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Das Traditionelle Christentum

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 32 calendar_month 13. 12. 1992

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In unserer Zeit ist es nicht einfach, an die Menschen mit dem Thema über Gott und Glauben heranzutreten. Die einen betrachten es als überholt und total veraltet. Andere suchen das Göttliche in sich selbst und in der Natur, wieder andere leugnen die Existenz Gottes. Und dann gibt es solche, die nur von einer höheren Macht sprechen. Bei Katastrophen fragen aber eigenartigerweise auch diejenigen, die behaupten, nicht zu glauben: „Warum läßt Gott dieses und jenes zu?“

Seitdem ganz offen bekannt wird, was im Namen Gottes unter dem Deckmantel der Religion geschehen ist und noch geschieht, verlieren immer mehr Menschen ihr Vertrauen an eine Gerechtigkeit, weil sie die religiöse Institution mit Gott auf die gleiche Stufe stellen. Historiker haben im Laufe der Zeit viele Bücher mit Berichten über die Mißstände in den verschiedenen Epochen gefüllt. Was aber von mutigen Autoren gerade in jüngster Zeit zutage gefördert wird, ist in der Tat eine erdrückende Last.

In allen Religionen gibt es aber Menschen, die sich dessen bewußt sind, daß nicht nur ein irdischer, sondern auch ein überirdischer Bereich existiert. Es leuchtet ein, daß der Mensch nicht geboren wird, um zu sterben, sondern um zu leben.

Im Grunde genommen sind es nur wenige, die wirklich davon überzeugt sind, daß mit dem Tod alles aus ist, aber auch diese werden spätestens in der Sterbestunde feststellen, daß sie sich geirrt haben.

Jeder Mensch wird ja in einem bestimmten Land in eine Religion oder Weltanschauung bzw. Ideologie hineingeboren, von der er dann normalerweise annimmt, daß sie die richtige ist.

Der fast unbegreifliche Fortschritt, die Entwicklung vom Pferdewagen zu den modernsten Trägerraketen, vom Kutscher zum Astronauten und Kosmonauten bestätigt, was Gott vor fast sechstausend Jahren von den Menschen sagte: „… hinfort wird ihnen nichts mehr unausführbar sein“ (1. Mose 11, 6). Die Folge davon ist, daß der Mensch mehr und mehr an sich und sein Können glaubt und gleichzeitig Gott und Sein Wort immer stärker anzweifelt und ablehnt.

Der Widersacher Gottes hat schon im Garten Eden das Wort des Schöpfers mit dem „Sollte Gott wirklich gesagt haben …“ in Zweifel gezogen, Ihn dabei aber nicht geleugnet. Heute inspiriert er die aufgeklärten Menschen in ihren intellektuellen und wissenschaftlichen Überlegungen mit den unterschiedlichsten Argumenten zur Auflehnung gegen den Schöpfer. Das Wort Gottes wird von vielen angezweifelt, weil sie auf das versagende menschliche Handeln derer schauen, die den Anspruch stellen, Ihn zu repräsentieren.

Wer davon überzeugt ist, daß die gesamte Schöpfung ohne einen Schöpfer aus einem Urknall entstanden ist, sollte sich einen Ort, an dem eine Explosion stattgefunden hat, einmal genauer ansehen. Wer glaubt, alle Lebewesen haben sich aus einer Urzelle entwickelt, muß auch sagen, wer die Urzelle ins Leben gerufen hat! Wer die Evolutions-Theorie vertritt, muß auch erklären, wieso es noch all die verschiedenen niederen Lebewesen gibt, wenn sich doch alles weiterentwickelt hat. Der Schöpfer sprach: „Alles bringe nach seiner Art hervor!“, und so ist es noch heute. Jedes zur Welt kommende Leben ist ein täglich millionenfach wiederkehrendes Schöpfungswunder.

Behauptungen, die an der immer neu erwiesenen Realität vorbeiführen, stammen alle aus der gleichen Quelle und haben dasselbe Ziel, nämlich den Schöpfungsbericht der Bibel unglaubwürdig zu machen und den Schöpfer als überflüssig hinzustellen.

Bemerkenswert ist auch folgende Tatsache: Von Gott gesandte Propheten stifteten keine Glaubensrichtung, noch sind sie als Religionsgründer in die Geschichte eingegangen. Weder Henoch noch Noah, weder Abraham noch Mose, weder Elia noch Jesaja — kein Prophet, der wirklich von Gott gesandt war, gründete eine Religion. Diese Tatsache ist von größter Bedeutung. Sie alle gaben nur weiter, was sie von Gott empfangen hatten. Deshalb bildet das ganze Alte Testament eine harmonische Einheit. Nur Einer galt als der Redende und Wirkende, nämlich Gott der HErr, der Seinen Plan denen anvertraute, die Er selbst berufen hatte. Diese Männer waren Sein Sprachrohr. Sie lebten zu verschiedenen Zeiten und trugen nach Maßgabe des göttlichen Auftrages ihren Teil der Prophetie zur Vervollständigung des vorausgesagten Heilsratschlusses hinzu. Obwohl sie in verschiedenen Jahrhunderten und Jahrtausenden auftraten, finden wir keinen Widerspruch, sondern vollkommene Übereinstimmung in ihren Schriften.

Die von Gott gesandten Apostel waren ebenfalls keine Religionsgründer. In Demut und Einfachheit führten sie den überwältigenden Nachweis, daß sich die alttestamentlichen Weissagungen auf das genaueste erfüllt hatten. Was aber die Gründung der Gemeinde und ihren Aufbau betrifft, so überließen sie das ganz und gar dem HErrn der Herrlichkeit, der gesagt hatte: „ICH will bauen Meine Gemeinde …“ ER hat das weder dem Apostel Petrus noch Paulus oder einem anderen übertragen. Allerdings hat Er verschiedene Dienste zur Auferbauung in die Gemeinde gesetzt (Eph. 4, 11; 1. Kor. 14, 28 u. a.). Die biblische Gemeinde ist keine von Menschen organisierte Institution, sondern ein lebendiger Organismus. Sie ist die einzige geistliche Einrichtung Gottes auf Erden und besteht aus erlösten und begnadigten Menschen. Sie wird auch Tempel Gottes (Eph. 2, 21) oder Haus Gottes (Heb. 3, 6) genannt. Gott wohnt in keinem von Menschen erbauten Tempel oder sakralen Gebäude (Jes. 66, 1-2; Apg. 7, 48-49). ER wohnt nur im Herzen der Seinen. Es ist deshalb notwendig, zum Ursprung, zum Anfang, zurückzugehen, um wirklich zu erfahren, was die Gemeinde Gottes ist (1. Tim. 3, 15), wie sie glaubt, was sie lehrt und wie sie tauft etc. Darauf gibt nur das Buch der Wahrheit, das Wort Gottes, die Antwort. Auf dieser Grundlage und in der Verantwortung vor Gott ist auch diese Schrift verfaßt.

Bei den vielen Bibelübersetzungen, die ja alle ihre Vorzüge haben, entschied ich mich, bei Wiedergabe der Bibelstellen fast ausschließlich die Übersetzung von Dr. Hermann Menge zu verwenden.