Book

Es steht geschrieben…

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 10 calendar_month 13. 12. 1980

Navigate

Kapitoly

expand_more

Navigate

Kapitoly

Jump to any chapter without leaving the reader.

Seit Beginn des Neuen Testaments und der Gründung der neutestamentlichen Gemeinde ist alles im Licht des prophetischen Wortes betrachtet und geordnet worden. Petrus, ein "Mann der ersten Stunde", ordnete bereits wenige Tage nach der Himmelfahrt Jesu die Geschehnisse anhand der biblischen Prophetie. In Apg. 2 war er es wiederum, der die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die biblische Grundlage stellte, indem er sagte: "Hier erfüllt sich die Verheißung des Propheten Joel" (Vers 16). In Kap. 3:20-23 spricht er von den Zeiten der Erquickung, die vor der Wiederkunft Jesu Christi vom Angesicht des HErrn kommen werden, den "der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, was Gott durch den Mund Seiner heiligen Propheten von der Urzeit her verkündigt hat." Auch hier sehen wir wieder die Verbindung zum Alten Testament. Aus diesen Worten geht eindeutig hervor, daß eine Zeit der geistlichen Erfrischung und Wiederherstellung eintreten muß, ehe Jesus als Bräutigam wiederkommt, um Seine geliebte Braut heimzuholen.

Jakobus schreibt im Hinblick darauf: "So harret denn standhaft aus, liebe Brüder, bis zur Ankunft des HErrn! Bedenket: Der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfängt" (5:7). Das Wort Gottes wird auch als Same bezeichnet, der ausgesät und begossen werden muß (Mark. 4:14). Ehe die Ernte eingebracht wird, dürfen wir deshalb mit einer mächtigen Ausgießung des Heiligen Geistes rechnen. Wie in Jesaja 55:11 zugesagt, kann das Wort Gottes nicht leer zurückkehren, sondern richtet aus, wozu es gesandt worden ist. Jakobus nennt die Wiedererstattung, die Hiob letztendlich erlebte, als Beispiel (5:11). Jeder kennt ja seine Geschichte, die Prüfungen und Leiden, die er durchzumachen hatte. Satan nahm ihm alles, was er besaß, doch Gott hat es in einem doppelten Maß wiedererstattet (Kap. 42:10). Ebenso dürfen wir damit rechnen, daß Gott in Kürze auch diese Verheißung einlösen und eine allumfassende Wiedererstattung schenken wird.

Die Genauigkeit des Wortes Gottes ist überwältigend. Im Zusammenhang mit Johannes dem Täufer spricht die Heilige Schrift von einem Dienst der Zubereitung. Als der Engel Gabriel die Geburt des Johannes ankündigte, hob er diesen, im prophetischen Wort ausgedrückten Gedanken hervor: "… und er ist es, der vor Ihm einhergehen wird im Geist und in der Kraft des Elia, um die Herzen der Väter den Kindern wieder zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem HErrn ein wohlbereitetes Volk zu schaffen" (Luk. 1:17). Im gleichen Kapitel weissagte Zacharias und sprach: "Aber auch du, Knäblein, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem HErrn einhergehen, Ihm den Weg zu bereiten" (Vs. 76). Er verwendete dabei fast die gleichen Worte, die in Mal. 3:1 stehen. Auch unser HErr bezog sich auf diese Schriftstelle, als Er in Matth. 11:10 den Dienst Johannes des Täufers bestätigte: "Denn dieser ist es, auf den sich das Schriftwort bezieht: 'Siehe, Ich sende Meinen Boten vor Dir her, der Dir den Weg vor Dir her bereiten soll.'"

Nicht ein einziges Mal wird das Wort wiedererstatten in Verbindung mit Johannes dem Täufer erwähnt. Andererseits finden wir es immer wieder in Schriftstellen, die von dem verheißenen Dienst in der Endzeit sprechen. Schon durch den Propheten Joel sagte der HErr: "ICH will euch all die Jahre erstatten …" (2:25).

In Matth. 17 ist das herrliche Erlebnis auf dem Verklärungsberg beschrieben. Unser HErr nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Dort erschienen ihnen Mose und Elia und sprachen mit Ihm. Petrus war überwältigt und sagte: "HErr, hier sind wir gut aufgehoben! Willst Du, so werde ich hier drei Hütten bauen, eine für Dich, eine für Mose und eine für Elia."

Nachdem sie vom Berg heruntergekommen waren, fragten die Jünger den HErrn: "Warum behaupten denn die Schriftgelehrten, Elia müsse zuerst kommen?" Daraufhin gab der HErr zwei wichtige Erklärungen ab: die eine war für die Zukunft, die zweite bereits Vergangenheit. Die erste finden wir in Vers 11: "ER gab ihnen zur Antwort: Elia kommt allerdings und wird alles wieder in den rechten Stand bringen." Ohne jeden Zweifel steht dieser Vers in der Zukunftsform und bezieht sich auf den Dienst vor dem zweiten Kommen Christi. Dr. Scofield, ein international anerkannter Bibelgelehrter und -übersetzer, schreibt in seinen Erläuterungen zu Matth. 17:11: "Christus bestätigt die besondere und noch unerfüllte Prophezeiung aus Maleachi 3:23-24." Damit stimmen auch die fundamentalen Apologeten überein.

Wie wir gesehen haben, wurde der Dienst des Johannes als die Erfüllung von Maleachi 3:1 bestätigt. Als man ihn fragte: "Bist du Elia?", mußte er natürlich wahrheitsgemäß antworten und sagte: "Nein, ich bin es nicht" (Joh. 1:21). Er erklärte ihnen: "Ich bin die Stimme dessen, der in der Wüste ruft: 'Ebnet dem HErrn den Weg!' wie der Prophet Jesaja geboten hat" (Jes. 40:3). Nach dieser Aussage fragten ihn die Gesandten, die zu den Pharisäern gehörten: "Warum taufst du denn, wenn du weder Christus noch Elia noch der Prophet bist?" (Joh. 1:25). Die Verheißung aus Maleachi 3:23-24 kann sich erst am Ende der Gnadenzeit erfüllen, "ehe der große und furchtbare Tag des HErrn kommt." Es wird ein Tag der Rache sein (Jes. 61:2), der brennen wird wie ein Ofen (Mal. 3:19) und kommt wie ein Dieb in der Nacht (2. Petr. 3:10; 1. Thess. 5:2).

Seit dem Dienst Johannes des Täufers sind etwa zweitausend Jahre vergangen, und der Tag des HErrn ist noch immer nicht da. Jes. 13:6-13; Joel 3:4-5 und viele andere Schriftstellen geben eine genaue Beschreibung davon. Petrus nahm in seiner ersten Predigt darauf Bezug und sagte: "Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, bevor der Tag des HErrn kommt" (Apg. 2:20). Im sechsten Siegel sind die einzelnen Ereignisse, die mit dem Tag des HErrn in Verbindung stehen, zusammenfassend aufgeführt. Am Schluß heißt es dann: "Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorngerichts: wer vermag da zu bestehen?!" (Offbg. 6:12-17). Zu dem Zeitpunkt ist die Gnadenzeit vorbei, und furchtbare Gerichte werden die Erde treffen.

Die Verheißung, auf die Jesus in Matth. 17:11 Bezug nahm, steht in den letzten beiden Versen des letzten Kapitels im Alten Testament und lautet: "Siehe: Ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HErrn kommt; der wird das Herz der Väter den Söhnen und das Herz der Söhne ihren Vätern wieder zuwenden, damit Ich nicht kommen muß und das Land mit dem Bannfluch schlage!" Der erste Teil, nämlich das Zuwenden der Herzen der Väter zu den Söhnen, wurde durch den Dienst Johannes des Täufers erfüllt. Wie schon bemerkt, hob der Engel Gabriel diesen Gedanken im Gespräch mit Zacharias hervor: "… und er ist es, der vor Ihm einhergehen wird im Geist und in der Kraft des Elia, um die Herzen der Väter den Kindern wieder zuzuwenden" (Luk. 1:17).

Gemäß Hebräer 1 hat Gott von alters her durch die Propheten zu den alttestamentlichen Vätern gesprochen. Paulus schreibt: "Ich will euch nämlich nicht in Unkenntnis darüber lassen, liebe Brüder, daß unsere Väter allesamt unter der Wolke gestanden haben und allesamt durch das Meer hindurch gezogen sind und sämtlich die Taufe auf Mose in der Wolke und im Meer empfangen haben …" (1. Kor. 10:1-2). Am Ende der Tage redete Er zu uns im Sohn, der die Antwort war. Johannes schlug die Brücke zwischen Altem und Neuem Testament. Seine Aufgabe war es, das Volk Gottes aus der Zeitspanne des Alten Testaments der Väter in die Epoche des Neuen Testaments der Kinder Gottes hinüberzunehmen, die damals begann. So gesehen, war er mehr als ein Prophet (Matth. 11:9). Die Propheten kündigten das Kommen des Messias an — Johannes hatte das Vorrecht, Ihn vorzustellen. Zuerst legte er für Jesus, den Messias, Zeugnis ab, dann legte der HErr Zeugnis für ihn ab. Weil der erste Teil der Elia-Verheißung aus Maleachi 3:24 durch seinen Dienst erfüllt wurde, war die Erklärung, die der HErr in Matth. 17:12 gab, notwendig: "ICH sage euch aber: Elia ist bereits gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern sind mit ihm verfahren, wie es ihnen beliebte." Wir haben es mit zwei besonderen Aufträgen und Diensten zu tun: einmal beim ersten Kommen Christi, und jetzt vor Seinem zweiten Kommen.

Es gibt Schriftstellen, in denen im gleichen Zusammenhang, manchmal sogar in demselben Vers Hinweise auf die verschiedenen Kommen des HErrn gegeben werden. Psalm 2:7; Apg. 13:33 und Hebr. 1:5 sprechen von Seinem ersten Kommen. Bei Seinem zweiten Kommen wird Er Seine durch das Blut erlöste (Offbg. 1:5), in Seinem Wort gereinigte (Eph. 5:26), mit Seinem Geist versiegelte (Eph. 4:30) Brautgemeinde hinwegnehmen (1. Thess. 4:13-18), um mit ihr das Hochzeitsmahl zu feiern (Offbg. 19:1-9). Es wird von der Welt gar nicht wahrgenommen werden. Psalm 2:8-9; Offbg. 2:27; 19:15 und viele andere Schriftstellen betreffen Sein Kommen mit großer Macht, wenn Er mit Seinen Feinden abrechnet und die Herrschaft auf Erden antritt. Als der HErr in der Synagoge von Nazareth aus Jesaja 61 vorlas, hörte Er mitten im 2. Vers auf zu lesen (Luk. 4:19), denn nur der erste Teil bezog sich auf Seinen Dienst damals. Der Tag der Rache kommt ja erst, wie wir bereits ausgeführt haben, wenn die Gnadenzeit vorüber ist. Mal. 3:1 bezieht sich also eindeutig auf Sein erstes Kommen, während Vers 23 und der zweite Teil von Vers 24 im Zusammenhang mit Seinem zweiten Kommen stehen.