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Das Traditionelle Christentum

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 32 calendar_month 13. 12. 1992

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Zunächst muß kurz auf die Bedeutung des Passahmahles im Alten Testament eingegangen werden. Die Einsetzung des Abendmahles fand während eines Passahmahles statt. Der HErr sprach: „Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: ,Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will Ich das Passahmahl mit Meinen Jüngern halten.‘ “ (Matth. 26, 18). Bei diesem Mahl tauchte Judas seine Hand mit dem HErrn in die gleiche Schüssel. Deshalb sagte Jesus: „Der die Hand zusammen mit Mir in die Schüssel getaucht hat, der wird Mich verraten“ (Vs. 23).

Der Evangelist Markus berichtet über die Vorgänge im einzelnen: „Und während des Essens nahm Jesus ein Brot, sprach den Lobpreis Gottes, brach das Brot und gab es ihnen mit den Worten: ,Nehmet! Dies ist Mein Leib.‘ Dann nahm Er einen Kelch, sprach das Dankgebet und gab ihnen den, und sie tranken alle daraus; und Er sagte zu ihnen: ,Dies ist Mein Blut, das Bundesblut, das für viele vergossen wird.‘ “ (Mark. 14, 22-24). Es gibt kaum einen Text in der ganzen Bibel, der so mißverstanden und mißgedeutet wurde, wie dieser über das Abendmahl. In der eben zitierten Bibelstelle stand die Schließung des neuen Bundes bevor. Das Blut des neuen Bundes wurde nicht bei diesem Passah- und Abendmahl vergossen, sondern am Kreuz auf Golgatha. Während des Mahles befand sich das göttliche Blut noch in dem Erlöser, nicht in dem Kelch. Wir müssen die betreffende Stelle aus der Sicht der alttestamentlichen Bundesschließung betrachten, um zu begreifen, welche Bewandtnis es mit dem Abendmahl und der neutestamentlichen Bundesschließung hat.

Gott der HErr hatte Mose alle Verordnungen mitgeteilt. Dieser schrieb sie auf und teilte sie dem Volk mit: „Hierauf nahm er das Bundesbuch und las es dem Volke laut vor; und sie erklärten: ,Alles, was der HErr geboten hat, wollen wir tun und willig erfüllen.‘ Dann nahm Mose das Blut und besprengte mit ihm das Volk, wobei er ausrief: ,Dies ist das Blut des Bundes, den der HErr mit euch auf Grund aller dieser Gebote geschlossen hat!‘ “ (2. Mose 24, 7-8).

Das Volk des alten Bundes hatte die Erlösung, Befreiung und Herausführung aus der Knechtschaft erlebt, und zwar zu dem Zeitpunkt, als gemäß der göttlichen Verordnung in jedem Haus das Lamm geschlachtet, das zubereitete Fleisch gegessen und das Blut zum eigenen Schutz an die Türpfosten gestrichen wurde. Es war ein Zeichen, das der Würgeengel respektieren mußte. In einem Haus, das unter dem Schutz des Blutes stand, durfte er den Erstgeborenen nicht töten.

Über die Einsetzung des Passahmahles heißt es in 2. Mose 12, 1-13. „Dabei soll dann das Blut an den Häusern, in denen ihr euch befindet, ein Zeichen zu eurem Schutz sein; denn wenn Ich das Blut sehe, will Ich schonend an euch vorübergehen, und es soll euch kein tödliches Verderben treffen, wenn Ich den Schlag gegen das Land Ägypten führe.“ Alle Erstgeborenen der Israeliten blieben verschont. Das Blut des Lammes bot Sicherheit vor dem Verderben. Der Bund, den Gott mit Seinem Volke schloß, wurde damit rechtskräftig. Vers 14 nimmt Bezug auf das Passah: „Dieser Tag soll dann für euch ein Gedächtnistag sein, den ihr zu Ehren des HErrn festlich begehen sollt!“ Ein Gedächtnis an die Rettung — die Herausführung und Bewahrung, die Gott Seinem Volke geschenkt hatte.

Hier fallen zwei Dinge auf: einmal, daß dieses vergossene Blut für das Volk Israel den Bund rechtskräftig machte und den Erlösten das Leben rettete; zweitens, daß die Feier zum Gedächtnis der Erlösung und Herausführung eingesetzt wurde. Diese beiden Tatsachen finden sich auch bei dem Abendmahl im Neuen Testament bestätigt.

Es ging darum, daß die Erlösten sich bereit erklärten, das ganze Wort Gottes zu befolgen und zu tun. Erst danach besprengte Mose es mit dem Blut als sichtbares Zeichen, daß diese erlöste Gemeinde unter dem Schutz des Blutes steht. Zum Gedächtnis sollte Israel das Passahmahl feiern.

In Luk. 22 spricht unser HErr: „ ,Herzlich habe Ich Mich danach gesehnt, dieses Passahmahl vor Meinem Leiden noch mit euch zu essen‘ … Dann nahm Er Brot, sprach den Lobpreis Gottes, brach das Brot und gab es ihnen mit den Worten: ,Dies ist Mein Leib, der für euch dahingegeben wird, das tut zu Meinem Gedächtnis!‘ “ (Vs. 15 + 19). Beim Abendmahl denken die neutestamentlich Gläubigen an die vollbrachte Erlösung durch das Blut des neuen Bundes, welches für das Volk des neuen Bundes vergossen wurde. Der HErr hat symbolisch dargestellt, worum es ging. Das Brot, das Er brach, war für das Passahmahl zubereitet worden und somit ohne Sauerteig. Der Wein, den Er Seinen Jüngern aus dem Kelch zu trinken gab, war vom Weinstock. Nach Matthäus sprach der HErr: „ICH werde von nun an von diesem Erzeugnis des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu jenem Tage, an dem Ich es mit euch neu trinken werde im Reiche Meines Vaters“ (Matth. 26, 29). So sichtbar, wie das Brot gebrochen wird, so sichtbar wurde der Leib Jesu geschlagen, gemartert und gekreuzigt. So gewiß der Wein im Kelch ist, so gewiß floß das Blut des Gotteslammes zur Vergebung unserer Sünden.

Gelitten hat nicht das Brot, das gebrochen und gegessen wurde, sondern unser HErr hat in Seinem Fleischesleibe alles auf sich genommen und für die ganze Menschheit gelitten. Der Wein wurde weder verwandelt noch vergossen, er wurde beim Abendmahl von den Anwesenden getrunken. Vergossen wurde das heilige Blut unseres Erlösers, damit ist Er selbst als Hoherpriester „in das himmlische Heiligtum eingetreten und hat eine ewiggültige Erlösung ausfindig gemacht“ (Hebr. 9, 12b). Weiter wird ausgeführt: „… um wievielmehr wird da das Blut Christi, der kraft ewigen Geistes sich selbst als ein fehlerloses Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen!“ (Vs. 14).

Von einer Verwandlung des Brotes und des Weines steht nichts geschrieben. Wenn der HErr sagt, indem Er das Brot in den Händen hält: „Dies ist Mein Leib …“, dann braucht er nicht mehr durch eine Zeremonie mit Glockengeläut verwandelt zu werden. Wenn der HErr sagt: „Dies ist Mein Blut …“, dann braucht es ebenfalls nicht erst noch verwandelt zu werden. Da Er den Seinen nicht wörtlich und buchstäblich Fleisch von Seinem irdischen Leibe und Blut gegeben hat, ist klar ersichtlich, daß es sich hier um eine symbolische Darstellung handelt.

Auch davon, daß Christus sich jedesmal neu für die Lebenden und sogar für die Verstorbenen im Abendmahl opfert und in der Hostie zum Herrgott selbst wird, den dann die Menschen verspeisen (welch furchtbarer Gedanke!), wird in der Heiligen Schrift natürlich nichts erwähnt. Das steht im direkten Widerspruch zur Lehre Christi, die von Ihm aussagt: „… dieser dagegen hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht … Denn durch eine einzige Darbringung hat Er die, welche sich heiligen lassen, für immer ans Ziel gebracht … ,Dies ist der Bund, den Ich nach jenen Tagen mit ihnen schließen werde‘ … und ,ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten will Ich nicht mehr gedenken.‘ Wo diese aber Vergebung gefunden haben, da ist keine Darbringung für Sünde mehr erforderlich“ (Hebr. 10, 12-18).

Wer in diesem Kapitel weiterliest, findet darin den heilsgeschichtlichen Gedanken ausgedrückt, daß durch das Blut Jesu der neue und lebendige Weg in das himmlische Heiligtum freigemacht wurde. Das, was auf Golgatha geschah, ist ein für allemal geschehen und rechtskräftig für alle, die durch den Glauben an Jesus Christus die Vergebung ihrer Sünden und ewiges Leben empfangen. Die Bibel sagt: „Und so gewiß es den Menschen bevorsteht, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, ebenso wird auch Christus, nachdem Er ein einziges Mal als Opfer dargebracht worden ist, um die Sünden vieler wegzunehmen, zum zweiten Mal ohne Beziehung zur Sünde denen, die auf Ihn warten, zum Heil erscheinen“ (Hebr. 9, 27-28). Christus opfert sich doch nicht täglich millionenfach. Das ist unmöglich und völlig unbiblisch.

Die katholischen Begriffe „Wandlung“ und „Meßopfer“ sollen zum Ausdruck bringen, daß die Substanzen Brot und Wein in den wirklichen Leib und das tatsächliche Blut Christi verwandelt und jedesmal neu geopfert, dann gegessen und getrunken werden. Wenn das wirklich geschähe, wäre das furchtbar. Nicht nur für die Vegetarier! Doch dies geschieht nicht, es ist weder verheißen worden, noch gab es im Urchristentum und in den ersten Jahrhunderten einen solchen Aberglauben. Eigenartigerweise befindet sich im Tabernakel nur die Hostie, die der Priester den Teilnehmern auf die Zunge legt. Den Wein trinkt er dann für alle. Altarglocken, Weihrauh, das Rufen von „Sanctus, sanctus, sanctus“ sowie das Niederknien vor dem Tabernakel und die davor verrichtete Anbetung — dies alles ist der wahren Gemeinde Jesu Christi völlig fremd.

Die Urgemeinde feierte das Abendmahl in einfacher Weise. Man nannte es „Brotbrechen“, das hin und her in den Häusern stattfand. „Sie hielten aber beharrlich fest an der Lehre der Apostel und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg. 2, 42). Sehr wichtig sind die Ausführungen des Apostels Paulus in 1. Kor. 10 und 11: „Ich rede ja doch zu euch als zu verständigen Leuten: urteilt selbst über das, was ich sage! Der Kelch des Segens, den wir segnen; ist er nicht die Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Das Brot, das wir brechen: ist es nicht die Gemeinschaft mit dem Leibe Christi? Weil es ein einziges Brot ist, sind wir trotz unserer Vielheit doch ein einziger Leib, denn wir alle teilen uns in das eine Brot“ (1. Kor. 10, 15-17). Welch ein klares Zeugnis!

Noch heute feiert eine biblische Gemeinde das Abendmahl so, wie es in der Urgemeinde eingesetzt und gehandhabt wurde: Es wird ein Brot aus Weizenmehl gebacken, natürlich ohne Sauerteig, entsprechend der Anzahl der Teilnehmer. Der Hirte einer lokalen Gemeinde erhebt das Brot, dankt Gott dafür und segnet es im Namen des HErrn. Danach wird es gebrochen und von den Ältesten allen Teilnehmern gereicht, und jeder nimmt ein Stück von dem gebrochenen Brot, denn die Gesamtgemeinde besteht aus vielen Gliedern und bildet den Leib Christi. Das Brot soll die Einheit des Leibes, d. h. der Gemeinde, und das Gebrochenwerden in kleine Stücke die einzelnen Glieder darstellen, wie in Vers 17 zum Ausdruck gebracht wird. Während des Abendmahls haben die wahrhaft Gläubigen, die zum Leibe Christi gehören, in Ehrfurcht eine besondere Gemeinschaft mit dem HErrn, der als Lamm Gottes für uns starb, und miteinander. Im Anschluß an das Herumreichen des Brotes wird der Kelch erhoben und gesegnet. Nachdem dafür gedankt worden ist, wird er ebenfalls allen gereicht. Es ist, wie der Apostel es darlegte, der Kelch des Segens und die Gemeinschaft der Gläubigen, bestehend aus der bluterkauften Schar, die mit Christus gekreuzigt wurde und mit Ihm auferstanden ist.

Im 11. Kapitel betont Paulus, vom HErrn empfangen zu haben, was uns hinterlassen worden ist: „Der HErr Jesus, in der Nacht, in der Er verraten wurde, nahm Er Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: ,Dies ist Mein Leib, für euch; dies tut zu Meinem Gedächtnis!‘ “ Sehr wichtig ist hier, daß nicht nur geschrieben steht: „Dies ist Mein Leib“, sondern „Dies ist Mein Leib für euch“. Mit Seinem direkten Leibe ist Er ja auferstanden und gen Himmel gefahren. Um Klarheit zu bekommen, müssen möglichst viele Bibelstellen hinzugezogen werden, die das gleiche Thema betreffen und behandeln. Es geht um das göttliche Leben, das in dem göttlichen Blut hier auf Erden war. „In Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“ (Joh. 1, 4). „Gott hat uns ewiges Leben gegeben, und dieses Leben ist in Seinem Sohne vorhanden. Wer den Sohn hat, der hat das Leben: wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat auch das Leben nicht“ (1. Joh. 5, 11-12).

„Denn das Leben des Leibes liegt im Blut, und Ich habe es euch für den Altar bestimmt, damit ihr euch dadurch Sühne für eure Sünden erwirkt; denn das Blut ist es, das Sühne durch das in ihm enthaltene Leben bewirkt. Darum habe Ich den Israeliten geboten: Niemand von euch darf Blut genießen! Auch der Fremdling, der als Gast unter euch lebt, darf kein Blut genießen!“ (3. Mose 17, 11-12). Nicht das Blut als chemische Zusammensetzung, sondern das darin existente Leben Gottes sollte jetzt in alle Erlösten hineinkommen, die durch das Blut versöhnt wurden. Im übertragenen Sinne sollte vor Augen geführt werden: Wer am vergossenen Blut Anteil hat, der nimmt das darin enthaltene Leben in sich auf. Da in Christus Gottes Leben war, geht es hier um das ewige Leben. Das ist der Hauptgedanke, der in der Heiligen Schrift, in der Verkündigung und auch im Abendmahl vermittelt wird.

Im 12. Vers wird der Genuß von Blut ausdrücklich verboten, später auch in Apg. 15, 29. Sollte der Wein in dem Kelch wirklich in Blut verwandelt werden, handelten die Gläubigen bewußt der Anordnung Gottes zuwider. Es bedarf auch hier des geistlichen Verständnisses. Beim Abendmahl geht es nicht um eine Verwandlung von Substanzen, die nur als sichtbare Symbole den göttlichen Sinn und Zweck ausdrücken, sondern hier wird vielmehr deutlich vor Augen geführt, daß wir durch den Glauben an die vollbrachte Sühne und Erlösung das Leben Christi in uns aufnehmen.

Der Erlöser sagte: „ICH bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist: wenn jemand von diesem Brote ißt, so wird er ewiglich leben; und zwar ist das Brot, das Ich geben werde, Mein Fleisch, für das Leben der Welt … Wie Mich Mein Vater, der das Leben in sich trägt, gesandt hat und Ich Leben in Mir trage um des Vaters willen, so wird auch der, welcher Mich ißt, das Leben haben um Meinetwillen“ (Joh. 6, 51 + 57).

Was die sogenannte Wandlung betrifft, so wäre es gut, wenn jeder das erste Wunder, das Jesus in Kana zu Galiläa wirkte, nachlesen würde. ER verwandelte Wasser zu Wein, über dessen hervorragende Qualität der Speisemeister erstaunt war (Joh. 2). Der aus Wasser entstandene Wein war sogar besser als der vorher ausgeschenkte. Die Leute tranken nicht etwa Wasser und machten sich dabei vor, Wein zu trinken. Im Gegenteil: sie tranken richtigen Wein. Bis heute hat noch kein einziger beim Essen der Hostie gemerkt, daß sie in Fleisch verwandelt worden wäre. Das gleiche trifft auf den Wein zu. Ist es nicht nur ein Mysterien-Kult?

Das Brot symbolisiert einerseits den Leib Christi, der geopfert wurde, und andererseits Seinen Leib, die Gemeinde, wie aus 1. Kor. 10, 15-17 deutlich ersichtlich ist. Die Betonung liegt beim Brot auf dem: „… dies tut zu Meinem Gedächtnis!‘ Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: ,Dieser Kelch ist der neue Bund in Meinem Blut; dies tut, so oft ihr ihn trinkt, zu Meinem Gedächtnis!“ (1. Kor. 11, 25). Wer das Brot ißt, hat Brotgeschmack, wer den Wein trinkt, hat Weingeschmack. Das ist die reine Wahrheit. Der HErr ist leibhaftig auferstanden und gen Himmel gefahren. Niemand verwandelt ein Gebäck hier auf Erden in Seinen Leib. Wie bereits dargelegt, geht es darum überhaupt nicht, sondern um das Leben Gottes, das wir in uns aufnehmen müssen. . „… allen aber, die Ihn annahmen, verlieh Er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, nämlich denen, die an Seinen Namen glauben“ (Joh. 1, 12). Klarer und deutlicher kann es nicht gesagt werden.

Der Kelch veranschaulicht den neuen Bund, der durch das Blut des Opferlammes rechtskräftig wurde. Nicht Brot und Wein müssen verwandelt und zu Christus gemacht werden, sondern der alte Mensch muß zu einem neuen Menschen umgestaltet und verwandelt werden kraft der Erlösung durch Wort, Blut und Geist des HErrn. Wer Gott so biblisch erlebt hat, kann dann in rechter Weise am Abendmahl teilnehmen. Dieses Gedächtnismahl ist dazu gedacht, die Heilstat in Erinnerung zu behalten bis ans Ende der Gnadenzeit. „Denn so oft ihr dieses Brot eßt und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des HErrn, bis Er kommt“ (1. Kor. 11, 26). Wohlgemerkt: Es steht nicht: „So oft ihr dieses Fleisch eßt“, sondern: „so oft ihr dieses Brot eßt und den Kelch trinkt.“ Nur was in den Kelch gegossen wird, kann daraus getrunken werden. Die Praxis der römischen Kirche befindet sich außerhalb des Willens und des Wortes Gottes. Der Streit über die Begriffe „es bedeutet“ oder „es ist“ war überhaupt nicht nötig. Ein Philosophieren ist hier nicht am Platze. Auch dieses Thema muß aus göttlicher Sicht gesehen, behandelt und verstanden werden.