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Das Traditionelle Christentum
Ewald Frank
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Kapitola 25
23. Kapitel: Die Heiligung
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Wie Paulus wird jeder wahre Diener Christi darum besorgt sein, das Evangelium so zu verkündigen, daß alle bis zu einem Gott wohlgefälligen Leben durchdringen: „Ich soll ja ein Diener Christi Jesu für die Heiden sein und als solcher den Priesterdienst an der Heilsbotschaft Gottes verrichten, damit die Heiden zu einer Gott wohlgefälligen, durch den heiligen Geist geheiligten Opfergabe werden“ (Röm. 15, 16).
Auch dieses Thema gehört zur Verkündigung des vollen Evangeliums. In Hebr. 12, 14 wird unmißverständlich gesagt: „Trachtet eifrig nach dem Frieden mit jedermann und nach der Heiligung, ohne die niemand den HErrn schauen wird.“ Dies ist eine ernstzunehmende Angelegenheit. Hier wird den Gläubigen, den Gerechtfertigten, den Erneuerten und Wiedergeborenen gesagt, daß sie ohne Heiligung den HErrn nicht schauen, also: keinen Anteil an der ersten Auferstehung, Verwandlung, Entrückung und am Hochzeitsmahl des Lammes haben werden. Doch gerade dies ist das zu erstrebende Ziel. Sie möchten Ihn schauen, denn dann werden sie in Sein Bild umgestaltet (1. Joh. 3, 2-3). Zu dem Zeitpunkt erfüllt sich, was unser HErr in der Bergpredigt sagte: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“ (Matth. 5, 8).
Die Erlösten sind zu einer Reinigung und Heiligung durch Wort und Geist Gottes aufgefordert, und zwar aufgrund der Verheißungen, die Gott gegeben hat und die sie glauben, um sie entsprechend verwirklicht zu sehen. „Da wir nun solche Verheißungen haben, Geliebte, wollen wir uns von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen und völlige Heiligung bei uns schaffen in der Furcht Gottes!“ (2. Kor. 7, 1). In den direkt vorher stehenden Versen wird gezeigt, welche Gruppe hier angesprochen wird. Es geht um Menschen, unter denen Gott wandelt, die Er als Sein Volk bezeichnet. Sie sind herausgerufen und von allem abgesondert worden, was nicht göttlichen Ursprungs ist. Sie beherzigen, was der HErr sagte: „ ,… rührt nichts Unreines an, so will Ich euch aufnehmen‘ und: ,Ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt Mir Söhne und Töchter sein‘ “ (2. Kor. 6, 16-18).
In dem eben genannten Vers werden zwei Bereiche angesprochen: die Befleckung des Fleisches, also sündhafte Übertretungen durch den Leib, und sündhafte Übertretungen, die Geist und Seele beflecken. Völlige Heiligung schließt den ganzen Menschen ein. Von Christus, der die Gemeinde innig geliebt und sich für sie dahin gegeben hat, wird gesagt, zu welchem Zweck es geschah: „… um sie zu heiligen, nachdem Er sie durch das Wasserbad im Wort gereinigt hat, um so die Gemeinde für sich selbst in herrlicher Schönheit hinzustellen, ohne Flecken und Runzeln oder irgendeinen derartigen Fehler, vielmehr so, daß sie heilig und ohne Tadel sei“ (Eph. 5, 26-27).
Ohne Tadel, fehlerlos und heilig werden die Erlösten ihren Erlöser schauen. Bei der Heiligung geht es „um das Wasserbad im Wort“. Auch in diesem Fall wird ein gut verständliches Beispiel gebraucht: nicht eine Besprengung, sondern ein Vollbad, ein Hineintauchen in die ganze Fülle des Wortes, das Geist und Leben ist. Der ganze Mensch, Seele, Geist und Leib werden in die Schranken des Wortes gestellt, das bedeutet: der Wille Gottes wird freudig, nicht aus Zwang, ausgelebt. Dieses Wasserbad im Wort wäscht jede unbiblische Überlieferung, jede nutzlose Tradition, alle Gewohnheiten, Laster und Gebundenheiten ab. Unser HErr spricht: „Ihr seid bereits rein infolge des Wortes, das Ich zu euch geredet habe“ (Joh. 15, 3). Aus dem Wort erkennt der Mensch, was nicht nach Gottes Willen ist, und ordnet sein Leben entsprechend.
Reinigung und Heiligung durch Wort und Geist können nur da geschehen, wo der Mensch das ganze Wort glaubt und auszuleben bereit ist. Jesus, unser HErr, ist uns nicht nur zur Erlösung, sondern auch zur Gerechtigkeit und Heiligung gemacht worden (1. Kor. 1, 30). Direkt danach steht die Begründung: „… damit das Schriftwort seine Geltung behalte: ,Wer sich rühmen will, der rühme sich des HErrn!‘ “ Eigener Ruhm ist hierbei völlig ausgeschlossen, denn nicht, was wir zu tun vermögen, zählt, sondern nur das, was Er in uns getan hat. IHM allein gebühren der Ruhm und die Ehre. „Denn Sein Gebilde sind wir, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott im voraus bereitgestellt hat, damit wir in ihnen wandeln könnten“ (Eph. 2, 10). Für alles hat Gott gesorgt. ER hat sogar das, was wir tun sollen, was Er von uns fordert, schon für uns bereitgestellt. Wir brauchen nur noch darin zu leben und zu wandeln.
Jesus führt vor Augen, was wirkliche Heiligung bedeutet, wie sie geschieht und daß Er bereits dafür gesorgt hat: „Heilige sie in Deiner Wahrheit: Dein Wort ist Wahrheit … und für sie heilige Ich Mich, damit auch sie in Wahrheit geheiligt seien“ (Joh. 17, 17-19). Eine vor Gott gültige Heiligung ist nur im Wort der Wahrheit, das heilig ist, möglich. Jede eigene menschliche Anstrengung führt zur Scheinheiligkeit.
In der Heiligen Schrift ist der Begriff „heilig“ zunächst allein auf Gott bezogen, denn nur Er ist heilig. Ferner ist alles, was aus Ihm hervorgeht, ebenfalls heilig. Auch das, was Er als der Heilige für sich beansprucht, heiligt Er. So ist Sein Volk ein heiliges Volk (2. Mose 19, 6). Seine Priester sind durch Berufung und Weihe heilig (3. Mose 21). Auf dem Stirnblatt des Hohenpriesters stand „Heilig dem HErrn“ (2. Mose 28, 36). Nur in Verbindung mit Ihm können Dinge und Menschen heilig sein, die Er abgesondert und für sich in den Dienst gestellt hat.
Der Prophet Jesaja hatte ein gewaltiges Erlebnis: Er sah den HErrn auf dem Thron und hörte die himmlischen Wesen rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HErr der Heerscharen! Die ganze Erde ist Seiner Herrlichkeit voll!“ (6, 3). Der Apostel Johannes berichtet Ähnliches, als er den HErrn auf dem Throne sah: „… und ohne Aufhören rufen sie bei Tag und bei Nacht: ,Heilig, heilig, heilig ist der HErr, der allmächtige Gott, der da war und der da ist und der da kommt!‘ “ (Offbg. 4, 8). Der heilige und vollkommene Gott macht heilig und vollkommen. ER sondert ab, ruft heraus und läßt als Retter die Geretteten an sich selbst teilhaben. „Denn beide, sowohl der Heiligende als auch die, welche geheiligt werden, stammen alle von dem gleichen Vater her; aus diesem Grunde schämt Er sich auch nicht, sie ,Brüder‘ zu nennen“ (Hebr. 2, 11).
Jesus Christus, der Erlöser, wird als der Heilige Gottes bezeichnet, weil Er aus dem heiligen Gott hervorgegangen ist. Das neue Leben, das ein Mensch aus Gott empfängt, ist in der Tat das Leben Jesu Christi mit all Seinen heiligen Tugenden und Eigenschaften. So vollzieht sich die Heiligung nach dem Wort der Schrift: „Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig“ (1. Petr. 1, 16).
Immer wieder grüßt Paulus die Gläubigen als Heilige und Geliebte. „… senden unsern Gruß der Gemeinde Gottes in Korinth, den in Christus Jesus Geheiligten, den berufenen Heiligen“ (1. Kor. 1, 2).
„Ich, Paulus, ein Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, sende meinen Gruß den Heiligen und an Christus Jesus Gläubigen, die in Ephesus sind“ (Eph. 1, 1).
„Wir, Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, entbieten allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, sowie auch den dortigen Vorstehern und Gemeindedienern unsern Gruß“ (Phil. 1, 1).
„So ziehet nun als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Gütigkeit, Demut, Sanftmut und Geduld an“ (Kol. 3, 12).
Gott kennt nur Vollkommenes. Gott sieht die erlöste Schar durch Jesus Christus als herausgerufen, herausgeliebt, gereinigt und geheiligt, als Sein ganz besonderes Eigentum an. Wir sind durch Sein heiliges Wort und durch Seine heilige Gegenwart ein Ihm geheiligtes Volk. Der Apostel Paulus spricht von der geistgewirkten Heiligung, die durch den Glauben an die Wahrheit in denen gewirkt wird, die zur Errettung erwählt wurden (2. Thess. 2, 13).
Wer Jesus Christus nicht erlebt hat, wie Er von den Gläubigen im Urchristentum erlebt wurde, kann sich zurückziehen und meinen, durch Absonderung, vielleicht sogar durch Bußübungen, durch Entsagung, durch Entbehrung dessen, was das Leben bietet, heilig zu werden. Doch das ist null und nichtig vor Gott! Nur derjenige, den Er herausgerufen, abgesondert, begnadigt und durch die Wiedergeburt zu Seinem Eigentum gemacht hat, kann von Ihm geheiligt werden. Nur Menschen, die sich dem HErrn völlig geweiht haben, werden im Gehorsam zu Ihm und Seinem Worte von der göttlichen Wahrheit durchdrungen und geheiligt. Der bekehrte Mensch, der also kraft dieser hohen göttlichen Berufung zu einem besonderen göttlichen Zweck bestimmt ist, kann an den weltlichen Vergnügungen nicht mehr teilnehmen, denn so steht es geschrieben: „… die Welt vergeht samt ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit“ (1. Joh. 2, 17). Dies bezieht sich auf all das, was Gott ge- und verboten hat: die zehn Gebote, alle anderen Vorschriften (3. Mose 19-21), die das persönliche Leben betreffen, die Bergpredigt, die Evangelien und die Briefe. Der von Gott geheiligte Mensch trägt das Wort in sich, um es durch die Gnade Gottes zu erfüllen und nicht zu übertreten.
An solche richtet Paulus das Wort: „ER selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und völlig tadellos möge euer Geist samt der Seele und dem Leibe bei der Wiederkunft unsers HErrn Jesus Christus bewahrt geblieben sein! Treu ist Er, der euch beruft: ER wird es auch vollführen“ (1. Thess. 5, 23-24).
Die Heilige Schrift kennt die katholische Praxis der Selig- und Heiligsprechung nicht. Sie kennt auch keine Toten, die als Heilige oder gar als Schutzpatrone angerufen werden. Das ist aber nur eine beschwichtigende Irreführung. Millionen von Menschen wenden sich an sogenannte Heilige, die es nicht gibt. Uns ist geboten worden, daß wir uns direkt an Gott und nicht an Menschen wenden sollen. Wer darüber nachliest, wird feststellen, daß speziell in den fernöstlichen Religionen der Aberglaube an die Ahnen eine sehr große Rolle spielt. Selig und heilig macht nur der allein selige und heilige Gott. Wer zu Lebzeiten nicht selig und heilig geworden ist, wird es nach dem Tode nicht mehr. Da helfen auch die Gebete der Hinterbliebenen nichts.
Petrus mahnt die Gläubiggewordenen im Hinblick auf den großen Tag, der da kommen wird: „Da nun dies alles sich so auflöst, wie muß es da bei euch mit den Erweisen von heiligem Wandel und Gottseligkeit bestellt sein, indem ihr auf die Ankunft des Tages Gottes wartet und euch darauf rüstet“ (2. Petr. 3, 11-12).
Es muß betont werden, daß es nicht der Mensch ist, der etwas erreicht, auf das er stolz sein könnte. Die Heiligung ist ein uns von Gott geschenkter Zustand, den wir bejahen, den wir annehmen und den wir ausleben. Möglich wurde die Heiligung wie die Erlösung durch die Darbringung Jesu Christi, denn so wollte es Gott: „… und auf Grund dieses Willens sind wir durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt“ (Hebr. 10, 10).
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