Circular Letter
RUNDBRIEF Oktober-Dezember 1986
Ewald Frank
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Chapter 2
Ein neuer Abschnitt
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Mit dem Jahr 1955 begann für mich im geistlichen Bereich ein neuer Lebensabschnitt. Ich nahm an den gesegneten Versammlungen Bruder Branhams in Karlsruhe teil. Was ich dort in einer Woche miterlebte, stand dem, was durch die Apostel geschah, in keiner Weise nach. Es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass der bevollmächtigte Dienst dieses demütigen Gottesmannes eine große Ähnlichkeit mit dem Dienste Jesu Christi hatte.
Natürlich war ich tief beeindruckt und ergriffen von dem, was ich sah, hörte und miterlebte, doch dabei blieb ich nicht stehen. Eine innere Stimme sprach in mir: „Dieser Mann hat eine außergewöhnliche Berufung empfangen, mit der ein besonderer Auftrag verbunden ist.“ Ich hatte mit vielen Tausenden erlebt, wie er den Kranken, die zum Gebet kamen, durch göttliche Offenbarung alles sagte, was Gott ihm in Visionen zeigte. Mir war klar, dass er nichts aus ihrem Leben wissen konnte, denn er sprach weder unsere Sprache, noch hatte er jemals vorher die Schweiz und Deutschland besucht. Hier erlebte ich das erste Mal, dass vor Gott das Leben und das Herz eines jeden einzelnen wie ein aufgeschlagenes Buch ist.
Im wahrsten Sinn des Wortes geschah durch den Dienst, den wir miterleben durften, das gleiche, wie es aus dem Dienst Jesu Christi berichtet wird. Damals sagte Er dem Nathanael, den Er nicht kannte: „Siehe, ein wahrer Israelit, in dem kein Falsch ist!... Noch ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe Ich dich gesehen.“ (Joh. 1:47-48) Zu Philippus hatte der HErr gesagt: „Folge Mir nach!“ Er ging hin und berichtete Nathanael: „Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben...“ Als Philippus seinen Bericht gegeben hatte, fragte ihn Nathanael: „‚Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?’ Philippus erwiderte ihm: ‚Komm mit und sieh!’“ Welch eine wunderbare Einladung von einem Menschen, der in die Nachfolge Jesu getreten war! Ebenso wird jeder, der den HErrn erlebt hat, anderen Zeugnis davon ablegen, damit auch sie zu Christus geführt werden.
Nathanael war so überwältigt, dass er ausrief: „Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der König von Israel!“ Es war der prophetische Dienst Jesu Christi, der die einen anzog und die anderen abstieß. Die wahrhaft Gläubigen nahmen an, der Rest lehnte ab. Als Andreas seinen Bruder mit zu einer Versammlung nahm, sagte der HErr zu ihm: „Du bist Simon, der Sohn des Jonas; du sollst Kephas — das heißt übersetzt ‚Fels’ — heißen.“ Es hat auch Petrus überwältigt, dass der HErr ihn kannte und sogar den Namen seines Vaters wusste. Dies war das direkte Zeichen des Messias. Als der HErr mit der Frau am Brunnen das Gespräch führte, sagte Er zu ihr: „...fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Ehemann...‘ Die Frau entgegnete Ihm: ‚HErr, ich sehe: Du bist ein Prophet...Ich weiß, dass der Messias kommt, den man Christus nennt; wenn der kommt, der wird uns über alles Auskunft geben.‘ Jesus antwortete ihr: ‚Ich bin's, der mit dir redet.“ (Joh. 4:16-26)
Wer in den vier Evangelien liest, begegnet dem prophetischen Dienst Jesu Christi immer wieder. Es war das Zeichen, dass Er der Messias ist. Doch gerade daran haben die frommen Führer Anstoß genommen, und sie erklärten: „Dieser Mann ist im Bunde mit dem Teufel, er ist Beelzebub!“ Das war schlimm; aber noch schlimmer ist, wenn jemand das Wirken des Geistes Gottes, das durch denselben Dienst in der gleichen Weise offenbar geworden ist, dem Teufel zuschreibt. Damals sagte der HErn „Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, auch die gegen den Menschensohn, aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden.“ (Matth. 12:31-32)
In Johannes 14:12 gab Jesus die Verheißung, dass diejenigen, die Ihm glauben, dieselben Werke vollbringen werden, die Er getan hat. Wer das vom Geist Gottes Gewirkte als vom Satan stammend hinstellt, der hat in dem Moment sein ewiges Verdammungsurteil gesprochen.
Hunderttausende haben die absolut unfehlbare Gabe der Unterscheidung und Offenbarung miterlebt. Es war eine Kombination von Sehen und Hören. Das Gesehene und Gehörte wurde dann als „SO SPRICHT DER HERR“ ausgesprochen. Die Propheten wurden ursprünglich „Seher“ genannt (1. Sam. 9:9), weil sie das, was Gott offenbaren wollte, jedes Mal zuerst in einer Vision gezeigt bekamen. Dazu kam dann die göttliche Inspiration, um den Sinn des Gezeigten in seiner wirklichen Bedeutung zu erkennen und als das „SO SPRICHT DER HERR“ kundzutun. So erging das Wort an die wahren Propheten; so verrichtete Jesus Seinen Dienst als Menschensohn. ER sagte: „Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: der Sohn vermag von sich selber aus nichts zu tun, als was Er den Vater tun sieht.“ (Joh. 5:19)
Genau das haben unzählige Menschen während vieler Jahre im Dienste Bruder Branhams miterlebt. Nach der Predigt und dem Altarruf betete er für die Kranken. Ob in den USA und Kanada, in Europa, in Asien oder Afrika, ungeachtet der Rassen, Völker und Sprachen: der Geist Gottes wirkte immer und überall in der gleichen unfehlbaren Weise. Es wäre lächerlich, um nicht zu sagen eine Lästerung, wollte man Gott Fehlbarkeit, Teilwissen und Unvollkommenheit unterstellen. Noch heute stehen jedem, der daran interessiert ist, Hunderte von aufgezeichneten Predigten als überwältigendes Zeugnis zur Verfügung.
Ich durfte es bei der ersten persönlichen Begegnung selbst erleben, als Bruder Branham auf mich zukam, kurz vor mir stehenblieb, auf mich zeigte und sagte: „You are a minister of the gospel.“ — „Du bist ein Prediger des Evangeliums.“ Ich befand mich gerade an der Rezeption im Hotel „Drei Linden“ in Karlsruhe-Durlach, als er hereinkam. Wir waren uns vorher noch nie begegnet. Was ich selbst erlebt, gesehen und gehört habe, kann mir niemand streitig machen.
Im Juni 1958, während der Voice of Healing-Konferenz in Dallas, Texas, an der ca. hundert Evangelisten teilnahmen, erkannte ich plötzlich wie durch eine Offenbarung den prophetischen Dienst Bruder Branhams aus biblischer Sicht, der sich von allen anderen unterschied. Ich wusste von dem Tage an, dass er nicht nur eine besondere Berufung, sondern einen direkten heilsgeschichtlichen Auftrag hat. Seit der Zeit erhielt ich seine in Jeffersonville, Indiana, gehaltenen Predigten und konnte so den Werdegang und die geistliche Entwicklung miterleben. Es ging mir darum, zu erfahren, was er glaubt und lehrt, denn ich sah, dass Gott mit ihm war.
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