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Das Traditionelle Christentum

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 32 calendar_month 13. 12. 1992

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Kapitola 15

13. Kapitel: Der Name des HErrn

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Nachdem Gott der HErr die zehn Gebote gegeben hatte, machte Er im gleichen Kapitel einen sehr wichtigen Ausspruch: „An jeder Stätte, wo Ich ein Gedächtnis Meines Namens stiften werde, will Ich zu dir kommen und dich segnen.“ (2. Mose 20, 24b). Nur da, wo Gott der HErr Seinen Namen kundtut, kann man Ihn im Geist und in der Wahrheit in Seinem Namen die Anbetung darbringen. Von Anfang an gab es Menschen, denen sich der HErr offenbarte und die Seinen Namen kannten. „Auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, den er Enos nannte. Damals fing man an, den Namen des HErrn anzurufen.“ (1. Mose 4, 26).

2. Mose 33, 11-23 gibt Aufschluß über die Wichtigkeit der Offenbarung Gottes und der Offenbarung Seines Namens. Da, wo der HErr redet und einem Menschen Gnade zuteil werden läßt, offenbart Er auch Seinen Namen. Zu Mose redete der HErr von Angesicht zu Angesicht. Er hatte das Verlangen, die Herrlichkeit Gottes zu schauen, und der HErr antwortete: „ICH will all Meine Schöne vor deinen Augen vorüberziehen lassen und will den Namen des HErrn laut vor dir ausrufen“ (2. Mose 33, 18-19). Gott bleibt nicht der Unbekannte, sich Verbergende. ER tritt als der sich Bekanntmachende hervor, um Seinen Namen zu offenbaren.

Die Offenbarung des Namens Gottes des HErrn kann nicht überbetont werden. Dem Mose gebot der HErr: „Gib Aaron und seinen Söhnen folgende Weisung: Mit diesen Worten sollt ihr den Segen über die Israeliten aussprechen: ,Der HErr (Jahweh) segne dich und behüte dich! Der HErr (Jahweh) lasse Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der HErr (Jahweh) erhebe Sein Angesicht zu dir hin und gewähre dir Frieden!‘ Wenn sie so Meinen Namen auf die Israeliten legen, will Ich sie segnen“ (4. Mose 6, 23-27).

Seit jeher ist Gott nicht mit Titeln angesprochen worden, sondern mit Seinem Namen. Ob Menschen Ihn anriefen oder handelten, es geschah in Seinem Namen. Das gilt für das Alte und das Neue Testament gleichermaßen.

Es ist das „Grundgesetz“ Gottes, daß Er nur an der Stätte, wo Er sich selbst und Seinen Namen offenbart, gesucht, gefunden und verehrt werden darf: „ vielmehr nur die eine Stätte, die der HErr, euer Gott, aus all euren Stammesgebieten erwählen wird, um Seinen Namen dorthin zu versetzen und dort Wohnung zu nehmen, die sollt ihr aufsuchen und euch dorthin begeben“ (5. Mose 12, 5).

Im Einweihungsgebet für den Tempel brachte Salomo zum Ausdruck: „… auf daß alle Völker der Erde Deinen Namen kennen lernen, damit sie Dich ebenso fürchten wie Dein Volk Israel, und damit sie inne werden, daß dieses Haus, das ich erbaut habe, Deinem Namen als Besitz zugesprochen ist“ (1. Kön. 8, 43).

„Darum soll Mein Volk Meinen Namen kennen lernen, ja darum an jenem Tage erkennen, daß Ich es bin, der da spricht: ,Hier bin Ich!‘ “ (Jes. 52, 6).

Derselbe, von dem Mose sagte: „Der ICH BIN hat mich zu euch gesandt“ (2. Mose 3, 14), stellt sich mit den gleichen Worten dem Volke Israel auf dem Berge Sinai vor: „Hierauf redete Gott alle diese Worte und sprach: ,ICH BIN der HErr (Jahweh), dein Gott (Elohim), der dich aus dem Land Ägypten hinausgeführt hat, aus dem Diensthause“ (2. Mose 20, 1-2). Im Propheten Jesaja wird diese Bezeichnung besonders hervorgehoben: „… ICH, der HErr (Jahweh), der Ich der Erste und bei den Letzten noch derselbe bin“ (Jes. 41, 4). „ICH BIN der HErr (Jahweh), das ist Mein Name, und Meine Ehre gebe Ich keinem andern und Meinen Ruhm nicht den Götzen“ (Jes. 42, 8). „ICH allein bin der HErr (Jahweh), und außer Mir gibt es keinen Retter … ICH nur bin Gott“ (Jes. 43, 11-12). „So hat der HErr gesprochen, der König Israels, und sein Erlöser, der HErr der Heerscharen: ,ICH BIN der Erste und Ich der Letzte, und außer Mir gibt es keinen Gott‘ “ (Jes. 44, 6). „ICH BIN der HErr, der alles wirkt“ (Vs. 24). In Kapitel 45 heißt es: „ICH BIN der HErr, und sonst ist keiner da: außer Mir gibt’s keinen Gott … ICH BIN der HErr, und sonst ist keiner!“ (Vs. 5-6). „… ICH BIN derselbe, Ich der Erste und Ich auch der Letzte. Hat doch Meine Hand die Erde gegründet und Meine Rechte den Himmel ausgespannt“ (Jes. 48, 12-13).

Im ganzen Alten Testament haben Menschen den Namen des HErrn gekannt und Gott in diesem Namen angerufen und gepriesen. Der Übergang zum Neuen Testament ist ebenfalls sehr deutlich beschrieben: „… dem du den Namen Jesus geben sollst“ (Matth. 1, 21). Geboren wurde Er als Retter, welcher ist Christus, der Messias, der HErr (Luk. 2, 11). Doch den Namen erhielt Er, wie es Gewohnheit war, am 8. Tage bei der Beschneidung (Luk. 2, 21).

Auch im Neuen Testament geht es nicht allein um die Art und Weise, in der Gott sich offenbart, nämlich als Vater im Himmel, im Sohne auf Erden und in der Gemeinde durch den heiligen Geist, es geht um den einen Namen, in dem allein Rettung und das Heil liegen, in dem wir allein Gott ansprechen können. Zu unserem Heil hat Gott sich nur an einer einzigen Stätte auf Erden kundgetan, nämlich in Jesus Christus, unserem HErrn. Wer Gott finden will, muß Ihn da suchen, wo Er sich finden läßt, und da sehen, wo Er zu sehen ist, und da hören, wo Er zu hören ist, nämlich da, wo Er Seinen Namen hingelegt und offenbart hat. Die einzige persönliche Begegnung Gottes mit der Menschheit, und deshalb auch der Menschheit mit Gott, ist in Jesus Christus, unserem HErrn.

Warum die Gelehrten aus Jahweh Jehova und aus Jahschua Jeschua und ähnliche Wortbegriffe gemacht haben, bleibt unbegreiflich. Die hebräischen Buchstaben für den Namen des HErrn JHWH müssen im Alten und im Neuen Testament gleich sein. Sie gestatten keine willkürlich ausgedachte Formulierung. Jah ist die Kurzform von Jahweh — HErr, wie El die Kurzform von Elohim — Gott ist. Das Wort Hallelu-Jah bedeutet: Lobet Jahweh. Jesa-Jah bedeutet: Jahweh ist Heil. Jah-schua bedeutet: Jahweh — Retter usw. usw. Der HErr offenbarte sich als der Gott Israels. Das Wort Isra-El bedeutet: Gottes Streiter; Isma-El bedeutet: Gott erhört; Immanu-El bedeutet: Gott mit uns usw. Wo Gott der HErr sich wirklich offenbart, da tut Er sich selbst und Seinen Namen kund. Allein in diesem Namen können wir Ihn anbeten.

Das Prädikat „ICH BIN“, das im Alten Testament auf Gott bezogen ist, wurde von unserem HErrn im Neuen Testament in ganz besonderer Weise hervorgehoben. „ICH BIN das Brot des Lebens“ (Joh. 6, 48). „ICH BIN das Licht der Welt“ (Joh. 8, 12). Zwei Verse aus Kapitel 8 sind von größter Bedeutung. So spricht unser HErr: „Darum habe Ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, daß ICH es BIN, so werdet ihr in euren Sünden sterben“ (8, 24). „Da sagten die Juden zu Ihm: ,DU bist noch nicht fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?‘ Jesus antwortete ihnen: ,Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: Ehe Abraham ward, BIN ICH‘ “ (8, 57-58). „ICH BIN der gute Hirte“ (Joh. 10, 14). „ICH BIN die Auferstehung und das Leben …“ (Joh. 11, 25). „ICH BIN der wahre Weinstock“ (Joh. 15, 1) usw. usw.

Unser HErr ist alles in allem. Deshalb konnte Er mit dem „ICH BIN“ grundsätzlich alles verbinden, was Er war, ist und sein wird. Vergleicht man speziell die Stellen aus dem Propheten Jesaja, in denen deutlich von dem HErrn die Rede ist, von Jahweh, der sich als der Erste und der Letzte vorstellt, und schlägt dann die Brücke zum Neuen Testament, so spricht der auferstandene und der wiederkommende Erlöser: „Fürchte dich nicht! ICH BIN’s, der Erste und der Letzte“ (Offbg. 1, 17). „ ,ICH BIN das A und das O,‘ spricht Gott der HErr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige“ (Offbg. 1, 8). Vor Ihm ist keiner gewesen und nach Ihm wird keiner sein. Es gibt nur einen Allmächtigen.

Der Sohn spricht: „Ich bin im Namen Meines Vater gekommen“ (Joh. 5, 43). ER bat: „Vater, verherrliche Deinen Namen!“ (Joh. 12, 28). In bezug auf die Seinen sagte Er: „ICH habe Deinen Namen den Menschen geoffenbart, die Du Mir aus der Welt gegeben hast“ (Joh. 17, 6). Offensichtlich stellt sich der HErr, wie es ja irdisch auch ist, nur denen mit Namen vor, die eine persönliche Begegnung mit Ihm, also ein wirkliches Erlebnis mit Ihm haben. Das sehen wir besonders aus der Bekehrungsgeschichte des Paulus: „Er fragte: ,Wer bist du, HErr?‘ Jener antwortete: ,ICH BIN JESUS, den du verfolgst!‘ “ (Apg. 9, 5).

Weiter bat Er: „Heiliger Vater, erhalte sie in Deinem Namen, den Du Mir anvertraut hast“ (Joh. 17, 11). Der Name des Vaters ist auch der Name des Sohnes. Noch einmal hebt Er hervor: „Und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn auch weiterhin kundtun“ (Vs. 26). Das tut Er bis heute. ER offenbart den Namen Jesus. Wo dieser Name in Seiner göttlichen Bedeutung nicht bekannt ist, befinden sich die Menschen in einer frommen, unbiblischen Tradition.

„Darum sollt ihr so beten: ,Unser Vater, der Du bist im Himmel: Geheiligt werde Dein Name …‘ “ (Matth. 6, 9). Wie wir sehen können, ist der Name des Vaters der Name des Sohnes, „… der Name, den Er als Erbteil erhalten hat“ (Hebr. 1, 4).

Das ewige Leben ist nur in Seinem Namen (Joh. 20, 31). Auch ist Vergebung der Sünden nur in Seinem Namen (Apg. 10, 43). Grundsätzlich alles, was Gott schenkt und tut, geschieht in dem Namen Jesus, in dem Er sich offenbart. Ebenso verwendet kein Knecht Gottes Titel oder eine Formel, sondern immer den Namen. Nach dem Wort der Schrift trifft das auf alle Gläubigen zu: „Und alles, was ihr mit Worten oder Werken tun mögt, das tut alles im Namen des HErrn Jesus, indem ihr eure Dankgebete durch Seine Vermittlung vor Gott den Vater bringt“ (Kol. 3, 17).

Es kommt der Tag, an dem sich im Namen Jesus - Jahschua jedes Knie beugen und jede Zunge bekennen wird, daß Er der HErr — Jahweh ist (Phil. 2, 10-11). In Offbg. 21 wird berichtet: „ ,Siehe da, die Hütte Gottes ist bei den Menschen! und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein; ja Gott selbst wird unter ihnen sein und wird alle Tränen aus ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, und keine Trauer, kein Klaggeschrei und kein Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.‘ Da sagte der auf dem Thron Sitzende: ,Siehe, Ich mache alles neu!‘ Dann fuhr Er fort: ,Schreibe! denn diese Worte sind zuverlässig und gewiß!‘ Weiter sagte Er zu mir: ,Es ist geschehen. ICH BIN das A und das O, der Anfang und das Ende; ICH will dem Dürstenden aus der Quelle des Lebenswassers umsonst geben. Wer da überwindet, soll dieses erben, und Ich will sein Gott sein, und er soll Mein Sohn sein“ (Vs. 3-7).