfahren, was der HErr in Seinem unverfälschten Wort gesagt hat.
Der Prophet Micha, mit dem Ahab nichts zu tun haben wollte, gehörte offenbar nicht zu der Organisation jener Zeit. Er befand sich außerhalb der "ökumenischen" Vereinigung, war aber eins mit Gott durch die wahre Salbung des Geistes. Zedekia, der Wortführer der vierhundert, machte sich sogar eiserne Hörner und rief aus: "So spricht der HErr …", und alle übrigen stimmten mit ein. Was für eine gewaltige Versammlung! Dennoch waren sie alle von einem Lügengeist betört und verführt, auch wenn sie übereinstimmend dasselbe weissagten und ausriefen: "So spricht der HErr …"! Nur, was Gott selbst gesagt hat, ist "So spricht der HErr", alles andere, auch wenn dabei völlige Übereinstimmung herrscht, ist fromme Täuschung.
Der Bote, den man sandte, um Micha zu holen, riet ihm: "Schließe dich doch ihrem einmütigen Ausspruch an." Die Antwort des Gottesmannes aber lautete: "So wahr der HErr lebt! nur was mein Gott mir eingeben wird, das werde ich verkünden!" Das, was er sagte, war die reine, frisch vom Thron geoffenbarte Wahrheit. Er war in einer Vision in die Herrlichkeit hinaufgehoben worden und durfte zuhören, was im Himmel diesbezüglich beschlossen wurde (2. Chron. 18:18-22). Darüber hinaus stimmten seine Vision und seine Weissagung genau mit dem Wort des HErrn überein, das der Prophet Elia in bezug auf Ahab verkündet hatte (1. Kön. 21:19; 22:38).
Micha war sich seiner Sache ganz sicher. Deshalb konnte er Ahab, der mit ihm abrechnen wollte, sobald er wohlbehalten aus dem Kampf zurückkehrte, sagen: "'Wenn du wirklich wohlbehalten heimkehrst, dann hat der HErr nicht durch mich geredet.' Er fügte dann noch hinzu: 'Hört dies, ihr Völker alle!'" Jeder wahre Prophet wird zu jeder Zeit mit allen Propheten übereinstimmen, die im Namen des HErrn geredet haben. Er wird kraft göttlicher Vollmacht die absolute Wahrheit verkünden, auch wenn Hunderte sich vereinigen und das Gegenteil sagen. Das gleiche trifft auf einen Apostel, Lehrer, Evangelisten — auf jeden Dienst in der Gemeinde des lebendigen Gottes zu.
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