Circular Letter

RUNDBRIEF Oktober-Dezember 1986

Ewald Frank

library_books Chapters: 13 calendar_month 21. 10. 1986

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Als wir mit dem besonderen Wirken des HErrn rechneten, schlug Satan in einer unbegreiflichen Weise zu. Jeder Bibelleser weiß, dass er seine Wut am Volke Israel, seinen Führern und besonders an den Propheten ausgelassen hat. Jerusalem war die Zielscheibe teuflischer Anschläge, seitdem Gott es erwählt hat. Keine Stadt der Welt ist so oft zerstört worden. Sogar jetzt am Ende macht Gott sie noch zu einem Hebestein für alle Völker. (Sach. 12:3) So sollte es uns eigentlich nicht wundern, wenn Satan all seine Mächte aufbietet, um der Gemeinde größtmöglichen Schaden zuzufügen. Doch selbst die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.

Sehr bezeichnend ist, dass Prediger, die abweichende Lehren verkündigen, immer wieder behaupten, dass die Offenbarung der sieben Donner sich seit 1979 zu entfalten begann. Es wird gesagt, die halbe Stunde Stille, von der in Offbg. 8:1 die Rede ist, habe 1963 begonnen und sei 1983 zu Ende gegangen. Man wollte mir klarmachen, dass der HErr Sein Schweigen zwar erst Ende 1983 gebrochen habe, doch immer wieder heißt es, dass seit 1979 das siebente Siegel, die sieben Donner und was sonst noch dazu zählt, geoffenbart wurden. Die vielen Irrlehren, die verbreitet werden, können gar nicht aufgezählt werden. Ich bin entsetzt, was man aus der Botschaft und dem Worte Gottes gemacht hat. Bibelstellen und Zitate Bruder Branhams werden in einer Weise verdreht und zusammengefügt, wie es schlimmer nicht mehr sein kann.

Wenn ich diese Dinge entschieden zurückweise, sagt man mir, dass ich der einzige von den international bekannten Brüdern bin, der all die tieferen Offenbarungen nicht annimmt. Ich hätte das Kommen des Bräutigams zu Seiner Braut gemäß Matth. 25 verpasst, die jetzt, so wird gelehrt, mit Ihm vermählt wird und so zu Seinem Weib und Er zu ihrem Ehemann geworden ist. Ich hätte auch nicht gemerkt, dass die Auferstehung der Toten stattgefunden hat. Die Gräber werden auf die toten Denominationen gedeutet, aus denen sie herausgekommen sind. Ebenso wenig hätte ich die Entrückung, die in die Wolke von Zeugen hinein geschehen sei, miterlebt.

Diese tragische Fehlentwicklung begann schon Ende der sechziger Jahre und wurde später in abgeänderter Form fortgesetzt. Immer wieder traten Männer mit neuen Deutungen auf, aber jedes Mal waren und sind dieselben Geister am Werk. Allein die verschiedenen Donner-Auslegungen, die verbreitet und gelehrt werden, ergeben ein heilloses Durcheinander. Dabei bezichtigt ein Donnerlehrer den anderen, falsch zu deuten.

Die Vertreter der Parusie-Lehre behaupten, dass Christus am 28. Februar 1963 auf die Erde gekommen und nun hier anwesend sei. Es handelt sich dabei um dieselben Männer, die das Kommen des HErrn zuerst für 1973 und dann mit allergrößtem Nachdruck für 1977 voraussagten. Dazu kann nur gesagt werden: ER ist heute so anwesend, wie Er seit Pfingsten unter den Gläubigen anwesend war. Unser HErr hat die Verheißung gegeben, in den Seinen Wohnung zu nehmen, und da, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, gegenwärtig zu sein. ER sagte: „ICH werde mit euch sein bis an das Ende der Welt!“ So bleibt es bis zum Kommen Christi. Bei Seiner Wiederkunft wird die gesamte Braut dem Bräutigam begegnen.

Dass es nicht der Geist Gottes ist, der die falschen Lehrer beseelt, ist offenbar geworden. Was den Zuhörern bis jetzt nicht klar wurde, ist der Tatbestand, dass es sich dabei direkt um den antichristlichen Geist handelt, der damals geleugnet hat, dass Christus im Fleische erschienen ist (1. Joh. 4:1-6), und der jetzt leugnet, dass Er im Fleische erscheint. (2. Joh. 7-11) Von solchen Leuten wimmelt es innerhalb der „verdrehten Endzeitbotschaft“. Denen, die sich noch helfen lassen möchten, sollen die folgenden Bibelstellen und Zitate als Handreichung weitergegeben werden.

Das Wort Parusie bedeutet „Ankunft“, das Wort Epiphanie „Erscheinung“. Der jetzt im Geist Gegenwärtige kommt dann leibhaftig - das ist die Parusie. Nachdem Er all Seine Feinde zum Schemel Seiner Füße gelegt haben wird, erscheint Er zur Aufrichtung Seines Reiches - das ist Epiphanie. Im Griechischen stehen die Worte Parusie und Epiphanie in mehreren Stellen, die dieses Thema behandeln.

Wer die Wiederkunft Christi vergeistlicht, ist wie so viele in Vergangenheit und Gegenwart, von Augustin bis zu den Zeugen Jehovas, derselben Täuschung zum Opfer gefallen. Ein solcher Mensch kennt weder die Bibel noch die Botschaft. So gewiss Jesus Christus leibhaftig auferstanden und gen Himmel gefahren ist, so gewiss wird Er leibhaftig wiederkommen. Dass auch Bruder Branham das gelehrt hat, beweisen die beiden Zitate von ihm: „Das nächste geschieht dann, wenn alles, die Braut, der Leib, in der einen Person Jesus Christus zusammengefasst ist. Bei der leiblichen Wiederkunft des HErrn Jesus kommt Er zum dritten Mal.“ (Christus ist in Seinem eigenen Wort geoffenbart, gepredigt am 22. August 1965, Seite 33) „Der HErr Jesus wird im Leibe wiederkommen, um ein Volk, das Er durch Sein reinigendes Blut verherrlicht hat, im Leibe hinwegzunehmen.“ (Die unsichtbare Vereinigung der Braut Christi, gepredigt am 25. November 1965, Seite 6)

So spricht der HErr als der Auferstandene: „Seht Meine Hände und Meine Füße an, dass Ich es leibhaftig bin! Betastet Mich und beschaut Mich; ein Geist hat doch kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr solche an Mir wahrnehmt.“ (Luk. 24:39) Jesus ist kein Mythos, keine erfundene Erklärung, Er ist der persönliche Gott, der als HErr in Menschengestalt erschien.

Thomas berührte Ihn, legte seine Hand in Seine Seite und rief dann aus: „Mein HErr und mein Gott!“ Wie schon wiederholt dargelegt, wird derselbe Jesus, der auferstanden ist und gen Himmel fuhr, in derselben Weise wiederkommen. Wer das leugnet, ist gar nicht wiedergeboren, sondern lediglich einer frommen Begeisterung anheimgefallen. Wenn der HErr als Menschensohn kommt, wird es wie ein Blitz sein, der vom Osten zum Westen leuchtet. (Matth. 24:27) Dann wird sich erfüllen, dass dereine genommen, der andere zurückbleiben wird. (Matth. 24:40-41)

Zu dem Zeitpunkt wird das geschehen, was in 1. Kor. 15:51-54 steht: „Seht, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wohl aber werden wir alle verwandelt werden, und zwar im Nu, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenstoß; denn die Posaune wird erschallen, und sofort werden die Toten in Unvergänglichkeit auferweckt werden, und wir werden verwandelt werden. Denn dieser vergängliche Leib muss die Unvergänglichkeit anziehen, und dieser sterbliche Leib muss die Unsterblichkeit anziehen. Wenn aber dieser vergängliche Leib die Unvergänglichkeit angezogen hat und dieser sterbliche Leib die Unsterblichkeit, dann wird sich das Wort erfüllen, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod in Sieg...’“ Beachten wir, dass die Toten sofort in Unvergänglichkeit auferweckt und dass wir verwandelt werden. Das ist gewiss noch nicht geschehen. Bis jetzt sind noch alle hier. Auch das, was in l. Thess. 4:13-18 geschrieben steht, wird sich dann buchstäblich erfüllen.

Wie können Brüder behaupten, der HErr sei 1963 wiedergekommen, obwohl Bruder Branham bis zu seinem Lebensende immer wieder betont hat, dass er auf das Kommen des HErrn wartet? Am 25. Juli 1965 in der Predigt Was ist die Anziehung auf dem Berge? grüßt er viele Gemeinden namentlich und hebt dabei besonders den Gedanken hervor, dass sie auf das Kommen des HErrn warten. Er schließt sich und seine Gemeinde mit folgenden Worten mit ein: „Wir in der Heimatgemeinde, der Kapelle, sind heute Abend ebenfalls versammelt und warten auf das Kommen des HErrn.“ In der Predigt Die unsichtbare Vereinigung der Braut Christi vom 25. November 1965 sagt er auf Seite 4: „Wir halten Ausschau nach dem Kommen des HErrn in unserer Generation.“ Das zweite Kommen Christi wird genauso wie das erste ein gewaltiges Ereignis sein.