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Es steht geschrieben…

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 10 calendar_month 13. 12. 1980

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Die Propheten waren schon von Mutterleibe an zu einem bestimmten Dienst auserwählt (Jer. 1:5). Zunächst nannte man sie "Seher", weil sie Visionen sahen (1. Sam. 9:9). Dabei wurde ihnen die Bedeutung derselben durch Offenbarung von Gott geschenkt (Jer. 1:11-12). Das Wort des HErrn erging immer an die Propheten, wie in 4. Mose 12:6 geschrieben steht: "Hört jetzt Meine Worte! Wenn ein Prophet des HErrn unter euch ist, so offenbare Ich Mich ihm durch Gesichte und rede zu ihm durch Träume." Deshalb ist ein wahrer Prophet ein Sprachrohr Gottes und kann das, was er zu sagen hat, mit dem "So spricht der HErr" bekräftigen. Wer immer einen solchen Propheten aufnimmt und seinen Dienst respektiert, wird dafür den Lohn eines Propheten empfangen (Matth. 10:41). Gleichzeitig warnt uns der HErr davor, Seine Propheten zu verwerfen, indem Er spricht: "Tut Meinen Propheten nichts zuleide!" (1. Chr. 16:22; Ps. 105:15).

Das Gesetz und die alttestamentlichen Propheten waren bis auf Johannes, von da an wird das Reich Gottes durch das Evangelium verkündigt (Luk. 16:16). Diese Schriftstelle wird oft als vermeintlicher Beweis dafür aufgeführt, daß Gott im Neuen Testament keine Propheten mehr habe. Doch Johannes selbst war ein Prophet; Simeon, der bei der Weihe des Jesuskindes in den Tempel kam, war ein Prophet (Luk. 2:25-35); und unser HErr gab die Verheißung: "Deshalb seht: Ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte" (Matth. 23:34; Luk. 11:49). Das hier verwendete Wort "Schriftgelehrte" bezieht sich gewiß nicht auf solche, die zu den Füßen eines Gamaliels saßen. Jesus sprach von den Lehrern, die Sein Wort in rechter Weise verkündigen: "Deshalb ist jeder Schriftgelehrte, der in der Schule des Himmelreiches ausgebildet ist, einem Hausherrn gleich, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt" (Matth. 13:52).

Wer die Apostelgeschichte liest, wird feststellen, daß in den Gemeinden auch Propheten dienten (Kap. 11:27 + 13:1). In Kap. 15:32 heißt es: "Judas aber und Silas, welche Propheten waren …". In 1. Kor. 12 und 14 erläutert Paulus die Gaben und Dienste in der Gemeinde und schreibt am Ende seiner Ausführungen: "Wenn jemand sich für einen Propheten oder für einen Geistbegabten hält, so muß er erkennen, daß das, was ich euch hier schreibe, das Gebot des HErrn ist" (14:37). In Eph. 3 spricht er von seiner Vertrautheit mit dem Geheimnis Christi, "das in früheren Zeitaltern den Menschenkindern nicht kundgetan worden ist, wie es jetzt Seinen heiligen Aposteln und Propheten geoffenbart worden ist" (Vers 5). Aus Eph. 4:11 und 1. Kor. 12:28 geht eindeutig hervor, daß Gott selbst die verschiedenen Ämter in die Gemeinde gesetzt hat. In der Aufzählung dort sind auch die Propheten aufgeführt. Wie wir anhand der Heiligen Schrift dargelegt haben, sind wir jetzt an einem besonderen Punkt der Heilsgeschichte angekommen. Dieser prophetische Teil erfordert einen besonderen, von Gott gesandten Propheten.

Alle, die in der Geschichte bewandert sind, wissen, daß schon Mohammed und andere den Anspruch stellten, der letzte Prophet gemäß Mal. 3:23-24 zu sein, der vor dem großen und schrecklichen Tag des HErrn kommen sollte. In der Tat haben sich manche offen als "Elia" bezeichnet oder vom "Dienst Elias" gesprochen. Doch nicht einer von ihnen hat das Herz der Kinder Gottes zum HErrn und Seinem Wort zurückgeführt. Im Gegenteil: sie selbst waren weit von der apostolisch-prophetischen Lehre entfernt und haben nur eigene Nachfolger hervorgebracht. Das alles hindert Gott jedoch nicht daran, zu Seiner Zeit die gegebene Verheißung zu erfüllen.