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Das Traditionelle Christentum
Ewald Frank
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Kapitola 28
26. Kapitel: Ein Tag Gottes — eintausend Jahre
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Die folgende Darlegung soll dazu dienen, um den Zeitplan Gottes mit der Menschheit wirklich zu verstehen. In Ps. 90, 4 steht: „Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen.“ Den gleichen Gedanken greift Petrus im Neuen Testament auf: „Ferner dürft ihr dies Eine nicht unbeachtet lassen, Geliebte, daß ,ein Tag beim HErrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag‘ “ (2. Petr. 3, 8). Wenn in der Heiligen Schrift von den letzten Tagen die Rede ist, muß beachtet werden, ob es sich dabei um Tage im prophetischen Sinn handelt oder ob wirklich die letzte Generation gemeint ist.
Gott schuf die Welt in sechs Tagen und ruhte am siebenten Tag. Liest man den Schöpfungsbericht genau, so steht geschrieben: „Da brachte Gott am siebten Tage Sein Werk, daß Er geschaffen hatte, zur Vollendung und ruhte am siebten Tage von aller Seiner Arbeit, die Er vollbracht hatte“ (1. Mose 2, 2). Das ist für den Verlauf der siebentausendjährigen Menschheitsgeschichte von großer Bedeutung. Die Zahl 7 ist die Zahl der göttlichen Vollendung. Der achte Tag wäre wieder der erste.
Der biblische Zeitablauf kann in folgende Abschnitte eingeteilt werden: Ungefähr zweitausend Jahre — zwei Tage bei Gott — vergingen von Adam bis Abraham, die nächsten zwei von Abraham bis Christus. Jetzt steht wieder die Vollendung einer zweitausendjährigen Epoche bevor. Der siebente Tag ist der Ruhetag des HErrn — das Tausendjährige Reich. Propheten und Apostel haben von diesem „Tag des HErrn“ gesprochen und geschrieben. Johannes berichtet von einem Erlebnis auf der Insel Patmos „Da geriet ich durch den Geist in Verzückung an den Tag des HErrn“ (Offbg. 1, 10). Dieser letzte Tag beginnt mit der großen Auseinandersetzung, bekannt als die Schlacht von Harmagedon (Offbg. 16, 14-16), und endet mit dem großen Kampf Gog und Magog nach den tausend Jahren, wenn Satan freigelassen wird und die Völker noch einmal verführt (Offbg. 20, 7-10). Dazwischen liegt das tausendjährige Friedensreich, wo „…Wolf und Lamm … Panther und das Böcklein … Löwe und Mastochs … Kuh und Bärin miteinander weiden werden“ (Jes. 11, 6-8) und „… sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzenspitzen zu Winzermessern. Kein Volk wird noch das Schwert gegen ein anderes Volk erheben, noch sich hinfort auf den Krieg einüben“ (Micha 4, 3; Jes. 2, 4).
„Und an jenem Tage wird es geschehen: da werden die Heidenvölker den Wurzelsproß Isai’s aufsuchen, der als Banner für die Völker dasteht, und seine Ruhestätte wird voller Herrlichkeit sein. Und an jenem Tage wird es geschehen: da wird der Allherr Seine Hand zum zweitenmal ausstrecken, um den Rest Seines Volkes, der noch übriggeblieben ist, loszukaufen …“ (Jes. 11, 10-11).
Prophetisch gesehen leben wir seit Beginn des neuen Bundes in den beiden letzten Tagen, auch „Ende der Zeiten“ genannt. Von Christus heißt es: „ER war zwar schon vor Grundlegung der Welt zuvorersehen, ist aber erst am Ende der Zeiten geoffenbart worden euch zugute“ (1. Petr. 1, 20). Diese Epoche steht jetzt vor ihrem Ende. Wegen der unterschiedlichen Berechnung von Jahren (biblisch 360 und entsprechend dem Sonnenjahr 365 Tage) ist es nicht möglich, die Zeit kalkulierbar zu machen. Dank sei Gott dafür. Ein Anhaltspunkt und eine zeitliche Orientierung ist im Groben dennoch gegeben. Aus den zur Erfüllung kommenden Ereignissen — den Zeichen der Zeit — können wir ersehen, daß wir jetzt am Ende der Endzeit leben. Deutlich erkennbar ist die von Gott kommende, bevorstehende große Wende der Menschheitsgeschichte in greifbare Nähe gerückt.
Am Pfingsttage hatte Petrus die beiden prophetischen Tage vor Augen, als er das Ereignis der Geistesausgießung auf die Grundlage des Wortes aus Joel 3 stellte: „… hier erfüllt sich die Verheißung des Propheten Joel (3, 1-5): ,In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Gott, da werde Ich von Meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen …‘“ (Apg. 2, 16+17). An das Ende dieser letzten Tage, nämlich nach Ablauf der zweitausendjährigen Heilsgeschichte, setzt er mit aller Genauigkeit den Tag des HErrn, der ja erst kommen kann, wenn der Tag des Heils zu Ende gegangen ist: „Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, bevor der Tag des HErrn kommt, der große und herrliche“ (Apg. 2, 20). Nach Maleachi 3, 23 ist der Tag des HErrn auch der große und furchtbare.
Gewisse Ereignisse werden am Ende dieser zweitausendjährigen Epoche geschehen, andere am Anfang des siebenten Tages, am Tag des HErrn. Es gibt keine Bibelstelle, die den Sabbath oder den Sonntag als „Tag des HErrn“ bezeichnet. Dieser Tag wird für die Erlösten herrlich (Phil. 1, 6; Phil. 2, 16), für alle Gottlosen jedoch schrecklich sein (Jes. 13, 6-12). Wie Gott Sein Schöpfungswerk am siebenten Tage vollendete und dann ruhte, so wird es mit der Vollendung Seines Erlösungswerkes sein.
Die Gnadenzeit wird auch als „Tag des Heils“ als „angenehme Zeit“, als „Zeit des Wohlgefallens“ (Jes. 49, 8; 2. Kor. 6, 2) und als „Gnadenjahr des HErrn“ (Jes. 61, 2; Luk. 4, 19) bezeichnet. Mit dem Gnadenjahr ist das „Halljahr“, auch „Jubeljahr“ genannt, gemeint, das im Alten Testament immer nach sieben mal sieben Jahren, also im fünfzigsten Jahr eintraf. Jeder Verschuldete und Versklavte, alle, die Hab und Gut verloren hatten, gelangten im Halljahr wieder zu ihrem ursprünglichen Besitz (3. Mose 25). Am großen Versöhnungstage ertönten die Posaunen; alle Verschuldeten wurden an einem einzigen Tage während dieses Halljahres frei. Nachdem der allgemeine, große „Versöhnungstag Gottes“ mit der Menschheit stattgefunden hat, wird in die Posaune des Evangeliums gestoßen, und wer darauf hört und es glaubt, geht frei aus. Die gesamte Gnadenzeit ist für jeden Menschen, ganz gleich, wo und wann er lebt, das göttliche Halljahr, das unser HErr als das angenehme Jahr bezeichnet. Jeder, der in dieser Zeit Gott glaubt und die vollbrachte Erlösung annimmt, darf frei ausgehen. Unser HErr rief damals aus: „Heute ist dieses Schriftwort, das ihr soeben vernommen habt, zur Erfüllung gekommen!“ (Luk. 4, 21). Dieses „heute“ ist der von Gott geschenkte Gnadentag (Hebr. 4, 7).
Über die zwei letzten Tage führt Petrus weiter aus: „Aber auch alle anderen Propheten, soviele ihrer von Samuel an und in den folgenden Zeiten aufgetreten sind, haben diese Tage angekündigt“ (Apg. 3, 24). Mit welcher Genauigkeit die Männer Gottes im Neuen Testament durch Offenbarung den Heilsratschluß Gottes beschreiben konnten, versetzt in Erstaunen. „ ,Wisset wohl: es kommen Tage,‘ — so lautet der Ausspruch des HErrn, — ,da will Ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund aufrichten.‘ “ Diesen Bund hat Gott in Christus auf Golgatha geschlossen und gibt für Israel die Verheißung: „ ,… darin soll der Bund bestehen, den Ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen werde‘ — so lautet der Ausspruch des HErrn —: ,ICH will Meine Gesetze in ihren Sinn hineinlegen und sie ihnen ins Herz schreiben, und will dann ihr Gott sein und sie sollen Mein Volk sein‘“ (Hebr. 8, 8+10).
Mit Bezug auf die Zeitspanne des Alten Testaments, die ebenfalls als Tage im prophetischen Sinn angesprochen wird, heißt es in Hebr. 1: „Nachdem Gott vorzeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat Er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn“ (Vs. 1). Das Ende dieser Tage der Väter mündete in den Anfang der Tage, in denen Gott im Sohn geredet und uns die Antwort gegeben hat. Dabei handelt es sich um die ca. zweitausend Jahre andauernde Zeit für die Gemeinde, die am Ende dieser Epoche ihre Vollendung findet. Danach kommt die Verwirklichung des Planes Gottes mit Israel; diese fällt an den Anfang des siebenten Tages, direkt vor den Beginn des Tausendjährigen Reiches.
In Hos. 6 wird davon berichtet. „Kommt, laßt uns zum HErrn umkehren! denn Er hat uns zerrissen und wird uns auch wieder heilen; Er hat uns geschlagen und wird uns auch verbinden; schon nach zwei Tagen wird Er uns genesen lassen, am dritten Tage uns wieder aufhelfen, daß wir vor Seinen Augen leben“ (Vs. 1-2).
Seit dem Jahre 70 n. Chr., als der Tempel von dem römischen Heer unter Titus zerstört wurde, ist Israel, wie schon durch den Propheten Mose vorausgesagt wurde, unter alle Völker zerstreut worden. Mose hat aber gleichzeitig auch die Rückkehr angekündigt (5. Mose 4, 27-28). Durch den Propheten Jeremia läßt der HErr sagen: „ER, der Israel zerstreut hat, sammelt es wieder und hütet es wie ein Hirt seine Herde! … So werden sie denn kommen und auf Zions Höhe jubeln … ,Ja, Ich will ihre Trauer in Freude verwandeln und sie trösten und fröhlich machen nach ihrem Leid‘ “ (31, 10-13). Im Propheten Hesekiel wird darüber in den Kapiteln 36-38 besonders viel berichtet: „So hat Gott der HErr gesprochen: Wisset wohl: ICH will die Kinder Israel aus den Heidenvölkern, unter die sie haben ziehen müssen, herausholen und sie von allen Seiten her sammeln und sie in ihr Land zurückbringen“ (37, 21). Im 38. Kapitel wird die Zeit, in der dieses alles geschieht, noch näher beschrieben: „… am Ende der Jahre … am Ende der Tage wird es geschehen“ (Vs. 8 + 16).
In dem erwähnten Text aus Hosea wird gesagt, daß es nach zwei Tagen, also nach zweitausend Jahren geschehen wird, und am dritten Tage wird der HErr Israel helfen, und sie werden Leben aus Gott empfangen. Die Hoffnung auf den Messias ist bis zum heutigen Tage in den gläubigen Juden lebendig geblieben. Generell endet ein Gebet an der Klagemauer mit der Bitte, daß der Messias komme und der Tempel wieder aufgebaut werde. Dann wird es heißen: „So laßt uns denn zur Erkenntnis kommen, ja der Erkenntnis des HErrn nachtrachten! ER wird so sicher erscheinen wie das Morgenlicht und wird über uns kommen wie der Regen“ (Hos. 6, 3).
Wie durch ein Wunder Gottes gibt es seit 1948 wieder den Staat Israel. Von der göttlichen Heilsgeschichte aus betrachtet befaßt sich Gott mit Israel als Ganzes im eigenen Lande, wogegen Er aus den Völkern und Sprachen einzelne, die glauben, herausruft. Was die Vollendung der Gemeinde aus den Nationen und die Rettung Israels betrifft, schreibt Paulus: „ … Verstockung ist über einen Teil der Israeliten gekommen bis zu der Zeit, da die Vollzahl der Heiden eingegangen sein wird; und auf diese Weise wird Israel in seiner Gesamtheit gerettet werden, wie geschrieben steht …“ (Röm. 11, 25-26).
Den gleichen Gedanken hatte schon Jakobus in der Gemeindeversammlung zu Jerusalem zum Ausdruck gebracht: „Symeon hat berichtet, wie Gott selbst zuerst darauf bedacht gewesen ist, ein Volk aus den Heiden für Seinen Namen zu gewinnen. Und damit stimmen die Worte der Propheten überein; denn es steht geschrieben: ,Hierauf will Ich umkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen‘ “ (Apg. 15, 14-15). Der Prophet Amos formulierte es so: „An jenem Tage will Ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten …“ (9, 11). Mit Bezug auf das Volk Israel schreibt Zephanja: „An jenem Tage wirst du dich nicht mehr zu schämen brauchen …“ (3, 11). „An jenem Tage will Ich Jerusalem zu einem Hebestein für alle Völker machen … an jenem Tage, da werde Ich darauf bedacht sein, alle Völker zu vernichten, die gegen Jerusalem zu Felde gezogen sind. Sodann will Ich über das Haus Davids und über die Bewohner Jerusalems den Geist der Gnade und der Bitte um Gnade ausgießen, so daß sie auf den hinblicken werden, den sie durchbohrt haben“ (Sach. 12, 3 + 9).
Die Tatsache der Rückkehr des Volkes Israel in ihr Heimatland ist der unfehlbare Beweis, daß die Gnadenzeit jetzt zu Ende geht und Gott sich den Juden in aller Kürze offenbaren wird. Bevor der letzte Tag anbricht, muß das Werk Gottes mit der Gemeinde vollendet sein. So spricht der HErr: „Wisset wohl: Ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HErrn kommt“ (Mal. 3, 23). Könnte es sein, daß diese Verheißung bereits erfüllt ist, ohne daß die etablierte Geistlichkeit es merkte? Zu Beginn der Gnadenzeit war es jedenfalls so mit Johannes dem Täufer.
Weil Johannes der Täufer den ersten Teil des 24. Verses erfüllt hat, „…der wird das Herz der Väter den Söhnen zuwenden“ (Luk. 1, 17), wurde auch er Elia genannt. Doch seit damals sind fast zweitausend Jahre vergangen, und der Tag des HErrn ist noch nicht gekommen. Johannes war der Botschafter gemäß Mal. 3, 1, der dem HErrn den Weg bereitet hat (Matth. 11, 10; Mark. 1, 1-3).
Johannes wurde unter anderem gefragt: „Bist du Elia?“ Darauf antwortete er: „Nein, ich bin es nicht.“ (Joh. 1, 21). Ehe der Tag der Gnade zu Ende geht und der Tag des Gerichtes und des Zornes hereinbricht, wollte Gott einen Mann wie den Propheten Elia senden. Dieser Mann hat die Aufgabe, die Herzen der Kinder Gottes zu den Herzen der apostolischen Väter zurückzuführen (Mal. 3, 24b). Wie Elia das Volk Israel auf den Berg Karmel rief, den Altar des HErrn wieder aufbaute, indem er genau zwölf Steine entsprechend den zwölf Stämmen Israels nahm, damit Gott vom Himmel her antworten und die Entscheidung herbeiführen konnte, so muß der Elia in dieser Zeit die Lehre der zwölf Apostel als Grundlage neu in die Gemeinde stellen, damit der lebendige Gott sich zu Seinem Wort bekennen und Seine Macht in Seiner Gemeinde offenbaren kann. Dieser Mann kann nicht ein Repräsentant einer Denomination sein: es muß ein Mann von Gott gesandt mit der direkten göttlichen Botschaft an das Volk Gottes sein.
In Matth. 17, 11 bestätigt Christus diesen Dienst, der damals noch zukünftig war: „ER gab ihnen zur Antwort: ,Elia kommt allerdings und wird alles wieder in den rechten Stand bringen.‘ “ Dr. Scofield schreibt darüber in seiner Bibelübersetzung in der Fußnote zu Matth. 17, 10-11, wie es auch andere Kenner der biblischen Prophetie tun: „Christus bestätigt die besondere und noch unerfüllte Prophezeiung in Mal. 3, 23-24: «Elia soll ja zuvor kommen und alles zurechtbringen». Hier, ebenso wie in Maleachi, wird die Voraussage, die in Johannes dem Täufer erfüllt wurde und diejenige, die noch in Elia erfüllt werden muß, auseinander gehalten. Aber Johannes der Täufer war schon gekommen, und sein Dienst war so vollkommen im Geist und in der Kraft des zukünftigen Dienstes des Elia (Luk. 1, 17), daß in typischem Sinne wohl gesagt werden konnte: «Elia ist schon gekommen».“
Der Wegbereiter bei dem ersten Kommen Christi trat im Geist und in der Kraft des Elia auf. Der Gottesmann vor dem zweiten Kommen Christi muß alles wieder biblisch ordnen und in den rechten Stand zurückbringen, wie es im Urchristentum war. Das muß gemäß der Heiligen Schrift vor der Wiederkunft Jesu Christi geschehen, denn von Jesus Christus heißt es: „IHN muß allerdings der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, was Gott durch den Mund Seiner heiligen Propheten von der Urzeit her verkündet hat“ (Apg. 3, 21).
An die Thessaloniker schreibt Paulus, was den Tag des HErrn betrifft: „… ihr wißt ja selber genau, daß der Tag des HErrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht.“ Das heißt, ohne eine besondere Voranmeldung gibt es die große Überraschung. Paulus führt mit Bezug auf diesen Tag weiter aus: „Wenn sie sagen: ,Jetzt herrscht Friede und Sicherheit,‘ dann überfällt sie das Verderben plötzlich wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden sicherlich nicht entrinnen.“ Zu keiner anderen Zeit haben die Begriffe „Friede“ und „Sicherheit“ eine solche Rolle gespielt wie gerade jetzt. Es geht den Politikern darum, den leidgeprüften Völkern Frieden und Sicherheit zu bescheren. Gerade zu der Zeit, wo die Schlagworte „Friede“ und „Sicherheit“ hervorgehoben werden, wird es aber geschehen. Diese Zeit ist jetzt. In Ost und West setzt sich der Gedanke der Abrüstung und der Sicherheit in ganz Europa und damit für die ganze Welt durch. Für die Kenner der Heiligen Schrift wird dieser Tag nicht unverhofft kommen, denn sie sehen anhand der Zeichen der Zeit, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist. „Ihr aber, liebe Brüder, lebt nicht in Finsternis, daß der Tag euch wie ein Dieb überraschen könnte“ (1. Thess. 5, 2-4).
Der Apostel Paulus greift das Thema der Wiederkunft des HErrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit Ihm auf und mahnt in dem Zusammenhang, nicht in Aufregung zu geraten: „… als ob der Tag des HErrn schon da wäre“ (2. Thess. 2, 2b). In diesem Kapitel und an anderen Stellen werden die geistlichen Merkmale dieser letzten Epoche, die auch Endzeit genannt wird, geschildert: „In der Endzeit werden Spötter auftreten, die nach ihren der Gottlosigkeit zugewandten Lüsten wandeln“ (Juda 18).
Fast die gleichen Worte finden sich in 2. Petr. 3, 3: „Ihr müßt dabei aber zunächst bedenken, daß am Ende der Tage Spötter voll Spottsucht auftreten werden, Menschen, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln.“
Im nächsten Vers beschreibt der Apostel die Merkmale dieser Spötter, die nicht in allgemeiner Art spotten, sondern sich über die verheißene Wiederkunft Christi lustig machen und sagen: „Wo ist denn Seine verheißene Wiederkunft?“
Der Allgemeinzustand, wie er in den letzten Tagen oder in der Endzeit sein würde, wird in 2. Tim. 3, 1-9 dargestellt: „… daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden; denn da werden die Menschen selbstsüchtig und geldgierig sein, prahlerisch und hochmütig, schmähsüchtig, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, ohne Liebe und Treue, verleumderisch, unmäßig, zügellos, allem Guten feind, verräterisch, leichtfertig und dünkelhaft, mehr dem Genuß als der Liebe zu Gott ergeben …“
Generell hat es der HErr zum Ausdruck gebracht, in welch einer moralischen und geistlichen Verfassung die Menschheit zu dieser Zeit sein würde; wie in den Tagen Noahs und zur Zeit Sodoms und Gomorrhas (Luk. 17). In der Zeit Noahs fand die große Vermischung der beiden Linien (Seth und Kain) statt, weswegen Gott das Ende allen Fleisches beschlossen hatte (1. Mose 6). So findet jetzt die größte religiöse Vermischung statt, die es je gab.
In 2. Tim 4, 1-5 wird vor einer Verkündigung gewarnt, die vom Wort der Wahrheit abweicht: „Denn es wird eine Zeit kommen, da wird man die gesunde Lehre unerträglich finden … von der Wahrheit dagegen wird man die Ohren abkehren und sich den Fabeln zuwenden.“ In 1. Tim. 4, 1-3 hat nicht der Apostel, sondern der Geist Gottes die geistliche Entwicklung vorausgesagt: „Der Geist aber kündigt ausdrücklich an, daß in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, weil sie sich irreführenden Geistern und Lehren, die von Dämonen herrühren, zuwenden … Es sind dies Leute, die das Heiraten verbieten (also den Zölibat zur Pflicht machen) und Enthaltsamkeit von Speisen (z. B. kein Fleisch zu essen am Freitag), welche Gott doch dazu geschaffen hat, daß die Gläubigen und alle, welche die Wahrheit erkannt haben, sie mit Danksagung genießen sollen.“ Was den Menschen als besonders erstrebenswert präsentiert wird, bezeichnet die Heilige Schrift als „dämonische Lehren“.
Auch der Apostel Petrus hat von dem Tag des HErrn, den er auch ,Tag Gottes‘ nennt, geschrieben: „Kommen aber wird der Tag des HErrn wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber in der Flammenglut sich auflösen, und die Erde wird mit allen Menschenwerken, die auf ihr sind, in Feuer aufgehen … indem ihr auf die Ankunft des Tages Gottes wartet“ (2. Petr. 3, 10-12).
Der Prophet Daniel nahm wiederholt auf die Endzeit Bezug. In Kap. 2, 28 heißt es: „… aber es gibt einen Gott im Himmel, welcher Geheimnisse enthüllt; und dieser hat dem Könige Nebukadnezar kundgetan, was in der Endzeit geschehen wird.“ Im 8. Kapitel, Vers 17, 19 und 26 wurde ihm gesagt: „Gib acht, Menschenkind! denn das Gesicht bezieht sich auf die Endzeit … Wisse wohl: Ich will dir kundtun, was in der letzten Zeit des Zorns geschehen wird; denn das Gesicht bezieht sich auf die festgesetzte Endzeit … du aber verwahre das Gesicht unter Siegel, denn es bezieht sich auf eine ferne Zeit.“ Fast die gleichen Worte wurden dem Propheten im letzten Kapitel zugerufen: „Du aber, Daniel, halte das Gesagte unter Verschluß und versiegle das Buch bis zur Endzeit … Gehe, Daniel! denn die Offenbarungen sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Endzeit“ (12, 4+9).
Bisher war es nicht möglich, den prophetischen Teil der Geschichte anhand der Heiligen Schrift so einzuordnen, wie es jetzt aufgrund der politischen Entwicklung der Fall ist. Das gegenwärtig entstehende religiöse und politische Europa ist die Wiedererstehung des „Römischen Reiches“ aufgrund der Römischen Verträge vom 25. März 1957. Die unumkehrbare Entwicklung in Zentral-Europa und die allgemeine Weltlage zeigen deutlich, daß wir nahe vor der Wiederkunft Jesu Christi und dem darauffolgenden Tag des HErrn leben. Die Zeit ist nicht nur nahe, sie ist da. Heute braucht die biblische Prophetie nicht mehr gedeutet zu werden, wir sehen sie vor uns verwirklicht. Die Gnadenzeit, der Tag des Heils, neigt sich dem Ende zu; der Countdown hat bereits begonnen. Eine Epoche findet ihren Abschluß und die andere, der letzte Tag, beginnt. Nach dem siebenten Tag, dem letzten Jahrtausend, wird die Zeit dann in die Ewigkeit münden.
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