Circular Letter

RUNDBRIEF Oktober-Dezember 1986

Ewald Frank

library_books Chapters: 13 calendar_month 21. 10. 1986

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Wer zurückschaut, kann nicht vorwärtsgehen. Andererseits muss die Vergangenheit bewältigt worden sein, ehe man sich mit der Zukunft befassen kann.

Weil das Jahr 1979 immer wieder hervorgehoben wird, werden alte Erinnerungen in mir wach. Was ich damals nicht wahrhaben wollte, tritt immer deutlicher zutage: Satan wollte mich beseitigen bzw. dazu zwingen, mit dem Predigen aufzuhören. Das ist ihm nicht gelungen, deshalb versucht er mich weiterhin auf jede Art und Weise unmöglich zu machen. Diejenigen, die auf sein Täuschungsmanöver hereinfallen, weichen vom Wort ab, und er kann sie weiter ungehindert an der Nase herumführen und narren. Dieselben frommen Irrgeister, die hier tätig waren, setzen ihre Zerstörungsarbeit allerorts unvermindert fort. Die betörten Menschen sprechen es offen aus und sagen: „Du darfst nicht mehr predigen.“ Andere behaupten: „Du hast ja gar nichts zu predigen, weil du das Neuoffenbarte nicht verkündigst!“ Es heißt: „Ihr seid stehengeblieben, wir gehen weiter!“ Fragt sich nur, in welche Richtung!

Ich möchte mich mit den Menschen, die von schädlichen Geistern beherrscht werden und sich dabei wohlfühlen, nicht auseinandersetzen, kann aber auch nicht länger zu allem schweigen. Mir geht es um das Werk Gottes, dem ich mich verpflichtet weiß und für das ich Rechenschaft ablegen muss. Wenn jetzt gewisse Dinge zur Sprache kommen, so geschieht es nur deshalb, damit allen klar wird, dass die Angriffe des Feindes im Grunde genommen gar nicht mir als Mensch gelten, denn ich habe keinem etwas zuleide getan. Die Wut Satans richtet sich gegen den Dienst, den Gott eingesetzt hat. Es ist die göttliche Botschaft, die er tödlich hasst und am liebsten vernichten möchte; also stürzt er sich auf den, der sie trägt. Hat Satan nicht seit Kain das Blut der Propheten von Abel bis Zacharias vergossen? Weshalb? Doch nur, weil sie Träger des Wortes waren! Amen.

Was kann ich dafür, dass der HErr mich mit hörbarer Stimme in Seinen Dienst gerufen hat? Was kann ich dafür, dass Er einige Male zu mir sprach? Ich habe darauf überhaupt keinen Einfluss! Was konnte Bruder Branham dafür, dass der HErr ihm geboten hatte, die Speise einzulagern? Was kann ich dafür, dass Er mich beauftragte, sie auszuteilen? Bruder Branham hat in mehreren Predigten von der Einlagerung gesprochen In der Predigt Ist dies die Zeit? vom 30. Dezember 1962 auf Seite 52 sagte er „Ich habe, so gut ich konnte, danach gehandelt, was die Visionen und Träume usw. aussagten. Ich habe so viel Speise für sie eingelagert, wie ich konnte.“

Nicht ein einziges Mal aber erwähnt er, dass der HErr ihn auch dazu beauftragt hat, sie auszuteilen. Welch eine Übereinstimmung! Nur Gott kann alles so vollkommen ordnen. Ich habe es nicht nötig, etwas zu erdichten. Mein Erlebnis vom 2. April 1962 und der damit verbundene Besuch bei Bruder Branham wurden bereits Anfang 1963 vom „Mehr-Licht“-Verlag in der Ausgabe 6, Jahrgang 37, veröffentlicht. Es wäre genügend Zeit gewesen, Bruder Branham in den drei Jahren bis zu seinem Heimgang danach zu fragen. Im Übrigen haben Bruder Russ und Bruder Schwill die beiden Brüder Woods und Sothmann, die bei jenem Gespräch mit Bruder Branham anwesend waren, bei unserem gemeinsamen Besuch in Jefferson-ville im Dezember 1974 kennengelernt.

Durch den Propheten Arnos ließ Gott sagen: „‚Siehe, es werden Tage kommen,’ so spricht Gott der HErr, da will Ich einen Hunger ins Land senden, doch nicht einen Hunger nach Brot und nicht einen Durst nach Wasser, sondern danach, die Worte des HErrn zu hören.’“ (Kap. 8, 11) Ich bin Gott so dankbar, dass Bruder Branham aufgrund göttlicher Offenbarung mein Erlebnis vom 2. April 1962 bestätigt und gesagt hat: „Warte mit der Austeilung der Speise, bis ihr den Rest bekommt, der dazugehört!“ Das verstand ich zu dem Zeitpunkt zwar nicht, wagte aber auch nicht, danach zu fragen. Ich kam betrübt zurück, weil ich direkt mit dem Anfang meines Dienstes gerechnet hatte, nun aber warten sollte. Die drei Jahre Wartezeit waren furchtbar für mich, doch der HErr weiß, wann Er eine Verheißung gibt, und Er allein bestimmt, wann sie erfüllt wird. Die Bestätigung eines Auftrages ist seine Verwirklichung.

Während meines Besuchs in Edmonton, Kanada, Anfang der siebziger Jahre, kam ein Bruder an einem Abend zu mir und sagte: „Bruder Frank, dein Dienst hat solch eine Auswirkung in der ganzen Welt, er müsste doch in der Bibel begründet sein.“ Während der Zeit gab ich auf all meinen Missionsreisen die Adresse von Edmonton an, und dieser Bruder hat zusammen mit einem Team die englischen Broschüren in großen Mengen versandt Als er diese Frage an mich richtete, winkte ich ab und sagte: „Mein Bruder, ich tue nur, was der HErr mir geboten hat, aber einen Hinweis in der Bibel gibt es für meinen Dienst nicht, sondern nur für den Dienst Bruder Branhams.“ Es war am nächsten Morgen, knapp zwölf Stunden später, als ich laut und deutlich die Stimme des HErrn vernahm: „Mein Knecht, Ich habe dich gemäß Matth. 24, Vers 45, dazu gesetzt, Meinem Volke die Speise auszuteilen.“ Ich kann nur sagen: Was ist der Mensch? Wer bin ich, dass Gott sich meiner erbarmt hat? ER nimmt, wie Paulus geschrieben hat, das, was nichts vor der Welt ist, damit Ihm allein die Ehre bleibt.

Der Dienst Johannes des Täufers wurde in den Evangelien, und besonders vom HErrn selbst, biblisch begründet. In Markus 1:1-3 wird auf Jesaja 40:3 und Maleachi 3:1 Bezug genommen. In Matth. 11:10 sagt Jesus: „Denn dieser ist es, auf den sich das Schriftwort bezieht: ‚Siehe, Ich sende Meinen Boten vor Dir her, der Dir den Weg bereiten soll.‘“

Der HErr Jesus begann Seinen Dienst in Nazareth damit, dass Er aus Jesaja 61 die auf Ihn zutreffende Stelle las. (Luk. 4:17-21) Der Ausspruch: „Heute ist dieses Schriftwort, das ihr soeben vernommen habt, zur Erfüllung gekommen!“ ist allen bekannt. Ob es sich um Prophetie oder Verheißungen handelte, beides ist in der Erfüllung nachgewiesen worden. Immer hatte Gott Männer, die zur rechten Zeit das rechte Wort im rechten Zusammenhang gebrauchten.

Wie Paulus als Heidenapostel auf Jesaja 49:6 und andere Stellen hinweisen konnte, so hat Bruder Branham auf Maleachi 3:23 und andere Bibelstellen hingewiesen, die sich auf seinen Dienst bezogen. Dasselbe muss jetzt sein, denn es handelt sich um die Fortsetzung der heilsgeschichtlichen Entwicklung. Ich habe es nicht gewusst und den Gedanken zunächst von mir gewiesen. Doch wenn mein Dienst nicht in der Bibel begründet wäre, dann wäre er ja gar nicht biblisch, oder? Gott hat die verschiedenen Dienste in die Gemeinde gesetzt. Eine Berufung, die aus Seinem Munde ergangen ist, kann Ihn nicht gereuen. Sie ist unwiderruflich. (Rom 11:29) Von weltlichen Königen lesen wir, dass Gott sie ein- und absetzt (Dan. 2:21), nie aber hat Er jemals einen Menschen von einem Auftrag entbunden, den Er selber erteilt hat. Da wir es mit Gott zu tun haben, müssen wir Seine Entscheidungen respektieren.

Wer Matth. 24 liest, wird nicht übersehen können, dass es dabei in der Hauptsache um die Endzeit geht. Von Vers 42 bis 44 wird uns gesagt, dass wir wachsam sein sollen, weil der Menschensohn zu einer Stunde kommt, da wir es nicht vermuten. In Vers 45 spricht dann der HErr von dem klugen Knecht, der die Speise zur rechten Zeit austeilt. In Vers 46 preist Er ihn selig, wenn Er ihn bei Seiner Rückkehr in dieser Tätigkeit antrifft. In Vers 47 steht: „ER wird ihn über Seine sämtlichen Güter setzen.“ Das ist die völlige Wiedererstattung. Es ist sogar chronologisch geordnet.

In Kapitel 25 ist von dem Kommen des Bräutigams die Rede und davon, dass die klugen Jungfrauen mit Ihm zum Hochzeitsmahl eingehen werden. Sie sind es, die mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, der das Wort geoffenbart und damit zum frischen Manna gemacht hat. Gleichzeitig füllen sie ihre Krüge. Das vom Himmel gefallene Manna war die Speise für die Israeliten auf ihrer Wanderschaft. Sie empfingen auch Seinen Geist, und ihr Durst wurde gestillt. In Neh. 9:20 steht: „DU gabst ihnen auch Deinen guten Geist, um sie zu unterweisen; Du versagtest ihrem Munde Dein Manna nicht und gabst ihnen Wasser für ihren Durst.

Zu einem bleibenden Zeugnis wurde das Manna in einem Krug in die Bundeslade gestellt. (Hebr. 9:4) Gott hat uns jetzt das verborgene Manna durch Offenbarung aller Geheimnisse des Wortes als geistliche Speise gegeben. Diese Verheißung gilt nur den Überwindern (Offbg. 2:17) und kann deshalb nur von ihnen angenommen werden. Sie allein sind es, die Ohren haben zu hören, was der Geist den Gemeinden sagt. Vielleicht hat der Bruder aus der DDR recht, der vor kurzem zum Ausdruck brachte, dass der Dienst des klugen Knechtes nur für die klugen Jungfrauen sein wird. Was aber ist, wenn auch derjenige recht hat, der sagte: „Wenn Bruder Frank eine Berufung von Gott hat, dann haben wir alle die Sünde wider den Heiligen Geist begangen.“? Darüber lohnt es sich nachzudenken. Alle diejenigen, die jahrelang gesegnet wurden und sich dann irremachen ließen, müssen jetzt ihr Gewissen beruhigen und die Berufung hinwegerklären, um vor sich selbst bestehen und ihr Tun entschuldigen zu können. Vor Gott wird das einmal als Selbstbetrug offenbar werden.

Da der Dienst in Einfachheit geschieht, werden es nur diejenigen erkennen, die keine eigenen Vorstellungen haben. Wer Speise austeilt, muss nicht eine besondere Stimmung hervorbringen, er muss den Hunger der Menschen stillen. Das Volk wird zusammengerufen nach der Weisung: „Versammle Mir Mein Volk...“ Es lagert sich in der Gegenwart des HErrn, um gespeist zu werden. Jesus gebot denen, die das Brot aus Seiner Hand empfangen hatten: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Matth. 14:15-21) Das aus dem Munde des HErrn ergangene Wort ist die reine Speise für uns in dieser Zeit.