Circular Letter
RUNDBRIEF Oktober-Dezember 1986
Ewald Frank
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Chapter 10
Aus göttlicher Sicht
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Die Heilige Schrift berichtet von Anfang an über die Männer Gottes, die eine Verantwortung und einen Dienst hatten. Beides steht von ihnen geschrieben: das Gute und das Schlechte, die Heldentaten und ihre Versagen. Keiner kann sich an David aufhalten und seine Psalmen wegwerfen oder sogar das in Zweifel ziehen, was er im Namen des HErrn geredet hat, weil er Dinge tat, die nicht richtig waren. Würde Gott so denken, dann hätte Er alle Seine Knechte in Bausch und Bogen verdammen müssen. Auch die Propheten, an die das Wort erging, waren nur Menschen, obwohl sie Götter genannt wurden. (Ps. 82:6; Joh. 10:35) Es galt, zwischen den irdenen Gefäßen und dem göttlichen Inhalt zu unterscheiden.
In 1. Chr. 21:1 lesen wir beispielsweise von David: „Es trat aber Satan gegen Israel auf und verführte David dazu, eine Volkszählung der Israeliten vorzunehmen.“ Wir könnten fragen: „Was war denn so schlimm daran?“ Das Schlimme war, dass er vom Teufel hereingelegt wurde, das heißt, er handelte aufgrund einer falschen Inspiration. Obwohl er ein Prophet war, ließ er sich betören. Seit dem Garten Eden wissen wir, dass der Feind ganz raffiniert mit List und Tücke umgeht. Wenn es in sein Konzept passt, bedient er sich sogar des Wortes, nur gibt er es verdreht wieder.
Als David erkannte, dass er sich versündigt hatte, rief er aus: „...ich habe in großer Verblendung gehandelt.“ (Vers 8) Weil er ein Prophet war, wusste er, dass Offenbarungen spontan durch Inspiration kommen. Doch hier erfuhr er, dass diese auch von der verkehrten Seite stammen können, wodurch dem Volke Gottes großer Schaden zugefügt wird. Satan trat gegen das Volk Israel auf, so haben wir gelesen, und setzte an höchster Stelle an, um seine Sache durchführen zu können. Seit jeher tritt Satan gegen die Gemeinde auf, doch immer bedient er sich dazu der Menschen, die Einfluss haben.
Petrus erlebte eine spontane falsche Inspiration, die der HErr auf der Stelle korrigierte, indem Er sagte: „Mir aus den Augen, Satan! tritt hinter Mich! Ein Ärgernis bist du für Mich, denn deine Gedanken sind nicht auf Gott, sondern auf die Menschen gerichtet!“ (Matth. 16:23) Die Worte Jesu „...denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist...“ sind von allergrößter Bedeutung. Wir müssen begreifen, dass hinter menschlich plausiblen Argumenten Satan stehen kann. Er versprach Eva Klugheit. Doch gemäß Jak. 3:14-16 gibt es eine irdische, menschliche, die zugleich als teuflische Weisheit bezeichnet wird. Wo Satan den Kopf, die Überlegung, beeinflusst, entstehen falsche Inspirationen. Zank und Streit, Eifersucht und Zerwürfnisse sind die zurückbleibenden Folgen, an denen man ohne weiteres feststellen kann, welcher Geist wirksam ist. Der Geist Gottes bewirkt göttliche Weisheit, und die ist rein. „Die Weisheit dagegen, die von oben kommt, ist fürs erste lauter, sodann friedfertig, freundlich, nachgiebig, reich an Erbarmen und guten Früchten, frei von Zweifel und ohne Heuchelei. Aber die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden für die gesät, die Frieden stiften.“ (Jak. 3:17-18)
Gottesmänner erlebten sowohl Siege als auch Niederlagen, sie empfingen Lob und Tadel. Doch alles diente ihnen zum Besten, sie wurden gefestigt und gingen ihren Weg mit Gott weiter. Dabei hatten sie sich vor keinem Menschen, sondern nur vor Gott zu verantworten. Es waren Menschen, die sie zur Rechenschaft ziehen wollten, wie es die Freunde Hiobs taten. Doch nicht sie, sondern Hiob war im Recht. Er sagte: „Wie lange wollt ihr mein Herz noch betrüben und mich mit Reden martern? Schon zehnmal habt ihr mich geschmäht; ihr schämt euch nicht, mir wehzutun! Und hätte ich mich wirklich verfehlt, so wäre doch meine Verfehlung meine eigene Sache.“ (Hiob 19:2-4) Geht nicht gerade aus der Geschichte Hiobs hervor, dass Satan seine Wut an ihm ausgelassen hat und sogar seine Frau ihm zu sterben riet? Zum Trost wird uns gesagt, dass wir auf den Ausgang schauen sollen, den der HErr dem Hiob bereitet hat. (Jak. 5:11)
Der Zorn des HErrn jedoch entbrannte gegen die Freunde, die ihm das Leben schwergemacht haben, und am Schluss musste Hiob für sie eintreten, sonst hätte Gott mit ihnen abgerechnet. Ein Knecht des HErrn steht und fällt nur seinem HErrn und keinem anderen—keiner Frau, keiner Familie, keiner Gemeinde — nur dem HErrn, der ihn in Seinen Dienst gestellt hat. Paulus schreibt unter der Leitung des Heiligen Geistes: „Wie kommst du dazu, dich zum Richter über den Knecht eines andern zu machen? Er steht oder fällt seinem eigenen HErrn; und zwar wird er stehen bleiben, denn sein HErr ist stark genug, ihn aufrecht zu erhalten.“ (Rom 14:4)
Ich bin von der nahen Wiederkunft Jesu Christi überzeugt und glaube an die Vorherbestimmung Gottes. Alles geht an Ihm vorbei. In den vergangenen Jahren wurde offenbar, wie sehr zerstörerische Geister von Menschen Besitz ergreifen können. Diese Geister sind fromm, und die Menschen dünken sich moralisch tadellos. Deshalb meinen sie, es sei die Salbung des Geistes, die sie inspiriert. Sie empfinden ein Freude- und Wonnegefühl, nachdem sie Schaden angerichtet haben. Sie lassen den Gedanken, dass etwas nicht stimmen könnte, gar nicht in sich aufkommen; sie sind doch fehlerfrei und meinen es ganz aufrichtig. Doch es fällt ihnen nicht auf, dass sie keine einzige Seele zum HErrn führen, aber viele ermordete Seelen zurücklassen.
Die Zeit, ein klärendes Wort zu sprechen, ist gekommen. Ich gehöre zu denen, die alles Gott überlassen und möglichst wenig sagen möchten, denn nur Er kann Herzen lenken und eine Situation und Menschen ändern. Man muss nicht geistlich sein, um zu wissen, dass der private Bereich privat geklärt werden muss. Man braucht nicht besonders intelligent sein, um zu wissen, dass Dinge, die in der Ehe passieren, nur innerhalb der Ehe geregelt werden können. Jeder weiß auch, dass Familienprobleme innerhalb der Familie zu lösen sind. Genauso muss allen einleuchten, dass Gemeindeangelegenheiten nicht an die Öffentlichkeit gehören, sondern da geklärt werden müssen, wo sie entstehen. Wer dieses ABC des Verhaltens nicht beachtet, hat die elementarsten Dinge nicht begriffen. Doch wir leben in der Zeit der Skandale, und auch die Gemeinde bleibt vom Zeitgeist nicht verschont.
Nachdem so vieles mündlich und schriftlich in die Öffentlichkeit hinausposaunt worden ist, bleibt mir keine andere Wahl, als kurz auf einige Geschehnisse einzugehen, auch wenn mancher Mühe haben wird, bestimmte Vorgänge nachzuvollziehen. Wenn ich länger schweige, lade ich Schuld auf mich.
Wie bereits erwähnt, ist jeder Mensch seit Adam und Eva zwei verschiedenen Einflüssen ausgesetzt, und deshalb müssen wir alles anhand des Wortes Gottes prüfen. Indem Adam glaubte, was Eva sagte, und tat, was sie von ihm verlangte, geriet er unter die Macht Satans. Gott der HErr hatte zu Adam gesprochen; Satan, die alte Schlange, machte sich an Eva heran und verführte sie. Danach betörte sie Adam. Das hatte Paulus vor Augen, als er den Frauen verbot, das Wort zu lehren und sich die Gewalt über den Mann anzumaßen. (1. Tim. 2:11-14)
Weil einfach zu befürchten ist, dass sie schneller unter falschen Einfluss geraten, deshalb schrieb Paulus in 1. Kor. 14:34-36 die ernste Mahnung: „Die Frauen sollen in den Gemeindeversammlungen schweigen...“ Der Apostel hatte in diesem Punkt das SO SPRICHT DER HERR. Er bekräftigt das Gesagte mit folgenden Worten: „Wenn jemand sich für einen Propheten oder für einen Geistbegabten hält, so muss er erkennen, dass das, was ich hier schreibe, das Gebot des HErrn ist.“ (Vers 37) Heute ist es umgekehrt: Frauen, die sich geistlich dünken, lachen über solch ein Wort. Welche Art von Salbung ist dann auf ihnen?
Jeder Gläubige muss zugeben, sich des Öfteren geirrt oder etwas nicht richtig beurteilt bzw. eingeordnet zu haben. Wie Bruder Branham betonte, besteht bei Menschen, die Gaben betätigen, immer die Gefahr der falschen Inspiration; dafür können die Betreffenden nichts. Deshalb müssen wir wachsam sein. Doch darum allein geht es letztendlich nicht. Es geht um die Menschen, die bewusst etwas Eigenes, das sie sich selbst zurechtgelegt haben, vortragen. In ihrer Selbstüberschätzung meinen sie, den Willen Gottes gedanklich erfasst zu haben, und möchten dem HErrn behilflich sein. Sie wissen, dass es ihre eigenen Gedanken sind, und dennoch tragen sie es als „So spricht der Herr“ vor. Ein schlimmeres Vergehen an der Gemeinde des lebendigen Gottes gibt es nicht. In den Schuhen eines solchen Menschen, der das Volk Gottes wissentlich belügt, möchte ich am Tagendes Gerichts nicht stehen.
Bruder Branham erwähnt, des öfteren darum gebeten worden zu sein, die Menschen zu belehren, wie sie Geistesgaben empfangen können. Notwendiger ist es aber, dass diejenigen, die Geistesgaben betätigen möchten, die gründliche biblische Belehrung über ihren Gebrauch erhalten und danach tun. Als erstes müssen alle erkennen, dass es im Neuen Testament keine Prophetinnen, Apostelinnen, Evangelistinnen, Lehrerinnen und Pastorinnen gibt. Für die Schwestern gibt es nur die Möglichkeit, die Gabe der Weissagung, der Zungenrede und der Auslegung zu betätigen. Diese drei Gaben müssen geprüft werden, ehe sie angenommen werden können; es sind Inspirationsgaben.
Im Neuen Testament gibt es nur eine Frau, die sich als Prophetin gebärdete, (Offbg. 2:20) und sie wurde mit Isebel verglichen. Sie gab sich als Lehrerin aus und stand so im Gegensatz zu den für die neutestamentliche Gemeinde gegebenen Anordnungen. Eine Frau hat kein Recht, die Bibel zur Hand zu nehmen und jemanden zu belehren. Wenn Männer stillsitzen und sich von einer Frau belehren lassen, dann sind sie schon im Einflussbereich Satans. Von Isebel, der Frau Ahabs, wird gesagt, dass sie Zauberei getrieben hat. (2. Kön. 9:22) An die Galater schreibt Paulus: „Wer hat euch bezaubert?“ Falsche Weissagungen haben die gleiche Auswirkung wie Wahrsagerei und Zauberei. Ohne sich dessen bewusst zu sein, geraten die Menschen unter einen Bann und können erst, nachdem sie es erkannt haben und für sich beten lassen, Befreiung erleben.
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