Circular Letter
RUNDBRIEF Dezember 1980
Ewald Frank
Navigate
Kapitoly
expand_more
Navigate
Kapitoly
Navigate
Kapitoly
Jump to any chapter without leaving the reader.
Kapitola 6
Bekennen
6 / 10
In Verbindung mit dem Wirken Gottes und dem Bekennen muß beachtet werden, daß es immer nach dem Willen Gottes geschieht, sonst wird es mehr schaden als nützen. Als der HErr mir an jenem Vormittag bei Bruchsal die Weisung gab, Galater 5 vor dem Volk zu lesen und darauf aufmerksam zu machen, daß wir zu Anfang eines Gottesdienstes alles aus dem Wege räumen müssen, wurde mir im Gebet klar, wie es geschehen sollte. Es ging darum, daß wir in Ordnung bringen, womit wir vor Gott nicht bestehen können. Wo wir uns schuldig gemacht haben, sollte es jeder für sich dem HErrn im Gebet bekennen, um so dem Wirken des Geistes den Weg zu ebnen. Wer mit einer Sache nicht fertig wird, sollte sie jemandem, dem er vertraut, mitteilen. Gerade zu dem Zeitpunkt hat der Feind die Gelegenheit genutzt, um ein verhängnisvolles Bekennen durchzuführen. Vorausgegangen waren viele Dinge, unter anderem der Ausspruch: „Die Spitze muß gebrochen werden…“, der später willkürlich und eigenmächtig gedeutet und gegen die Ältesten, die der Gemeinde ja vorstehen, gerichtet wurde. Der Geist spricht durch Paulus, daß die Ältesten doppelter Ehre würdig sind (1. Tim. 5:17); welcher Geist ist es, der den Komplott gegen sie macht.
Nachdem sich viele bloßgestellt hatten, wurden sie damit nicht fertig und sind einer inneren Verzweiflung preisgegeben; anstatt sich in die Hände Gottes fallen zu lassen, sind sie in Menschenhände geraten. In der Apostelgeschichte bekannten diejenigen, die öffentlich durch Zauberei-Sünden schuldig geworden waren, es ganz frei und offen und verbrannten die Zauberbücher. Es gibt aber keine einzige Stelle, wo der HErr Jesus, die Apostel oder Bruder Branham in ihrem Dienst auch nur einen einzigen Menschen vor der Versammlung bloßgestellt und ein skandalöses Bekenntnis des persönlichen Bereichs gefordert hätten. Gott hat auch das zugelassen, damit das alte Wesen der Herzen offenbar wurde und wir die Möglichkeit haben, um die Erneuerung in unserem tiefsten Innern zu bitten.
Die Kirchengeschichte ist voll von Beispielen, wo Könige, Kaiser und Fürsten zu Gefangenen des Klerus wurden, nachdem sie der Geistlichkeit Geheimnisse aus ihrem Leben anvertraut hatten. Sie taten es in bester Absicht, um ihr Gewissen vor Gott zu beruhigen, begriffen aber erst später, daß sie dadurch einer schamlosen Ausnutzung und einer direkten Unterwerfung preisgegeben waren. Hab und Gut hat es die gekostet, welche sich in dieser Weise in eine versklavte Abhängigkeit gebracht hatten. In ihrem Herzen verfluchten sie den Tag einer solchen Beichte.
Das Wirken des Heiligen Geistes ist ganz anders. Es geschieht nicht, weil Menschen es wollen, sondern weil der HErr durch Sein Wort überführt. Wo der Geist Gottes wirksam ist, da ist Vergebung, Versöhnung, Liebe und volles Heil. Oh, welch ein Segen strömt da, wo man zu Jesus, dem Hohenpriester, kommt und Ihm sein Herz ausschüttet!
Wo aber Menschen etwas inszenieren, entsteht ein heilloses Durcheinander. Es hat gar keinen Wert, eine Sache als von Gott kommend hinzustellen, wenn Zerwürfnisse, Haß, Neid, Zorn und Zwietracht als Frucht hervorkommen; niemals kommt süß und bitter aus der gleichen Quelle. Da, wo eine Feindschaft aufgerichtet wird, ist der Feind am Werk. Das Wort „Diabolos“, das in unserer Bibel als Teufel übersetzt wird, bedeutet „Durcheinanderwerfer“. Überall da, wo ein Durcheinander entsteht, ist der Diabolos am Werk. Ein chaotisches Babylon bleibt zurück. Obwohl man vom Hinaufsteigen in den Himmel spricht, versteht niemand mehr den anderen, und es herrscht nichts als Verwirrung. Wer nicht von dort herauskommt, wird eines Tages zurückbleiben.
Überall dort, wo Brüder verklagt werden, ist der Ankläger; dort, wo verleumdet wird, ist der Verleumder; wo Arges geschieht, ist der Arge; wo Böses getan wird, ist der Böse.
Wahre Priesterseelen jedoch sind unter der Besprengung des Blutes des Lammes und haben die Gesinnung Jesu Christi. Mit wehmütigem Herzen treten sie in der Fürbitte ein und tragen alles unter das Kreuz. Die Last anderer wird zu ihrer Last. Sie beugen sich unter die Schuld anderer vor dem HErrn. So offenbart sich in ihnen das Wesen und die Gesinnung Jesu Christi, der als Hoherpriester Fürsprache für uns einlegt. Ehe wir in das abschließende Wirken Gottes eintreten können, müssen wir unsere Lektionen gründlich gelernt haben.
PDF
EPUB