Circular Letter

RUNDBRIEF Oktober-Dezember 1986

Ewald Frank

library_books Chapters: 13 calendar_month 21. 10. 1986

Navigate

Chapters

expand_more

Navigate

Chapters

Jump to any chapter without leaving the reader.

Der vielleicht wichtigste Abschnitt begann für mich im Jahr 1966. Wie bekannt ist, fand die Beerdigung Bruder Branhams direkt nach dem Ostersonntag, nämlich am 11. April 1966, statt. Über das, was in mir vorgegangen ist, als ich den Sarg in die Gruft sinken sah, habe ich hin und wieder gesprochen, vielleicht sogar geschrieben. Ich konnte nicht begreifen, dass es wirklich geschah. Mir war unvorstellbar, wie die Brautgemeinde ohne diesen bevollmächtigten Dienst ihre Zubereitung und Vollendung erleben sollte. Nach der Beisetzung begab ich mich in mein Hotelzimmer, wo das tiefe Leid und die Tränen plötzlich von einer inneren Ruhe und Geborgenheit abgelöst wurden. Noch am gleichen Tag sprach eine innere Stimme zu mir: „Jetzt ist die Zeit gekommen, die Speise auszuteilen.“ Ohne darüber nachdenken zu müssen, wusste ich, was zu tun war.

Es ist weder vermessen noch übertrieben, wenn ich hier sage, dass keiner der Brüder zu dem Zeitpunkt an die Verbreitung der göttlichen Botschaft gedacht hat. Tief enttäuscht begab sich ein jeder an seinen Ort. Die Erwartung an die plötzliche Auferstehung Bruder Branhams hatte sich nicht erfüllt. Keiner von ihnen wusste, wie und ob es weitergehen würde.

Ich nahm sofort zu den Brüdern Kontakt auf, die zum engeren Kreis um Bruder Branham gehört hatten. Es gelang mir, Roy Borders davon zu überzeugen, dass die Predigten gedruckt werden müssen, damit wir eine Vorlage für unsere Übersetzungen haben. Pearry Green lud ich zu den Versammlungen ein, damit er Zeugnis von dem ablege, was er persönlich gesehen hat. Viele der Brüder scheinen vergessen zu haben, dass es ohne mich gar keine Verbreitung der Endzeit-Botschaft gegeben hätte, wie es ohne Bruder Branham diese Botschaft nicht geben würde. Weder in der englischen noch in einer anderen Sprache wäre sie veröffentlicht worden. Ich war es auch, den Gott dazu gebrauchte, die ersten Versammlungen anzuberaumen. Wie allen bekannt ist, habe ich das geoffenbarte Wort unter größten körperlichen Strapazen in alle Welt hinausgetragen. Damit tat ich nur, was mir aufgetragen worden war.

Mir fiel auf, wie oft Bruder Branham nach Öffnung der Siegel, wenn er sein Erlebnis vom 11. Juni 1933 erwähnte, die Betonung nicht auf sich, sondern auf die Botschaft gelegt hat. Gemäß der Predigt Der Aufgang der Sonne lautete sein Auftrag folgendermaßen:“ Wie Johannes der Täufer dem ersten Kommen Christi vorausgesandt war, wird deine Botschaft dem zweiten Kommen vorausgehen.“ Gott nimmt Seine Knechte und Propheten, aber das durch sie gebrachte Wort bleibt uns. Auch wir können in diesen Tagen mit letzter Gewissheit sagen: „Und umso fester steht uns nun das prophetische Wort, das wir besitzen...“ (2. Petr. 1:19)

Im Mai 1966 begann dieser neue Abschnitt mit der Verkündigung und Verbreitung der göttlichen Botschaft. Der Anfang wurde in der Bundesrepublik Deutschland und den Nachbarländern gemacht. Hunderte kamen, um zu hören, was Gott in unserer Zeit getan hat. Es war nicht mein Planen und Wollen, sondern der HErr, der schon im Voraus alles festgelegt hat, setzte Sein Werk fort. Wir können gewiss sein, dass es erst mit der Wiederkunft Jesu Christi seine Vollendung finden wird. Sehr schnell breitete es sich über die Grenzen Westeuropas nach Osteuropa aus, dann nach Afrika, Asien und in alle Welt.

Als Zeitspanne waren die zehn Jahre von 1968-1978, in denen unsere Rundfunkandachten über Radio Luxemburg ausgestrahlt wurden, für mich die segensreichste Zeit mit dem größten Einsatz. Diese Sendungen erreichten auch viele in Osteuropa. Überall taten sich Türen auf. In den zehn Jahren hielt ich fast dreitausend Predigten. Hinzu kamen die vielen Missionsreisen, die Übersetzungsarbeiten, die Korrespondenz und alles, was zu einem solchen Missionswerk gehört. Oft habe ich mir im Flugzeug die Bibelstellen nur kurz notiert, und jedesmal, wenn ich ansetzte, das Wort zu verkündigen, war es, als schöpfe ich aus einer nie versiegenden Quelle, aus der immer wieder Göttliches durch Inspiration hervorströmt. Oh, in welch einer Treue hat der HErr die rechten Schriftstellen geschenkt, Sein Wort erleuchtet und die Zusammenhänge offenbart! Viele können bezeugen, dass Gottes Wort wirklich frisch vom Thron erging. Einige Male habe ich die Bibelstellen, die ich lesen sollte, sogar laut gehört.