Circular Letter
RUNDBRIEF Oktober-Dezember 1986
Ewald Frank
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Chapter 11
Ein Allmachtswort
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Das folgende Erlebnis zu schreiben fällt mir sehr schwer, doch ich habe keine Wahl. Am 16. Juni 1979 befand ich mich auf der dänischen Insel Fanø. Nach allem, was seit Anfang Mai geschehen war, hatte das Leben für mich keinen Sinn mehr. Wie es einem Menschen ergeht, der einen Auftrag von Gott hat, aber keine Möglichkeit sieht, ihn auszuführen, kann kein anderer ermessen. Noch vor Tagesanbruch ging ich der herannahenden Flut entgegen, um meinem Leben durch die Wellen ein Ende zu setzen. Ich dankte dem HErrn, dass Er mir das Vorrecht gegeben hatte, Ihm zu dienen, und bat Ihn, mir alles zu verzeihen, was vor Ihm nicht recht gewesen war, und mich in Gnaden zu sich zu nehmen. In meiner Verzweiflung rief ich aus: „HErr, ehe ich jetzt zu Dir komme, sage mir doch, warum dies alles über mich hereingebrochen ist.“
In dem Moment ertönte ein so starker Donner rechts über mir, wie man ihn nur ganz selten und bei besonders starkem Gewitter hört. Doch es war kein Gewitter, es war kein lang hingezogener, sondern ein einziger, plötzlicher Donnerschlag, der nur einige Meter direkt über mir stoppte. Ich meinte, davon getroffen zu werden. Aus diesem Donnerschlag heraus sprach der HErr in gebietendem, zornigem Ton: „Weil du auf die Stimme deines Weibes gehört hast!“ Das Ende des Donners war zugleich der Anfang des Redens des HErrn. Ich fiel nach links über. Dann richtete ich mich auf und kam wieder ans Ufer zurück. In meinem Dachzimmer angelangt, warf ich mich auf den Fußboden, schlug die Bibel auf und las, bis ich zu dem Vers in 1. Mose 3 kam, in dem steht: „Zu dem Manne aber sagte Er: ‚Weil du der Aufforderung deines Weibes nachgekommen bist…’“ Ganz bewusst bekräftige ich dieses Erlebnis mit dem „So wahr Gott lebt“ und „So hat der HErr gesprochen“. Was jemand darüber denkt oder sagt, wird er am Tage des Gerichts zu verantworten haben. Ich rufe Gott als meinen Zeugen an.
Wer mit der Lebensgeschichte Bruder Branhams vertraut ist, weiß, dass auch er sich in seiner tiefen Verzweiflung das Leben nehmen wollte. Er hielt die geladene Pistole an seine Stirn und drückte ab, doch der Schuss lösste sich nicht. Dann warf er sie in die Luft, und der Schuss ging von selber los. Ich wollte es mir nehmen lassen, denn zum Nehmen fehlte mir der Mut.
Die Eingeweihten wissen von den vielen Weissagungen zwischen 1976 und 1979. Wir alle standen unter dem Eindruck, dass Gott redet, denn während vieler Jahre stimmten die Weissagungen hundertprozentig. Ich ging davon aus, dass der HErr es war, der durch Menschenmund Anweisungen gab.
Damit alle begreifen, weshalb der HErr mir diesen schrecklichen Vorwurf machte, muss einiges erwähnt werden. In der Weissagung vom 5. Juni 1976 hieß es: „Siehe, so spricht der HErr: Mein Knecht, wahrlich, Ich habe dich in ein großes Werk hineingestellt, und Ich habe gesehen deine Treue und deine Arbeit. Und siehe: heute weihe mir Bruder K. und Schwester R. zum Dienst, denn die Zeit ist gekommen, wo sie eingesetzt werden sollen...“ Ich bin der Weisung nachgekommen und habe das Ehepaar an Ort und Stelle unter Handauflegung eingesegnet. Weil der erste Teil zutraf, fiel ich auf den zweiten herein.
Selbst als der HErr mich 1978 an einem Samstagvormittag gegen 11.00 Uhr mit hörbarer Stimme darauf hinwies, dass die Weissagung unbiblisch war, begriff ich die Gesamtsituation immer noch nicht. Ich befand mich im Büro und hörte plötzlich die Worte: „Mein Knecht, durchforsche die Apostelgeschichte, ob je ein Mann mit seiner Frau zum Dienst geweiht wurde!“ Ich wandte mich nach rechts, nahm meine Bibel und las in der Apostelgeschichte. Schon nach einigen Minuten begriff ich, dass es einen solchen Fall nicht gegeben hatte. Darauf angesprochen, sagte meine Frau: „K. ist doch gar nicht zum Predigen berufen. Er soll sich Gummistiefel anziehen und hier auf dem Missionsgelände arbeiten! Und R. soll im Büro helfen!“ Was haben Gummistiefel und Büroarbeit mit einer Einsetzung zum Dienst zu tun? Jene abgrundlose, der Überlegung entstammende Täuschung war vor der ganzen Versammlung als „So spricht der Herr“ gegeben worden. Erst viel später gab sie mir gegenüber zu: „Als ich R. und K. in den Saal hereinkommen sah, kam mir der Gedanke...“ Was haben menschliche Gedanken mit den Gedanken Gottes gemeinsam? Steht nicht geschrieben: „Soviel der Himmel höher als die Erde ist, soviel sind Meine Gedanken höher als eure.“? (Jes. 55:8-9)
Weil immer die Rede davon war, dass der Durchbruch kommen muss, habe ich auf alles gehört, was mir gesagt wurde. Obwohl ich manchmal einen direkten inneren Widerstand verspürte, wollte ich auf keinen Fall derjenige sein, der das Wirken Gottes verhindert, und befolgte alle Anweisungen, bis hin zu der Aufforderung, dass Bruder Russ, Bruder Schmidt und ich an dem besagten Wochenende im Mai 1979 die Plattform nicht betreten dürfen. Deshalb habe ich die Ältesten der Gemeinde veranlasst, sich mit mir in die erste Reihe zu setzen. Es wurde gesagt, dass Gott auswärtige Brüder dazu gebrauchen würde, die Reinigung hier in der Gemeinde durchzuführen. Keiner wagte es, dem „Wirken Gottes“ im Weg zu stehen. Wir alle warteten ja auf die gewaltigen Dinge, die noch nie geschehen sind und von denen die ganze Welt erfahren sollte.
Weil es solch eine Ähnlichkeit mit dem hatte, was der HErr mir am 17. Juli 1976 zurief: „...denn es werden Menschen von nah und fern kommen...,“ dachte ich, jetzt wäre es so weit. Nachdem, was Paulus in 1. Kor. 13 schreibt, glaubt die Liebe alles, sie hofft alles, sie erträgt alles. Diese Liebe Gottes ist durch den Heiligen Geist in mein Herz ausgegossen. Erst später begriff ich, dass es dabei um die Liebe zur Wahrheit geht. Ich ging davon aus, dass jeder, der den Namen des HErrn nennt, es mit Ehrfurcht und Wahrhaftigkeit tut. Stattdessen mussten wir miterleben, wie unter dem frömmsten Deckmantel eine bis heute andauernde Zerstörungsaktion ihren Lauf nahm, die ihresgleichen in der Kirchengeschichte nicht findet
Die beiden auswärtigen Brüder haben sich demselben antichristlichen, verführerischen Geist unterstellt, und alle, die sich seitdem zurückgezogen haben, stehen ebenfalls unter diesem Einfluss. Wer kann es fassen, dass sich der Teufel unter dem Vorwand von „Reinigung und Heiligung“ bis zum Podium Zugang verschafft hat? Ich muss mein Schweigen brechen; die Stunde Gottes ist da, der HErr möchte sich offenbaren. Ehe nun die wahre Reinigung, die nur der Geist Gottes bewirken kann, stattfindet, muss die abgrundlose Verunreinigung aufgedeckt werden. Alle Aufrichtigen, die zur Brautgemeinde bestimmt sind, wird der Geist Gottes überführen und zur Buße leiten. Hier geht es nicht um irdisch-menschliche Vergehen, sondern um eine direkte satanische Befleckung, die in die Seelen der Menschen gedrungen ist. Der Anfang muss wieder in der Seele geschehen, über den Bereich des Geistes, bis hin zur völligen Reinigung und Heiligung des ganzen Menschen, die auch den Leib als Tempel Gottes mit einschließt.
Bruder Branham sagte, dass wir Gott danken sollen, wenn das, was vorausgesagt wurde, eintrifft. Danach richtet er an die Gabenträger die Mahnung: „Wenn es nicht geschieht, dann tut es nicht mehr, bis der böse Geist aus euch heraus ist. Gott lügt nicht, Er ist von jeher die Wahrheit.“ (Gemeinde-Ordnung, Seite 11) Da nützen weder ein Umsichschlagen noch irgendwelche Ausreden, sondern nur eine Beugung vor Gott, und zwar all derjenigen Personen, die beteiligt waren.
Den Zustand und die Auswirkungen des verkehrten Einflusses beschreibt Bruder Branham wie folgt: „Unter Menschen mit Gefühlsbewegungen finden wir oft Klatsch, Verleumdung und alle Arten von ungöttlichen Dingen. Bruder, das ist wie Schwefelsäure in der Gemeinde, das ist dämonische Macht! Geister kommen über Männer und Frauen, und sie gehen zueinander und fangen damit an, dass dies nicht richtig sei und das nicht und jenes nicht. Geht man der Sache nach, so ist es in neun von zehn Fällen so, dass die Person, die den Aufruhr macht, es selbst ist, mit der es nicht stimmt. Amen! Gott hasst Unstimmigkeit unter Brüdern!" ... "Es gibt so viel Teuflisches — Dämonen, die in den Seelen der Menschen wirksam sind. Beachtet, welche Frucht es hervorbringt. Gebt acht, was für ein Leben sie führen. Seht, wie sie sich verhalten, wie sie handeln und was ihre Beweggründe sind.“ (Enticing Spirits)
Hand aufs Herz, trifft nicht alles hundertprozentig auf die entstandene Situation zu? Hat sich nicht buchstäblich bestätigt, was Bruder Branham sagte, dass Dämonen in den Seelen der Menschen wirksam sind? Wer die Jahre der gewaltigen Segnungen miterlebt hat, kennt doch den Unterschied.
Hier bin ich gezwungen, die Offenbarung wiederzugeben, die meine Frau mir direkt vor dem ersten Wochenende im Mai 1979 erzählte: Sie sah unter ihrem Kopfkissen eine Schlange, die sich zusammengerollt hatte, legte sich aber dennoch hin, ohne sie zu beseitigen, und dachte lediglich: ‚Hoffentlich lässt sie mich in Ruhe schlafen!‘ Dies war laut ihrem eigenen Bericht nicht der Fall: die Schlange kam hervor, fuhr ihr in den Mund und hat da ihren Kot hinterlassen. Darauf begab sie sich zum Waschbecken, um ihren Mund auszuspülen, legte sich dann wieder hin, und dasselbe wiederholte sich.
Spätestens zu dem Zeitpunkt, als sie mir dieses Erlebnis erzählte, hätte ich begreifen müssen, dass nicht der HErr, sondern der Böse ihren Mund benutzt. Die Schlange hat ihren Unrat nicht nur in ihrem Munde zurückgelassen, sondern auch im Munde all derer, die das, was sie verbreitet, weitergeben. Der Ankläger der Brüder hat sich vieler bemächtigt. Anstatt das Zeugnis Jesu Christi zu tragen und mit anderen über das zu sprechen, was der HErr in dieser Zeit getan hat, wird im Schmutz herumgerührt. Die ganze Hölle hat sich aufgemacht, und viele Zungen wurden von ihrem Feuer angezündet, wie in Jak. 3 geschrieben steht. Die aufrichtigen Bekenntnisse werden auf niederträchtigste Art ausgeschlachtet und verwendet. Mit todbringendem Gift unter ihren Lippen hat die alte Schlange ein Sterben unter dem Volke Gottes verursacht. Da, wo wie zu Pfingsten das Feuer des Geistes fällt, werden die großen Taten Gottes verkündigt. Es zeigt, womit die Menschen sich gedanklich befassen. Niemand braucht sich und andere zu täuschen. Das Wort behält immer recht: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Wer sich am Rufmord beteiligt und als Verleumder betätigt, steht im Dienst Satans, der ein Mörder von Anfang an ist. Jesus ist gekommen, um Leben und volles Genüge zu bringen; der Teufel ist gekommen, um zu zerstören. Jeder kann sich selber prüfen, wessen Leben und Wesen durch ihn offenbar wird. An den Früchten erkennt man den Baum.
Wer nicht einsieht, dass seit jener Zeit eine unvergleichliche Verwirrung und Zerstreuung stattgefunden hat, wird die Notwendigkeit einer Korrektur nicht begreifen und dagegen ausschlagen. Er hat dann wahrscheinlich einen Weg betreten, auf dem es kein Zurück mehr gibt. Nicht nur das Gerede hat wie ein Krebsgeschwür um sich gegriffen, sondern auch dämonische Lehren haben bei solchen Leuten Einlass gefunden. Menschen, die jahrelang das Wort Gottes in Wahrhaftigkeit gehört haben, wurden vergiftet und „…durch die Verirrung der gewissenlosen Leute mit fortgerissen und aus ihrem eigenen festen Glaubensstande hinausgeworfen.“ (2. Petr. 3:17)
Wie schon erwähnt, beteiligen sich diejenigen, die fremde Lehren vortragen, und die, welche sich unbiblisch verhalten, weiterhin in besonderer Weise an Verleumdungen. Sie stehen unter dem gleichen Einfluss wie jene, die der Teufel zuerst als Werkzeuge missbrauchte. Aus ihrem Munde hört man die gleichen Argumente, dieselben Schriftstellen und Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen und nach eigenem Ermessen gebraucht und gedeutet werden. Die armen Seelen merken nicht, dass ihnen Christus, der Gekreuzigte, mit Versöhnung und Vergebung genommen und dass ihnen nur noch Hass und Feindschaft, die voneinander scheiden, geblieben sind. Gemäß dem Worte Gottes besteht die Feindschaft nur zwischen den zwei verschiedenen Samen (1. Mose 3:15), nicht aber unter den Gotteskindern. Wo Feindschaft aufkommt, hat der Feind seine Hand im Spiel. Der HErr hat die Scheidewand weggenommen, uns mit sich selber und miteinander versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung übertragen. (2. Kor. 5:16-21)
Wir glauben, dass ohne den Willen Gottes nichts geschieht. Sogar der Sündenfall und die dadurch notwendig gewordene Erlösung waren in Seinem Plan. Im Hinblick auf das, was hier geschah, müssen wir dasselbe sagen. So schmerzlich der Verrat und die Überantwortung Jesu durch Judas waren, musste es doch geschehen, damit die Schrift erfüllt wurde. Ebenso musste, wie Bruder Branham schon damals voraussah, auch das Wort der Stunde gekreuzigt werden, ehe es zu neuem Leben emporkommen kann.
Trotz der tiefen Wege, die wir gehen, dürfen wir Gott vertrauen, dass Er denen, die Ihn lieben, alles zum besten gereichen lässt. Nach der 100% reinen Wortverkündigung haben wir das Recht auf ein 100% reines Geisteswirken. Ich bitte alle, sich nicht länger am unnützen Gerede zu beteiligen, sondern sich Gott im Gebet zu nahen, um Sein Reden wirklich zu verstehen. Der HErr gibt allen eine Chance; nehmt sie wahr. Es ist spät, aber noch nicht zu spät. Alle haben sich zu beugen, die in die Falle des Teufels geraten sind, und ganz besonders diejenigen, die sie gestellt haben. Nur so kann der Bann gebrochen werden. Die Zeit der Befreiung der wahrhaft Gläubigen von der Macht Satans ist gekommen.
Ich selbst kann mich nur vor Gott beugen und an den Grund halten, den der HErr mir aus dem Donner heraus zugerufen hat. Es war das einzige Mal, wo Er im Zorn, vorwurfsvoll zu mir gesprochen hat. Weshalb hat Er mir nicht mehrere Gründe genannt oder andere Vorwürfe gemacht? Ich habe tiefste Ehrfurcht vor der Souveränität Gottes und kann mich nur an das halten, was Er gesagt hat. Deshalb werde ich mich mit keinem Menschen auf Argumente, welche die eigentliche Sache gar nicht berühren, einlassen. Wenn ich an den Donner und die daraus erschallende Stimme denke, dann geht es mir jedesmal neu durch Mark und Bein. Gott redet; Satan argumentiert. Es ist mein fester Entschluß, bis an mein Lebensende in geistlichen Dingen nicht mehr auf die Stimme eines Menschen zu hören. Von dem Tage an, als ich zu meiner Frau sagte: „In Ewigkeit werde ich nicht mehr auf das hören, was du sagst!,“ wurde der Einflußbereich Satans abgeschnitten, und seine Wut brach voll durch. Jetzt ist die Stunde Gottes gekommen, mit dem Schwert des Geistes, welches Gottes Wort ist, das ganze Bollwerk Satans zu zerstören. Die Gedanken der wahrhaft Gläubigen und ihr ganzes Handeln müssen unter den Gehorsam des Wortes gebracht werden. In dem Moment, wo Satan entlarvt ist, hat er sein Anrecht an der bluterkauften Schar für immer verloren.
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