Circular Letter
RUNDBRIEF Dezember 1980
Ewald Frank
Navigate
Kapitoly
expand_more
Navigate
Kapitoly
Navigate
Kapitoly
Jump to any chapter without leaving the reader.
Kapitola 8
Das Evangelium vom Reich
8 / 10
In den vergangenen Monaten und besonders auf der letzten Afrika-Reise mußte ich immer wieder darüber nachdenken, was der HErr mit dem Evangelium vom Reich meinte. Soweit ich es beurteilen kann, muß der Dienst in einer zweifachen Weise geschehen. Erstens geht es um die Herausrufung der Brautgemeinde durch die Endzeitbotschaft und zweitens um die Verkündigung des Evangeliums vom Reich Gottes, das allen Völkern zum Zeugnis gepredigt werden muß. Unser HErr spricht: „Und dieses Evangelium vom Reich wird auf dem ganzen Erdkreis allen Völkern zum Zeugnis gepredigt werden, und dann wird das Ende kommen.“ (Matth. 24:14). Es steht nicht geschrieben, daß dieses Evangelium zum Heil und zur Rettung, sondern daß es zu einem Zeugnis gepredigt werden soll. Das stimmt mit Offenbarung 14:6 überein: „Dann sah ich einen anderen Engel hoch oben mitten am Himmel fliegen, der den Bewohnern der Erde und allen Völkerschaften und Stämmen, Sprachen und Völkern ein ewiggültiges Evangelium zu verkündigen hatte.“
Am Himmel wurde angezeigt, was auf Erden geschieht. Der Zusammenhang deutet auf die letzte Zeit hin. Es geht dabei nicht um ein Evangelium, in dem nur Rettung und Heilung gepredigt, sondern um das Evangelium vom Reiche Gottes, in dem das gesamte Programm Gottes verkündigt wird, also um die Verkündigung und Darlegung des ganzen Heilsratschlusses Gottes. Jeder Evangelist predigt das Evangelium und nimmt beliebig in sein Programm auf, was gerade hineinpaßt. Es bedurfte tatsächlich eines prophetischen Dienstes, eines Adlerblickes, der das Zukünftige weit voraussah, um uns den prophetischen Teil der Verkündigung zu bringen.
In den fünf Ländern Afrikas, die ich im Oktober besuchte, wurde mir sehr deutlich bewußt, daß die geistlichen Führer gar keine Botschaft haben, die sie bringen könnten. Jahr für Jahr lesen sie dem Volk dieselben Predigten vor. Sie können weder Altes noch Neues austeilen, weil sie das Neue nicht empfangen haben und das Alte zu einem toten Buchstaben wurde. Nur so läßt es sich erklären, daß sie jemanden einladen, der gar nicht zu ihnen gehört.
Die Verkündigung des von Gott geoffenbarten Wortes für diese Zeit hatte eine überwältigende Wirkung. Gott hat weit geöffnete Türen geschenkt und einen geistlichen Hunger gesandt, wie Er verheißen hat. Nur wenige Zeugnisse können hier wiedergegeben werden:
In Dar-es-Salam, meiner ersten Station, stand nach meiner letzten Versammlung ein etwa 65-jähriger Mann auf und sagte: „Über sieben Jahre war ich in Genf im Weltkirchenrat tätig, habe an vielen Tagungen und Konferenzen in europäischen Ländern teilgenommen. Doch heute Abend habe ich zum ersten Mal die reine Wahrheit gehört; heute Abend hat Gott mein Herz berührt und durch Sein Wort zu mir gesprochen.“
Als zweites erhob sich ein Pfingstprediger und meinte: „Ein Bruder erzählte mir von dieser Versammlung, doch ich dachte, es wird nur ein gewöhnlicher Vortrag sein, und wollte nicht kommen, weil ich selber einen Gottesdienst zu halten hatte.“ Doch dann bezeugte er: „Dies war kein gewöhnlicher Gottesdienst. Der Redner hat uns eine direkte göttliche Botschaft der Offenbarung Seines Willens gebracht.“
Als drittes stand der Bruder eines lutherischen Pfarrers auf, übermittelte Grüße, sprach die Einladung an mich aus und bat darum, dem Wunsche seines Bruders stattzugeben und das nächste mal in seiner Kirche zu sprechen.
In Lusaka wurde ich von unserem Bruder Kachazah und dem Vorsitzenden des nationalen christlichen Rates willkommen geheißen. Als sie mich am Flughafen abholten, teilten sie mir mit, daß alle religiösen Führer der Stadt zu einer besonderen Versammlung um 15.00 h zusammenkämen. Zu ihnen sollte ich sprechen, damit sie eine Übersicht der Wortverkündigung, um die es geht, bekämen. Mit Gottes Hilfe legte ich in etwa 1 1/2 Stunden den ganzen Ratschluß des HErrn in groben Zügen dar, ohne zu wissen, daß meine Ansprache von Radio Zambia aufgezeichnet und später im ganzen Lande ausgestrahlt werden würde. Am gleichen Tage war für 19.00 h ein Fernseh-Interview eingeplant. Ich beantwortete die Fragen des Reporters, gab eine kurze Botschaft und mein Zeugnis. Die Wirkung war gewaltig, überall wurde ich von Menschen, die mich am Fernsehen gehört und gesehen hatten, angesprochen. Millionen waren auf diese Weise erreicht worden. In den Versammlungen selbst hörten insgesamt wohl einige tausend Leute das Wort Gottes.
In Malawi wurden die Versammlungen von Bischof Chikumba und Pastor Hauli gut vorbereitet. Seit meinem vorletzten Besuch dort hat der HErr in den verschiedenen christlichen Kirchen gewirkt. Es würde zu weit führen, alle Einzelheiten zu erwähnen. Insgesamt beteiligten sich achtzehn verschiedene Kirchen und Denominationen an den Versammlungen. Der Bischof bezeugte freimütig: „Als Bruder Frank das letzte mal hier war, bin ich schon in meinem Amt gewesen, aber ich war ungläubig. Unter der Verkündigung erlebte ich damals meine Bekehrung und wurde ein neuer Mensch.“
Aus allen Schichten kamen die Leute und wurden von Gott ergriffen. An einem Sonntag morgen vor dem Frühstück suchte mich der höchste Rechtsanwalt der Regierung, Dr. Dunstain, auf und bat um ein Gespräch. Der Geist Gottes ist gerade in diesen Ländern jetzt in besonderer Weise wirksam. Ich habe zusagen müssen, so schnell wie möglich wiederzukommen. Es ist nicht übertrieben, wenn wir sagen: Der mazedonische Ruf kommt aus aller Welt.
PDF
EPUB