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Das Traditionelle Christentum
Ewald Frank
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Kapitola 22
20. Kapitel: Der Sündenfall
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In der Heiligen Schrift werden oft Vorgänge in Bildern und Gleichnissen beschrieben, ohne daß die Sache selbst an die Oberfläche gelangt. Das hat Gott so gemacht, damit die tieferen Geheimnisse Seines Wortes und Seines Heilsratschlusses durch den Geist allein geoffenbart und ans Licht gebracht werden. Erst wenn uns verständlich geworden ist, worin der Sündenfall tatsächlich bestand, werden Sinn und Bedeutung der Heraushebung aus diesem Fall durch die erfolgte Erlösung klar. Schon der Begriff „Sündenfall“ läßt ahnen, was geschah.
Die göttliche Bestimmung des Menschen war es, über die ganze Erde zu herrschen. Durch den Sündenfall hat er diese hohe Position verloren. Nur aus dem Sündenfall, bei dem die ersten Menschen unter die Macht Satans gerieten, erklärt sich, warum der Fürst dieser Welt seit jenem Augenblick die Herrschaft über die Menschen und die ganze Erde ausüben kann. Der Feind ist durch die Schlange in die Menschheit hineingekommen. Niemand kann sagen, wie lange Adam und Eva in ungetrübter Gemeinschaft mit Gott lebten. Sie kannten keinen Schmerz, kein Leid, keine Tränen; es gab keine Krankheit, keinen Tod. Sie erfreuten sich der Geborgenheit im Paradies und lebten mit Gott dem HErrn in seliger Harmonie. Um die Abendkühle besuchte Er sie; es war Himmel auf Erden. So wird es in der Vollendung wieder sein: „Siehe da, die Hütte Gottes ist bei den Menschen! und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein; ja Gott selbst wird unter ihnen sein“ (Offbg. 21, 3b).
Der Engelfürst Luzifer, der sich im Himmel erhob und dann gestürzt worden war, setzte als erklärter Feind Gottes sein Zerstörungswerk auf Erden fort. Sein Ziel war es, auch die von Gott geschaffenen Menschen aus der Gemeinschaft mit dem HErrn zu trennen, sie ins Verderben und in den Tod zu stürzen. Gemäß Hes. 28, 12-17 war er schon vor dem Sündenfall im Garten Eden. In dem erwähnten Text sprach Gott durch den Propheten direkt den Satan in dem König von Tyrus an. In der Heiligen Schrift wird bezeugt, daß Satan sowohl von Menschen als auch von Tieren Besitz ergreifen kann. Aus vielen von Dämonen Besessenen trieb unser HErr die bösen Geister aus (Matth. 4, 24). In Markus 5, 9 wird berichtet, daß der Böse aus dem Besessenen persönlich gesprochen hat: „Da fragte Jesus ihn: ,Wie heißt du?‘ Er antwortete Ihm: ,Legion heiße ich, denn wir sind unser viele.‘ “ Dieser Mensch wurde nicht nur von Satan, sondern von vielen bösen Geistern beherrscht.
Im Garten Eden gab es viele Bäume, auch den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis, doch beim Sündenfall ging es wahrlich um mehr, als um das Essen einer natürlichen Frucht. Im übrigen steht vom Essen eines Apfels nichts in 1. Mose 3, sondern nur vom Genießen einer Frucht vom Baum der Erkenntnis. In 1. Mose 3, 7 ist nachzulesen: „Da gingen ihnen beiden die Augen auf, und sie nahmen wahr, daß sie nackt waren; darum hefteten sie Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schürze daraus.“ Etwas Schreckliches war geschehen, wonach sie die Schande ihrer Blöße verdeckten. Sie verbanden nicht ihre Augen und verhüllten nicht ihren Mund, sondern ihren Unterleib mit selbstgemachten Schürzen.
In dem Bericht vom Garten Eden ist von „Augenlust“, vom „Verführtwerden“ usw. die Rede. Jeder Mann und jede Frau wird wissen, worin die Versuchung durch Sinnes-, Augen- und Fleischeslust besteht. Auch der Ausspruch „die Schlange hat mich verführt“ muß beachtet werden. Die Frau Potiphars, des Hofbeamten des Pharao, sah, daß Joseph schön von Gestalt und Angesicht war, „So kam es schließlich dahin, daß die Gattin seines Herrn ihre Augen auf Joseph richtete und ihn verführen wollte.“ Später sagte sie, um ihn zu verleumden: „Der ist zu mir hereingekommen, um mich zu verführen“ (1. Mose 39, 7+14). Wenn ein Mädchen oder ein Junge verführt worden ist, so ging es dabei bestimmt nicht um „Eis essen“ oder „Milchshake trinken“.
In 2. Mose 22, 15 wird uns der Begriff „verführt“ näher erläutert: „Wenn jemand eine Jungfrau verführt, die noch nicht verlobt ist, und ihr beiwohnt …“ Paulus wußte, was im Garten Eden geschah, sonst hätte er nicht aus Besorgnis um die Gemeinde geschrieben: „Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange einst Eva mit ihrer Arglist verführt hat, so auch eure Gedanken von der Einfalt und lauteren Gesinnung gegen Christus zum Argen hingezogen werden“ (2. Kor. 11, 3). Der Apostel schreibt in Bezug auf den Sündenfall: „… auch hat nicht Adam sich verführen lassen, sondern die Frau ist dadurch, daß sie sich hat verführen lassen, in Übertretung geraten“ (1. Tim. 2, 14).
Nach dem Sündenfall sprach Gott der HErr direkt nach erfolgter Tat zu Eva: „Viele Mühsal will Ich dir bereiten, wenn du Mutter wirst: mit Schmerzen sollst du Kinder gebären…“ (1. Mose 3, 16). Das macht deutlich, was wirklich geschehen war. Eva sollte nicht mit Schmerzen essen, was ja logisch wäre, wenn sie mit dem Mund gesündigt hätte. Bis heute hat noch keine Frau durch das Essen einer Frucht Kinder bekommen. Gott der HErr wußte genau, was passiert war und wie Er strafen mußte. Deshalb gebären die Frauen auf der ganzen Welt als Erinnerung an den Sündenfall ihre Kinder unter normalen Umständen mit Schmerzen, wie der HErr es sagte.
Wer sich an den Worten: „Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen“ (1. Mose, 3, 13) aufhält, sollte in Sprüche 30, den 20. Vers nachlesen: „So ist das Verhalten eines ehebrecherischen Weibes: sie ißt und wischt sich den Mund ab und sagt: ,Ich habe nichts Unrechtes getan.‘ “
Gott der HErr verurteilte die Schlange und sprach: „Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein vor allen Tieren, zahmen und wilden! Auf dem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang!“ (1. Mose 3, 14). Bis zu diesem Zeitpunkt ging sie aufrecht, sonst hätte der Urteilsspruch „… auf dem Bauche sollst du kriechen …“ keinen Sinn gehabt. Ganz wichtig ist der nächste Vers: „Und Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst Ihm in die Verse stechen.“ Nach dem Zeugnis Gottes des HErrn ist hier von zwei Samen die Rede: einmal von dem Samen der Schlange, und zweitens von dem Samen des Weibes. In der ganzen Heiligen Schrift bedeutet „Same“ Nachkommenschaft.
Der Teufel selbst kann weder zeugen noch erschaffen, er ist ein geschlechtsloses, gefallenes Geisteswesen. Deshalb bediente er sich des Tieres, das dem Menschen am nächsten stand und auch sprechen konnte. Wie in 1. Mose 3 nachzulesen ist, führte die Schlange mit Eva eine richtige Unterhaltung. Beides, Rede und Antwort, die gesamte Argumentation ist dort wiedergegeben. Erst nach dem Fluch wurde die Schlange zu einem Reptil und verlor ihre ursprüngliche Gestalt.
Das Gespräch im Garten Eden begann mit der bekannten Frage: „Sollte Gott wirklich gesagt haben?“ Noch heute bedient sich der Teufel der gleichen Methode: Zweifel an das Wort Gottes in die Gedanken der Menschen zu streuen. Danach verstrickte er sie in Argumente über das Wort Gottes und verdrehte es meisterhaft. Schließlich folgte die große Lüge: „Ihr werdet sicherlich nicht sterben, sondern … euch werden die Augen aufgehen und ihr werdet wie Gott selbst sein.“ Das hörte sich gut an, und Eva fiel darauf herein. Was nützte später das „Augenaufgehen“, das „Erkennen, was gut und was böse ist“ in einem von Gott getrennten, dem Tode preisgegebenen Zustand? Seitdem kann jeder Mensch sein Tun selber beurteilen und weiß, was gut und was böse, was gelogen und was wahr ist usw. Deshalb sind alle Menschen in die Verantwortung genommen und werden beim Jüngsten Gericht nach ihren Werken gerichtet werden.
In der griechischen Bibel steht von der Schlange in 1. Mose 3, 1: „… ho Ophis“, wobei man deutsch sagen müßte: „der Schlang“ oder „der Schlangerich“. In der englischen Übersetzung heißt es von der Schlange: „… and he said unto the woman“, in der französischen genauso: „il dit à la femme“, ebenso in der russischen: „i skasal smej shene“, auf Deutsch heißt das: „er sprach zu dem Weibe.“ Auch in anderen Sprachen wird die Schlange mit dem männlichen Geschlechtswort beschrieben. Die genauen Übersetzer geben das zutreffende Maskuline wieder. Nach althebräischer Überlieferung ist der Sündenfall nur auf den Geschlechtsakt bezogen verstanden worden. Ein Kommentator schreibt: „… der Engel, der Schlange Reiter, ging zur Eva ein, und sie ward schwanger und gebar Kain“ (F. Braun, Blicke ins Wort, S. 67).
Menschliches Wesen, Charakter, Eigenarten sind bekanntlich Erbanlagen, die in den Chromosomen liegen. Die Vererbung geschieht bei der Zeugung in der Zellvereinigung. So ist das sündige, sich gegen Gott auflehnende Wesen der Schlange bzw. Satans in die Menschheit gedrungen. Satan selbst, der die Menschen durch Ungehorsam und Übertretung in den Tod riß, verfügte über die Macht des Todes, deshalb mußte der Erlöser ins Fleisch kommen, „… um durch Seinen Tod den zu vernichten, der die Macht des Todes hat, nämlich den Teufel, und um alle die in Freiheit zu setzen, die durch Furcht vor dem Tode während ihres ganzen Lebens in Knechtschaft gehalten wurden“ (Hebr. 2, 14b-15). Mit der Todesüberwindung hat der siegreich auferstandene HErr beides, die Schlüssel des Todes und der Hölle an sich genommen (Offbg. 1, 18).
Das Gebot Gottes lautete: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ (1. Mose 1, 28). ER hatte die Ehe eingesetzt und das erste Paar zusammengefügt. Die Tragödie liegt in dem Bruch der ersten Ehe, in der katastrophal tödlichen Vermischung. Alles sollte sich paaren, und nach ihrer Art sollte sich jede Gattung vermehren. Hier entstand nun ein Wesen, eine Kreuzung, wofür nicht Gott, sondern Satan durch die Schlange verantwortlich war, also keine Originalschöpfung. Er betörte und verführte Eva, und sie gab sich danach Adam hin. Das konnte Gott nicht so hinnehmen, denn es entsprach nicht Seinem ursprünglichen Willen. Was nicht aus Seinem Willen entsteht, kann sich auch nicht in Seinen Willen einordnen und fügen.
Adam stand plötzlich vor der Tatsache, daß seine geliebte, aus ihm herausgenommene und ihm anvertraute Eva nicht mehr jungfräulich war. Sie gab sich der Schlange hin und hatte anschließend die erste Beziehung mit Adam. So spielte sich der Sündenfall ab. Aus beiden Vereinigungen, die kurz hintereinander stattfanden, ging je ein Kind hervor: Kain und Abel.
Bis in unsere Zeit hinein werden „Zwillinge“ geboren, die von zwei verschiedenen Vätern stammen. Die beiden bekanntesten Fälle waren in Schweden und Frankreich. In Stockholm gebar Frau Bjoerlen am gleichen Tage einen Negerjungen und ein blondes, blauäugiges Baby. Ihr Ehemann weigerte sich, für den Unterhalt des offensichtlich nicht von ihm stammenden Kindes aufzukommen. Bei der Gerichtsverhandlung gestand Frau Bjoerlen ihr Verhältnis mit einem dunkelhäutigen Mann ein. Sie hatte am gleichen Tage sowohl mit ihrem Mann als auch mit ihrem Liebhaber eine geschlechtliche Beziehung gehabt. In Marseille brachte Frau Duvalle ebenfalls ein weißes und ein schwarzes Kind zur Welt.
Wer 1. Mose 3, 15 aufmerksam liest, wird feststellen, daß Gott der HErr schon gleich nach dem Sündenfall von dem Samen, also der Nachkommenschaft der Schlange, und dem Samen des Weibes spricht. Von Anfang an gab es zwei natürliche und zwei geistliche Linien.
Was Kain betrifft, so ist er weder im Geschlechtsregister des Alten noch in dem des Neuen Testaments als Sohn Adams aufgeführt. Ebenso wird Adam nie als Vater Kains bezeichnet. Hierin liegt auch der Grund, weshalb Eva zwar „Stammutter“ (1. Mose 3, 20), jedoch Adam nicht Stammvater „aller Lebenden“ genannt wird. Wäre Kain tatsächlich der Erstgeborene Adams gewesen, dann hätte man ihm besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Wenn in 1. Mose 4, 1 steht, daß Eva nach der Geburt sprach: „Einen Sproß habe ich ins Dasein gerufen mit Hilfe des HErrn!“, so muß man sich vor Augen führen, daß es damals noch keine Hebamme und keine Ärzte gab. Die Schmerzen waren stark; Adam wußte nicht, wie er behilflich sein konnte. So schrie sie in ihren Geburtsnöten zum HErrn. Direkt im zweiten Vers steht: „… und sie fuhr fort und gebar Abel, seinen Bruder“.
Dem Apostel Johannes war das, was im Garten Eden geschah, offensichtlich auch bekannt, denn er schreibt: „Kain, der ein Kind des Teufels war“ (1. Joh. 3, 12). Mit dem „Teufel“, dessen Kind nach diesem klaren Ausspruch Kain war, kann unmöglich Adam gemeint sein. Johannes schreibt den Gläubigen: „… weil ihr den Bösen überwunden habt“ (1. Joh. 2, 13b + 14b). Damit ist wieder Satan gemeint, der in Offbg. 20, 2 als Drache, die alte Schlange und der Teufel bezeichnet wird. In der Heiligen Schrift kann darüber nachgelesen werden, wer der Böse ist, nämlich das Gegenteil von Gott, der allein „gut“ ist. Im „Vaterunser“ heißt es: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!“ (Matth. 6, 13). Satan, der Widersacher Gottes, ist der Böse, der Ursprung aller widergöttlichen Dinge.
Kain war voller Neid und Eifersucht; er war der erste Totschläger und Mörder. Satan ist der Mörder von Anfang an (Joh. 8, 44). Er hat aber nicht im Himmel, sondern auf Erden gemordet. Es ist ausgeschlossen, daß Kain aus Adam hervorging, der ja im Ebenbild des heiligen Gottes geschaffen war. Aus Gott kann nichts Böses hervorkommen. Weil Satan durch Mitwirkung der Schlange direkt in das Menschengeschlecht hineingekommen ist und es ins Verderben und den Tod mitgerissen hat, war es notwendig, daß Gott ins Fleisch kam, um uns von der Macht Satans zu erlösen. Wenn die Erlösten ihr Erbteil antreten, werden sie, wie Gott es ursprünglich vorhatte, das Erdreich besitzen und in ihre vorherbestimmte Stellung zurückversetzt.
Henoch war der siebte Nachkomme Adams (Juda-Brief, Vs. 14). Kain zählt nicht; Abel wurde getötet, hatte also keine Nachkommen. Deshalb geht das Geschlechtsregister über Seth, und so ist das Wort auch in diesem Punkt vollkommen: Adam, Seth, Enos, Kenan, Mahalaleel, Jared, Henoch (1. Mose 5, 5-18; Luk. 3, 37).
Wie die Geburtsschmerzen die Frauen, so sollte die Beschneidung die Männer an den ursprünglichen Bruch und Sündenfall erinnern. Als Gott mit Abraham und seinen Nachkommen einen Bund schloß, forderte Er die Beschneidung und sprach: „Dies aber ist Mein Bund, den ihr halten sollt und der zwischen Mir und euch und deinen Nachkommen nach dir besteht: Alles Männliche soll bei euch beschnitten werden!“ (1. Mose 17, 10). Die Beschneidung wurde als ewiges Bundeszeichen erklärt. Wer sich nicht beschneiden ließ, sollte ausgerottet werden, weil er seinerseits den Bund brach (Vs. 13-14). Als Mose versäumt hatte, seinen Sohn beschneiden zu lassen, wollte der HErr ihn töten: „Da nahm Zippora einen scharfen Stein, schnitt damit die Vorhaut ihres Sohnes ab, warf sie ihm vor die Füße und sagte: ,Ein Blutbräutigam bist du mir!‘ “ (2. Mose 4, 25).
In Matth. 13 hat der HErr deutlich und unmißverständlich von zwei geistlichen Samen gesprochen. „Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; die gute Saat, das sind die Söhne des Reiches, das Unkraut dagegen sind die Söhne des Bösen.“ (Matth. 13, 37-38). Den verstockten, vom Bösen beherrschten Menschen sagte Jesus: „Ihr stammt eben vom Teufel als eurem Vater und wollt nach den Gelüsten eures Vaters handeln. Der ist ein Menschenmörder von Anfang an gewesen und steht nicht in der Wahrheit, weil die Wahrheit nicht in ihm ist.“ (Joh. 8, 44).
Der Same der Schlange war genauso Realität wie der Same des Weibes. Der Same der Schlange war Kain, der Same des Weibes war Christus. Paulus greift diesen Gedanken auf und schreibt in Gal. 3 von dem verheißenen Samen: „… und deinem Samen, und das ist Christus“ (Vs. 16). ER ist der Same, dem die Verheißung gilt (Vs. 19). Im Alten Testament lesen wir: „… wenn Er Sein Leben als Sühne einsetzen wird, soll er Samen sehen“ (Jes. 53, 10). Jeder Same bringt nach seiner Art hervor, das ist ein Gesetz Gottes. Hier erklärt sich auch das Wort Feindschaft: „Und Ich will Feindschaft setzen zwischen … deinem Samen und ihrem Samen …“ (1. Mose 3, 15). Satan ist mit Hilfe der Schlange in die Menschheit gekommen, um die göttliche Ordnung zu zerstören. Deshalb mußte Gott durch Zeugung in die Menschheit kommen, um die Feindschaft zu töten und aufzuheben (Eph. 2, 13-16). In Seinem Fleischesleibe hat der HErr die Erlösung vollbracht, um in den Erlösten neu Wohnung nehmen zu können. ER hat sie dem Einfluß Satans entrissen und in das Reich Gottes versetzt. Gott hat die gesamte Macht des Widersachers besiegt und in Christus über sie triumphiert (Kol. 2, 15).
Weil Satan in menschliches Fleisch und Blut eindrang, mußte Gott in Menschengestalt im Sohn Fleisch und Blut annehmen. Es ging um unser Leben, um die Rettung unserer Seele, deshalb ist Versöhnung und Erlösung nur durch das Blut des Gotteslammes möglich. In unserem Erlöser floß kein jüdisches, sondern göttliches, reines und heiliges Blut, in dem göttliches Leben war.
Es hat keine Evolution gegeben, wie es die Wissenschaft aus den verschiedenen Schädel- und Skelettformen feststellen will, sondern es gab verschiedene Gattungen, die sich auch äußerlich stark voneinander unterschieden. Selbst das Fleisch war ein „andersartiges Fleisch“ (Juda-Brief 7). In 1. Kor. 15, 39 schreibt Paulus: „Nicht jedes Fleisch hat die gleiche Beschaffenheit, sondern anders ist das Fleisch der Menschen beschaffen, anders das der vierfüßigen Tiere …“
Hier ist das fehlende Glied in der Menschheitsgeschichte, bekannt unter dem Begriff „the missing link“, nach dem die Wissenschaft noch heute sucht. Aufgrund der unterschiedlichen Schädel- und Skelettformen weiß man, daß eine sonderbare Gattung existierte. Nur haben die Forscher keine Antwort darauf und suchen immer noch danach. Solche Geheimnisse finden sich tatsächlich nur in dem geheimnisvollen Buch — der Bibel.
Die eine Gattung stammte aus der Vermischung Schlange/Eva: das war die Linie Kains, der eine Tochter Adams heiratete. Die andere waren die Nachkommen Adams und Evas — über Seth, der seine eigene Schwester heiratete, denn Adam und Eva hatten viele Söhne und Töchter: „Nach der Geburt Seths lebte Adam noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter.“ (1. Mose 5, 4-5). Später entstand noch eine weitere Gattung, nämlich als die beiden Linien sich vermischten. Die Nachkommen Kains — in der Bibel „Menschenkinder“ genannt — hatten noch ein wenig von der Attraktivität Luzifers. Und als die Männer aus der Linie Seths, die „Söhne Gottes“, „die Schönheit der Menschentöchter sahen, nahmen sie sich von ihnen diejenigen zu Frauen, die ihnen besonders gefielen“ (1. Mose 6, 2). Wegen dieser Kreuzung beschloß Gott, dem Menschengeschlecht ein Ende zu machen, denn der Messias sollte dem Fleische nach aus der reinen Linie stammen. Seit der Sintflut gab es deshalb nur noch eine Linie, die auf Adam zurückgeht. Von den drei Söhnen Noahs Sem, Ham und Japheth stammt das jetzige Menschengeschlecht auf der Oberfläche der Erde ab (1. Mose 9, 18-19; Apg. 17, 26).
Die beiden geistlichen Linien aber wird es bis ans Ende in allen Völkern geben (Matth. 13, 38). Die Beurteilung darüber steht nur Gott dem HErrn zu, denn Er allein weiß, wer, wie und was ein jeder ist. Eines darf jedoch dem Einzelnen zur Selbstprüfung anempfohlen werden: Wer das Wort Gottes aus dem Munde des HErrn gehört hat, glaubt und danach tut, dürfte aus dem Wort-Samen und dem Geist Gottes gezeugt sein. Wer innerlich ablehnend ist und sich dagegen ausspricht, hat mit dem HErrn wohl nichts gemeinsam. Das geht in dem Fall aus dem eigenen Verhalten hervor. Noch ist Gnadenzeit, und wer möchte, kann sich zum HErrn bekehren, Ihm glauben und folgen.
Satan zeigte unserem HErrn von einem sehr hohen Berg aus alle Königreiche der Welt samt ihrer Herrlichkeit und sagte zu Ihm: „Dies alles will ich Dir geben, wenn Du Dich niederwirfst und mich anbetest“ (Matth. 4, 8-9). Unser Erlöser wußte, daß Er hier auf Erden Sein Blut zur Erlösung vergießen und die zum ewigen Leben Bestimmten erkaufen würde. ER als der ursprüngliche Eigentümer wies Satan ab. Schon der Psalmist hatte ja gesagt: „Erhebe dich, Gott, richte die Erde! denn Du bist der Erbherr über alle Völker“ (Ps. 82, 8). Der Apostel Paulus drückt es so aus: „Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, und zwar Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir nämlich mit Ihm leiden, um auch an Seiner Herrlichkeit teilzunehmen“ (Röm. 8, 17). Am Ende dieses Zeitalters wird es sich erfüllen. Wir haben das Vorrecht, in einer Zeit leben zu dürfen, in der alle Geheimnisse der Schrift enthüllt werden. Dazu gehört auch das, was im Garten Eden geschah.
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