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Es steht geschrieben…

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 10 calendar_month 13. 12. 1980

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Die Hundertzwanzig waren am Pfingsttage ebenfalls einmütig auf dem Söller versammelt. Sie befanden sich in völliger Übereinstimmung mit dem Wort der Stunde. Um heute mit Gott eins zu sein, müssen wir mit Seinem verheißenen Wort für diese Zeit übereinstimmen. Jesus betete: "… auf daß sie alle eins seien; wie Du, Vater, in Mir bist, und Ich in Dir bin …" Der Sohn war die persönliche Offenbarung des Vaters — die gleiche Substanz, der gleiche Geist, das gleiche Leben.

Der Sohn wurde durch den Geist gezeugt, wie der Engel es Maria ankündigte: "Heiliger Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten …" (Luk. 1:35). Diese Tatsache finden wir in Matth. 1:20 bestätigt. Der Heilige Geist kam über Maria, nachdem sie das verheißene Wort empfangen und geglaubt hatte. So wurde das Wort Fleisch und wohnte unter uns. Die Einheit von Vater und Sohn basiert nicht auf einer Übereinstimmung, sondern ist eine substantielle Einheit. Dasselbe trifft auf alle Söhne und Töchter Gottes zu. Sie werden aus dem gleichen Wort durch den gleichen Geist gezeugt und haben somit Anteil an der göttlichen Natur (2. Petr. 1:4).

Nur diejenigen, die das Wesen und Leben Jesu Christi haben, können mit Ihm eins im Geiste sein. Jakobus schreibt: "Aus freiem Liebeswillen hat Er uns durch das Wort der Wahrheit ins Dasein gerufen, damit wir gewissermaßen die Erstlingsfrucht unter Seinen Geschöpfen wären" (1:18). Wie Jesus der eingeborene Sohn war, müssen wir nach Seiner Art gezeugte Söhne und Töchter Gottes sein. Im Hinblick darauf wird Er in Röm 8:29 als "der Erstgeborene unter vielen Brüdern" bezeichnet. Wie Gott es am Beginn der Schöpfung festgelegt hat, bringt seither alles nach seiner Art hervor. Auf den geistlichen Bereich übertragen, bedeutet es, daß aus Gott nur Gott hervorkommen konnte, ebenso wie aus dem Sohne Gottes nur Söhne und Töchter Gottes hervorgehen können. Petrus betont diese Wahrheit mit den Worten: "Gelobt sei der Gott und Vater unseres HErrn Jesus Christus, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten …" (1. Petr. 1:3).

Jesus konnte sagen: "Wer Mich sieht, der sieht den Vater" (Joh. 14:9). Von Mann und Frau steht geschrieben: "… sie werden ein Fleisch sein", doch kein Mann kann sagen: "Wer mich sieht, der sieht meine Frau." Die geistliche Einheit, von der Jesus spricht, bedeutet nicht, miteinander übereinzustimmen oder sich zu vereinigen, sondern es handelt sich dabei um die gleiche Substanz, wenn auch unterschiedlich geoffenbart. Niemand kann der Gemeinde Gottes beitreten; man wird hineingeboren, hineingetauft und hineinversiegelt.

Kommen wir zu dem Ausspruch aus Joh. 17:21 zurück: "… auf daß sie alle eins seien; wie Du, Vater, in Mir bist und Ich in Dir bin, so laß auch sie in uns eins sein …" Darin besteht das Geheimnis dieser göttlichen Einheit: Gott in Christus — Christus in Seiner Gemeinde. In diesem Kapitel predigt Jesus nicht, sondern Er betet. Deshalb sollten wir das, was Er hier zum Ausdruck bringt, betend betrachten und uns danach ausstrecken, um es in Wirklichkeit zu erleben.

Wir möchten an dieser Stelle einige der Kriterien für die Einheit, die Jesus meinte, aus Kap. 17 hervorheben:

"… damit Er allen, die Du Ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe."

"Ich habe Deinen Namen den Menschen geoffenbart, die Du Mir aus der Welt gegeben hast."

"Die Worte, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen."

"… und haben in Wahrheit erkannt, daß Ich von Dir ausgegangen bin."

"Ich bitte für sie …, und Ich bin in ihnen verherrlicht worden."

"Heilige sie in Deiner Wahrheit: Dein Wort ist die Wahrheit."

"Die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind."

"Ich in ihnen und Du in Mir, auf daß sie zur vollkommenen Einheit gelangen."

Erst dann, wenn wir all das in Wahrheit erlebt haben, was in diesem Kapitel geschrieben steht, ist die Voraussetzung in uns geschaffen, dieser göttlichen Einheit teilhaftig zu werden. Das heißt, wir müssen ewiges Leben empfangen haben; Sein Name muß uns geoffenbart worden sein; wir müssen Sein Wort aufgenommen haben und in Seiner geoffenbarten Wahrheit geheiligt worden sein; Christus muß in uns wohnen, wie der Vater in Ihm wohnte. Nur so können wir diese vollkommene geistliche Einheit erlangen. Es bedarf der göttlichen Offenbarung, um auch diesen Punkt klar zu erkennen, und Seiner Gnade, um es zu erleben.

Gott verwirklicht diese Einheit, um die unser HErr betete, auf Seine eigene Art, und alle wahren Söhne und Töchter Gottes werden sie erleben. Am Ende werden sie völlig mit Seinem Wort übereinstimmen und so mit Ihm, dem Haupt, und als Glieder Seines Leibes untereinander eins geworden sein. 1. Kor. 12:13 sagt uns, wie dies geschieht: "Denn durch einen Geist sind wir alle zu einem Leibe getauft worden." Die Epheser ermahnte Paulus: "… und seid eifrig bemüht, die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens zu erhalten: ein Leib und ein Geist, wie ihr ja auch bei eurer Berufung auf Grund einer Hoffnung berufen worden seid; ein HErr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen" (Eph. 4:3-6).

Wie in den Versen 11 und 12 dargelegt, sind die fünf Dienste zur Auferbauung des Leibes Christi bestimmt, "… bis wir endlich allesamt zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses in der Fülle Christi."