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Das Traditionelle Christentum
Ewald Frank
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Kapitola 30
28. Kapitel: Schlußfolgerungen und die mysteriöse Zahl 666
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Wie es möglich ist, daß die Mehrheit der „Geistlichkeit“ die nachgewiesene historische Entwicklung ignoriert bzw. sich darüber hinwegsetzt, ist schwer nachvollziehbar — es sei denn, sie verschließt absichtlich die Augen davor oder ist an der Wahrheitsfindung nicht interessiert. Die Entwicklung speziell seit Konstantin und damit seit Beginn der römischen Reichskirche ist so umfangreich beschrieben worden, daß wirklich kein Nachholbedarf besteht. Die Kaiser bestimmten vom 5. bis 11. Jahrhundert die Päpste. Danach nahm die sogenannte „Geistlichkeit“ die Angelegenheit in ihre Hände.
„Um den Einfluß der römisch-deutschen Kaiser und des römischen Stadtadels auf die Wahl des Papstes zurückzudrängen, erläßt Papst Nikolaus II. auf der Ostersynode 1059 ein Papstwahldekret, das die Wahl ausschließlich in die Hände eines Kardinalskollegiums legt“ (B. Harenberg, Chronik der Menschheit, S. 287). Die Päpste waren den weltlichen Potentaten bald überlegen, weil sie die Volksmasse aus Angst vor der Hölle hinter sich hatten. Das genügte aber noch nicht: bald wurde die Sache zugunsten der Kirche entschieden. Schließlich setzten nicht mehr die Kaiser die Päpste ein, sondern die Päpste die Kaiser. „Rom, März 1075. Päpstlicher Diktat. Im sog. Dictatus Papae während der römischen Fastensynode erklärt Papst Gregor VII. den Bischof von Rom zum unbeschränkten Herrscher der Universalkirche. Der Papst allein sei berechtigt, kaiserliche Insignien zu tragen, könne Kaiser absetzen und die Untertanen eines ungerechten Herrschers vom Treueid lösen und dürfe von niemandem gerichtet werden“ (B. Harenberg, Chronik der Menschheit, S. 288). Was haben all diese weltlich-politischen und religiösen Machtpositionen mit der Gemeinde Jesu Christi oder der Verkündigung des Evangeliums von Ihm und dem Reiche Gottes zu tun? Die Herrscher, ob in zivil oder einem klerikalen Gewand, haben doch alle ihr eigenes Reich gebaut.
Die Päpste werden in das hohe Amt gewählt, das sie selbst erfunden haben. Danach werden sie auf den Tragthron (Sedia gestatoria) gesetzt und getragen. Nun schaut alle Welt zu ihnen auf, sucht ihr Wohlwollen, ihre Gunst, ihre Vermittlung. Wenn nun feststeht, und zwar unfehlbar nachgewiesen, daß in dieser universellen Kirche nichts, aber auch gar nichts mit der Heiligen Schrift übereinstimmt, soll man das der Öffentlichkeit verschweigen und so Schuld vor Gott auf sich laden? Hier werden nicht die vielen Menschen getadelt, die zu dieser universellen Kirche gehören, und auch nicht ein liebenswürdiger Papst als Mensch, sondern die Institution und das System an sich. Es muß statthaft sein, zu prüfen, ob es sich nicht tatsächlich um die größte Täuschung und Fälschung in der Menschheitsgeschichte — vielleicht ungewollt — handelt.
Gemäß dem biblischen Zeitablauf stehen wir jetzt vor der größten geistlichen Auseinandersetzung. Zu allen Zeiten gab es in der Kirchengeschichte Männer, die sich mit dieser Thematik befaßt haben. Dr. Martin Luther hat sich seinerzeit sehr hart gegen das Papsttum ausgesprochen. Seine grobe Ausdrucksweise paßt nicht in diese Zeit, wir bitten deshalb um Entschuldigung. In ihm haben sich beide Welten, die protestantische und die katholische, auseinandergesetzt. Er hat es sich nicht leicht gemacht, er war offensichtlich von Gott dazu berufen und erhob seine Stimme nach dem Muster der alttestamentlichen Propheten. In seiner Vorrede zum Propheten Daniel in der zweiten verbesserten Bibelauflage schreibt er: „Hie ist klärlich der Pabst abgemahlet, der in seinen Drecketen unverschämt brüllet, daß alle Kirchen und Thronen von ihm gerichtet, er aber von niemand könne gerichtet werden. Und Cap. Solite: Wie die Sonne über den Mond, so ist der Pabst über den Kayser. Wo aber die Obrigkeit ist, da ist Gewalt zu gebieten, die andern sind schuldig gehorsam zu seyn. … Wenn der Pabst unzählige Seelen zur Höllen verführete, noch sol niemand sagen: Was thust du? Dis alles ist nicht allein also gelehret, sondern auch im Werke geübet und getrieben: denn der Kayser ist nicht Kayser, sondern der Pabst, dem er unterthan als ein Knecht, auch die Füsse küssen muß mit allen seinen Rechten. Solches hat S. Petrus 2. Ep. 3, 3 verkündet, daß kommen würden, die nach ihren eigenen Lüsten oder Willen leben würden. Damit er dis Wort Daniels was er wil erkläret. Zum andern v. 36:
«Er wird sich erheben und aufwerfen wider alles, was Gott ist, und wider den Gott aller Götter wird er greulich reden, und wird ihm gelingen, bis der Zorn aus sey.»
Also mahlet der Pabst auch sich selbst, da er in seinen Drecketen rühmet, er sey über die Heil. Schrift, und dieselbige müsse von seinem Stuhl bestätiget, und ihren Werth empfahen. Aber viel stärker treibt er solches mit der That, denn alle, die jemals wider ihn aus der Schrift geredt haben, die hat er verflucht, verdammt, verbrant als Ketzer und Teufels=Kinder, thuts auch noch täglich. Und die Seinen schreyen noch jetzt und immerdar, daß die Kirche (der Pabst), über die Schrift sey. Das heisst hie Daniel greulich reden wider den Gott aller Götter. …
Denn andere Tyrannen, so Gottes Wort verfolget, haben aus Unverstand gethan. Dieser thuts wissentlich, und nennet die H. Schrift und Gottes Wort, darüber er Herr seyn wil, und verdammet als Teufels=Lehre, wo und wenn er wil. Daher lässt er sich nennen einen irdischen Gott, ja Gott aller Götter, Herr aller Herren, König aller Könige, nicht einen puren Menschen, sondern vermischt mit Gott oder einen Göttern Menschen, gleichwie Christus selbst ist Gott und Mensch, dessen Vicarius er seyn wil, und noch sich drüber erhebt.
Also hat S. Paulus 2. Thess. 2, 3.4. diesen Text Danielis geführet: Es wird offenbahret werden der Mensch der Sünden und Kind des Verderbens, der sich erhebt und setzet über und wider alles, das Gott genennet und geehret wird, und sitzt im Tempel Gottes, und zeiget sich als einen Gott. Denn über Gottes natürlich Wesen und Majestät kan sich nichts erheben, sondern über den genannten, gepredigten, geehrten Gott, das ist, über Gottes Wort und Gottesdienst …
Denn Mensch der Sünde und Kind des Verderbens heisst hie nicht allein, der für sich selber ein Sünder und verlohren ist, privatus, ein persönlicher Sünder, sondern ein publicus, das ist, der andere mit sich zur Sünde und Verderben führet. … Solch Sünden=Amt hat der Pabst auf zweyerley Weise getrieben.
Erstlich, daß er viel neuer Gottesdienst aufgerichtet hat, wie hernach folget in seinem Mausim, als das Ablaß, Weihwasser, Heiligendienst, Walfahrten, Brüderschaften, Müncherey, Messe, Fasten, Feyern, etc. Daneben die rechten Gottesdienst, als Gottes Wort, Glauben, Sacramenta, etc. verstört und zuschändet.
Zum andern, daß er die Christen mit unzähligen Gesetzen unterdrückt, und damit Sünde gestiftet, da Gott keine haben wil, und Summa, fast an alle Creatur Gottes hat er Sünde geschmieret, nemlich, wo und wenn er hat gewolt, so hat Butter, Eyer, Käse, Milch, Fleischessen Sünde müssen seyn, die uns doch Gott frey, rein und ohne Sünde zu geniessen gegeben hat. Also hat er die Zeit und Tage auch mit Sünden beschmeist: denn wo und wenn er hat gewolt, so hat man müssen fasten und feyern, und hat dieselbige Zeit über allerley Speise, auch das liebe Brot essen und trinken, Sünde müssen seyn.
Also hat er auch die Stätte und Gerähte mit Sünden beschmeisst: denn die Kirchen und geweiheten Stätte hat er also geheiliget, daß man weder Stein noch Holz schier hat dürfen anrühren, sonderlich die Altaren und Altars=Gerähte. Schrecklich war es, wenn ein Laye mit blosser Hand den Kelch, Pateen, Corporal anrühret. Wenn mans waschen solte, durfte es auch keine heilige Nonne waschen, der Priester mußte es zuvor waschen: so voll Gesetze und Sünde stackte der Kelch … Also muste auch die Hochzeit, von Gott frey gestift, Sünde seyn, wo sie in verbotener Zeit gehalten ward. Also muste das Ehebette in Sünden gefangen seyn, welche Zeit er wolte.
… Und auf daß er nichts unverwüstet lasse, wird er die dritte Hierarchie Gottes auch zerreissen, nemlich den Ehestand, welche er nicht allein verboten hat den Geistlichen, sondern auch durchaus verlästert, geschändet, veracht und zu nichte gemacht, damit, daß ers ein unrein, fleischlich und ungöttlich Wesen schilt, darin man Gott nicht dienen könne. Unangesehen, daß Gott den Ehestand gesegnet, seinen Bund und Wohlgefallen heisst, und durch Vergebung der Sünde das Ehebette rein und ehrlich spricht, und die böse Lust des Fleisches darinnen nicht rechnen wil. Also muß der Endechrist verfluchen, was Gott segnet, zerreissen, was Gott zusammen bindet, schänden, was Gott lobet: summa, alles über und wider Gott thun, verwüsten und verderben. Solch Eheverbieten wird er nicht thun aus Liebe zur Keuschheit, ohne allein zum Schein, sondern daß er frey und ungehindert thun möge, was er wil, und niemand unterthan noch verbunden sey …“ (M. Luther, Bibel, II. Ausgabe, S. 836). Was Martin Luther hier ausgeführt hat, ist nichts Neues und stammt nicht erst aus der Zeit der Reformation, sondern ist von den wirklichen Bibelkennern schon immer mehr oder minder erkannt worden:
„In Büchner‘s Biblischer Handkonkordanz wird hierzu folgendes ausgeführt: «Die Deutung des Antichristen auf den Papst, welche in der älteren protestantischen Kirche die herrschende, und von der reformierten Kirche in Frankreich sogar in ihr Glaubensbekenntnis aufgenommen worden ist, … durfte gar nicht den Protestanten so hoch angerechnet werden, da sie längst vor der Reformation, schon im 9. Jahrhundert, sich vorfindet … und durch alle Jahrhunderte bis auf Luther sich wiederholt.»“ (O. Markmann, Endzeit, Entrückung, Antichrist, S. 62).
Aus dem Vergleich mit der Heiligen Schrift geht offensichtlich hervor, daß grundsätzlich alles abgeändert wurde und der ganze Gottesdienst ausgetauscht worden ist. Vom Original, von dem Glauben, „der den Heiligen ein für allemal übergeben worden ist“ (Juda 3), ist keine Spur mehr. Bei jeder Einführung eines Dogmas hat man sich zuerst über das Wort hinweggesetzt. Um das Eigene glaubhaft einführen zu können, mußte das ursprünglich Biblische außer Kraft gesetzt werden. Dafür gibt es die Beweise im Vergleich von Schrift und selbsterfundenen Proklamationen, zum Beispiel, wie schon erwähnt: „Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem Einen, der aus dem Himmel herabgekommen ist, der Menschensohn …“ (Joh. 3, 13). Trotz dieses unmißverständlichen und klaren Wortes wurde sogar noch in jüngster Vergangenheit das Dogma von der leiblichen Himmelfahrt Marias im Gegensatz zum Wort Gottes proklamiert. Muß man nicht Gott Recht geben und all die Lehrsätze und Verordnungen, die von Päpsten verkündigt wurden, als antichristlich bezeichnen, weil sie in der Tat gegen – anti – die Lehren Christi sind?
Die Erklärung: „Wer die Kirche nicht zur Mutter hat, hat Gott nicht zum Vater“ hat die Menschen in Furcht versetzt, denn schließlich ist der Mensch ja zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen. Wenn aber gelehrt wird, daß diese Kirche von Christus selbst gegründet wurde und daß sozusagen alle katholisch waren, sogar Maria, dann stimmt das einfach nicht. Das bestätigt die gesamte Geschichtsschreibung. In den ersten christlichen Jahrhunderten gab es, wie schon an anderer Stelle in diesem Buch ausgeführt, keine einheitlich organisierte römisch-katholische Kirche, auch keine andere. Die nachapostolische Zeit kennt eben nur die verschiedenen Glaubensrichtungen, aber keine Einheitskirche, die sich erst seit den Tagen Konstantins bildete. Es gab keine Päpste, es gab keine Kardinäle etc. Leider ist auch die protestantische Forschung, was die ersten Jahrhunderte betrifft, nicht konsequent genug, weil man diesem Gedanken gar nicht nachgehen wollte oder konnte, denn das Bestreben nach Einheit verdrängt den Gedanken an die tatsächliche Entwicklung. Die Protestanten, die aus der römisch-katholischen Kirche hervorkamen, sind zum größten Teil auch der Meinung, daß es sich dabei um die Gemeinde Jesu Christi handelte, und machen sich deshalb gar nicht die Mühe, die ersten Jahrhunderte zu beleuchten. Es wird nur von Abweichungen und Mißständen in der Vergangenheit gesprochen.
Die Päpste präsentieren sich selbstherrlich als Nachfolger Petri, die Bischöfe als Nachfolger der Apostel, aber sind sie es wirklich? Es hat nie einen Stuhl Petri, weder in Jerusalem noch in Rom, gegeben. Auch hat es keinen Primat des Petrus gegeben. In dem Apostelkonzil bzw. der Gemeindeversammlung zu Jerusalem hatte offensichtlich Jakobus den Vorsitz, denn nachdem Petrus, Barnabas und Paulus gesprochen hatten, ergriff Jakobus das Wort und faßte unter der Leitung des heiligen Geistes, entsprechend dem prophetischen Wort, das Erörterte zusammen (Apg. 15, von Vs. 13). In Vers 28 heißt es: „Es ist nämlich des heiligen Geistes und unser Beschluß …“ Gott nahm immer, wen Er wollte, einmal den und einmal jenen. Es gab Situationen, in denen Petrus, Paulus oder andere vom HErrn gebraucht wurden. Was es nicht gab und nicht gibt, ist einen Vorzug, einen Primat. Dieser Gedanke kam nur auf, um die eigene Idee zu untermauern, hat aber keine biblische Grundlage.
Der jeweilige Papst gibt sich als Stellvertreter Christi aus, obwohl ein solcher in der Heiligen Schrift nicht einmal angedeutet wurde; er erklärt sich als universeller Bischof, den es im Reiche Gottes ebenfalls nicht gibt. Der Apostel Petrus meinte Christus und nicht einen Papst, als er schrieb: „Denn ihr ginget wie Schafe in der Irre; jetzt aber seid ihr zu dem Hirten und Hüter (Bischof) eurer Seelen bekehrt worden“ (1. Petr. 2, 25). Der Papst stellt den Anspruch „Oberhirte“ bzw. „Oberhaupt“ zu sein. Wie soll man sich das vorstellen? Von Christus wissen wir, daß Er als guter Hirte Sein Leben für die Schafe gegeben hat (Joh. 10), ebenso, daß Er zum alles überragenden Haupt gemacht wurde für die Gemeinde (Eph. 1, 22). Wo hat da noch ein „Oberhaupt“ Platz? Gewiß nicht in der Gemeinde Jesu Christi, höchstens in seiner eigenen Kirche!
Die Päpste lassen sich von aller Welt huldigend mit „heiliger Vater“ anreden. Nun steht aber geschrieben: „Und niemand auf Erden sollt ihr euren ,Vater‘ nennen; denn einer ist euer Vater, der im Himmel“ (Matth. 23, 9). Millionen von Menschen lästern Gott, indem sie die Ihm allein zustehende Benennung einem Menschen geben. Wo ist nun der heilige Vater, ist Er im Himmel oder in Rom? Der Vater aller Gotteskinder ist im Himmel, geheiligt werde Sein Name.
Die kirchlichen Würdenträger nehmen überall die Ehrenplätze ein und lassen sich feiern. Es sei ihnen vergönnt, denn gemäß der Schrift werden auch sie den Bergen und Felsen zurufen: „Fallet auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht des auf dem Throne Sitzenden und vor dem Zorn des Lammes!“ (Offbg. 6, 16).
Die römisch-katholische Kirche hat es verstanden, der Welt glaubhaft zu machen, daß sie eine göttliche Einrichtung auf Erden ist, nämlich die von Christus selbst ins Leben gerufene Gemeinde, die allein selig macht. Das stimmt nicht, das widerlegt die Geschichte der ersten dreihundert Jahre der christlichen Zeitrechnung. Auch keine andere Kirche als Institution wurde von Ihm gegründet und vermag selig zu machen. Die verschiedenen Lehrauffassungen, die in den ersten Jahrhunderten bereits existent waren, dann aber durch die „Zwangseinheit“ zurückgedrängt wurden, sind nach der Reformation wieder in den unterschiedlichen geistlichen Strömungen hervorgekommen. Jetzt geht es nicht mehr um die Übereinstimmung von Lehre und Praxis, sondern nur noch darum, daß sich alles, ganz gleich wie auch geistlich geartet, zusammenschließt. Inmitten dieser Entwicklung baut Jesus Christus selbst Seine Gemeinde. ER ruft aus allen Völkern, Sprachen und Nationen durch die Verkündigung Seines Evangeliums die Menschen, die Seiner Stimme folgen, aus allen Kirchen heraus, bringt sie in Übereinstimmung mit Seinem Wort und vollendet so Seine Gemeinde auf den Tag Seiner glorreichen Wiederkunft.
Die Gemeinde Jesu Christi ist nicht an irdischen Gütern reich, sie besitzt nicht Gold und Silber, wie Petrus damals sagte, sondern ist geistlich reich gesegnet. Satan bot Jesus die Reichtümer dieser Erde an. ER lehnte ab, denn Er wußte, daß Er gemäß der Verheißung in der Vollendung der Herrscher über alle Reiche der Welt sein wird. Diesen Anspruch stellt das Papsttum, nämlich Herrscher bis an die Enden der Erde zu sein. Auch dadurch wird der Widerspruch zu Christus offenbar. Die Menschheitsgeschichte wäre ohne Päpste sicher ganz anders verlaufen. Es hätte nicht die Kreuzzüge, die vielen Kriege, Verfolgungen und Millionen Märtyrer gegeben. Auch die Sklaverei geht auf ihr Konto, denn erst die sogenannten Missionare ebneten den Händlern den Weg.
Den Reichtum des Vatikans können selbst Finanzexperten nicht schätzen. Wer die Schatzkammern im Petersdom besichtigt, dem verschlagen all das Gold, die Edelsteine, Perlen (Offbg. 17, 4) und andere Valuta den Atem. Rom ist äußerlich eine fromme Stadt. Wer auf dem Flughafen landet, begegnet sofort der „Banco di Santo Spirito“ (Bank des Heiligen Geistes). Der unsagbare Reichtum ist nicht in den Häusern der Bevölkerung, sondern in den Diözesen beziehungsweise im Vatikan.
Die römische Kirche ist eine politisch-religiöse Weltmacht, die auf allen Ebenen tätig ist und Einfluß nimmt, speziell durch den ihr vollkommen ergebenen Jesuiten-Orden. Seine Mitglieder haben bereits alle Schlüsselpositionen belegt. Sie sitzen in Regierungen und Ämtern, in den Universitäten, im sozialen Bereich, in Krankenhäusern, in Kindergärten, in Schulen usw. Ihr größter Einsatz und Fleiß gilt der Förderung der römisch-katholischen „Staatsreligion“, wobei alle behördlichen Kanäle genutzt werden. Sie sind Ratgeber und Manuskriptschreiber der wichtigsten Politiker in Ost und West. „Opus Dei“ ist überall; auch bei Protestanten und Kommunisten. Und nach wie vor halten sie sich an ihren Leitsatz: Der Zweck heiligt die Mittel.
Obwohl die katholische Kirche behauptet, sie allein sei seligmachend, landen ihre Mitglieder — auch wenn sie ihr ganzes Leben lang an allen Sakramenten teilhatten und selig gemacht wurden — nach dem Tod angeblich doch im Fegefeuer. Wie selig macht diese Kirche, daß sie auch für ihre Toten Messen lesen lassen muß? In der Bibel steht auch davon nichts geschrieben. In der Friedhofskapelle heißt es: „Es hat dem HErrn gefallen, unseren Bruder oder unsere Schwester zu sich in die Herrlichkeit zu nehmen“, und das wird auch auf den Grabsteinen zum Ausdruck gebracht: „Hier ruht in Frieden …“ oder: „Hier ruht in Gott …“. In den Exsequien aber hat es dem HErrn nicht gefallen, den Heimgegangenen zu sich zu nehmen, da muß er zuerst durch das Fegefeuer hindurch! Wer allein darüber nachdenkt, dem muß bewußt werden, daß etwas nicht stimmen kann.
Jesus Christus fragte damals. „Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?“ (Luk. 20, 4). Heute fragt Er: „Waren die Reformation und alle darauf folgenden Erweckungen vom Himmel oder von den Menschen?“ Damals konnten die Schriftgelehrten die Frage nicht beantworten. Was ist mit den Schriftgelehrten dieser Zeit? Welche Antwort geben sie? Keine! Das Blut all der Märtyrer, die ihr Leben dafür gelassen haben, daß die Bibel heute gelesen werden darf und die darin enthaltenen Wahrheiten neu auf den Leuchter gestellt werden, wird am Jüngsten Tag gegen die geistlichen Führer dieser Generation sprechen, die jetzt die Zurückführung der protestantischen Welt in den römischen Mutterschoß betreiben. Meisterhaft sind die protestantischen Kirchen, aber auch die Freikirchen betört worden. Hieß es noch vor einigen Jahren in dem sogenannten Nicäischen Glaubensbekenntnis: „… heilige, allgemeine, apostolische Kirche“, so heißt es jetzt auch bei ihnen: „… heilige, katholische und apostolische Kirche“.
Wer ist aus biblischer Sicht der Mann, zu dem alle Welt aufschaut, der im Fußballstadion von Casablanca zu 85.000 Moslems spricht und in Abidjan den Fetischleuten seinen Segen erteilt; der bei der UNO in New York oder beim Weltrat der Kirchen in Genf, im Straßburger Europaparlament, in den skandinavischen Ländern und fast überall in der Welt auftritt, auch da, wo er nicht willkommen ist?
Dieses Amt und die damit verbundene Macht werden in der Heiligen Schrift, besonders in der Offenbarung, unverkennbar und unfehlbar beschrieben, seine Bezeichnung wird in dem Zahlenwert 666 zum Ausdruck gebracht (Offbg. 13, 17-18). Dort wird uns deutlich gesagt: „… sie ist nämlich die Zahl eines Menschennamens, und seine Zahl ist 666.“ Diese ergibt sich tatsächlich aus dem Zahlenwert seiner lateinischen Titulierung, die kein anderer auf Erden führt:
S T E L L V E R T R E T E R D E SS O H N E S G O T T E S
V I CARIVS FI LI I DEI
5 +1 + 100..+ 1+5 . . + 1 + 50 +1 +1 + 500 . + 1 =666
Es ist kein Zufall, daß die römischen Herrscher die Bezeichnung „Latinvs rex sacerdos“, welches „lateinischer Priesterkönig“ bedeutet, getragen haben. Aus dem heidnischen Rom wurde ja das päpstliche Rom. Sonderbarerweise hat auch diese Bezeichnung den Zahlenwert 666.
LAT IN VSRE X S A C ER DOS
50 .. +1 . +5 ... +10. . +100.. +500 ..= 666
In Offbg. 17 wird diese Weltinstitution bildhaft als Mutter zutreffend beschrieben. Weil die ganze Menschheit auf fromme Art betört, bezaubert, irregeführt und in den Bann durch sie geraten ist, spricht der HErr selbst das Urteil über ihren Sitz. In Offbg. 18 wird uns mehrmals gesagt, daß in einer einzigen Stunde über die sogenannte „ewige Stadt“ die Zerstörung kommen wird. „Soviel sie geprunkt und Üppigkeit getrieben hat, ebensoviel Qual und Leid fügt ihr zu! Weil sie in ihrem Herzen denkt: ,Ich throne hier als Königin und bin keine Witwe und werde niemals Trauer erleben:‘ deshalb sollen ihre Plagen an einem Tage über sie kommen, Pest, Trauer und Hunger, und mit Feuer soll sie verbrannt werden; denn stark ist Gott der HErr, der das Urteil über sie gesprochen hat“ (Offbg. 18, 7-8). Bis jetzt hat sich jedes Wort Gottes in der dafür bestimmten Zeit erfüllt.
Aufgrund der allein gültigen und für immer maßgebenden und verbindlichen Autorität des Wortes Gottes, werden alle Aufrichtigen gebeten, sich dem Worte Gottes zu stellen und zu glauben, wie die Schrift sagt.
Dies soll keineswegs eine polemische Abrechnung sein. Das endgültige Urteil steht nur Gott allein zu, der allerdings auf der Grundlage Seines Wortes richten wird. Aber es geht weltweit um fast eine Milliarde Katholiken, die alle das, was sie gelehrt bekommen, glauben, ohne zu wissen, daß diese Weltinstitution nicht von Christus ins Leben gerufen wurde und zu keiner Zeit Gemeinde Jesu Christi war, und beinahe um ebensoviele Protestanten und andere, von denen viele aufrichtig selig werden möchten. Die Menschen vertrauen darauf, daß sie durch die Zugehörigkeit zu ihrer Kirche selig werden. Sie wissen nicht, daß sie getäuscht werden und auf ewig betrogen aus dem Leben gehen. Geschieht ein solcher Betrug in einer Religion ohne Bezugnahme auf Christus; dann ist das schlimm. Geschieht er aber im Namen Christi, dann ist das unverzeihbar. Für immer gilt, was Gott an jenem Gründungstag der neutestamentlichen Gemeinde aus berufenem Mund sagen ließ: „Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HErrn anruft, wird selig werden.“ (Apg. 2, 21; Joel 3, 5) Offensichtlich wird die Seligmachung von dem HErrn, der sie brachte, weggenommen und auf eine Institution und ihre religiösen Handlungen übertragen. Wahrscheinlich ist sich dessen noch nicht einmal die Geistlichkeit bewußt.
Die protestantischen Volks- und Landeskirchen behaupten, sich allein an die Heilige Schrift zu halten. Ob das zutrifft, ist eine ganz andere Sache, denn auch sie haben zum größten Teil eine Tradition und Praxis neben die Bibel gestellt. Die Katholiken setzen dem Vernehmen nach auf beides: auf Schrift und Tradition. Ist aber bei genauer Betrachtung nicht nur eine mit Bibelsprüchen dekorierte Tradition zu finden? Was solche Überlieferungen betrifft, so richtet der HErr an die Besucher der sogenannten „Gottesdienste“ das energische „Vergeblich“: „ ,… doch vergeblich verehren sie Mich, weil sie Menschengebote zu ihren Lehren machen, … Dann fuhr Er fort: ,Trefflich versteht ihr es, das Gebot Gottes aufzuheben, um die euch überlieferten Satzungen festzuhalten‘ “ (Mark. 7, 7 + 9). Aufgrund dieser und anderer Schriftstellen ist alles religiöse Tun vergeblich, wenn es nicht entsprechend dem Willen Gottes getan wird. Vergeblich ist jedes Rosenkranzgebet, vergeblich jedes Ave Maria, vergeblich alle religiösen Handlungen, vergeblich alle Wallfahrten! Alles vergeblich! Der Wille Gottes wird nicht von Päpsten oder anderen willkürlich festgelegt, sondern ist bereits durch Propheten und Apostel in der Heiligen Schrift ein für allemal aktenkundig gemacht worden.
Was nun? Kann jetzt noch jemand neutral und gleichgültig bleiben, nachdem die Wahrheit an die Oberfläche gedrungen und die Täuschung im Licht des geoffenbarten Wortes voll ins Blickfeld gerückt worden ist? Mit dem Augenblick dieser Enthüllung ist jedem eine Verantwortung vor Gott übertragen worden. „Über die Zeiten der Unwissenheit hat Gott zwar hinweggesehen; jetzt aber läßt Er den Menschen ansagen, daß sie alle überall Buße tun sollen“ (Apg. 17, 30). Niemand, der diese Ausführungen gelesen hat, wird am Jüngsten Tage eine Entschuldigung haben. Wahre Anbetung Gottes kann doch tatsächlich nur von denjenigen kommen, denen Er sich geoffenbart, denen Er Sein Wort, Seinen Namen und Seinen Willen kundgetan hat, von Menschen, die aus Gnaden ein persönliches Heilserlebnis gemacht haben.
Die Wahrscheinlichkeit, daß Papst und Kurie den Mut aufbringen werden, wenigstens den Dialog mit der Wahrheit aufzunehmen, ist sehr gering einzuschätzen, aber keiner von den Amtsträgern bis hin zum Dorfpfarrer, der diese Ausführungen liest, wird von diesem Augenblick an noch mit gutem Gewissen so weitermachen können. Die religiös unterdrückten, bevormundeten und betrogenen Menschen haben einen Anspruch darauf, daß ihnen ihre menschliche Würde zurückgegeben wird und daß sie ihre persönliche Entscheidung für Christus und damit für die Wahrheit treffen können. Säuglinge, die automatisch in eine Konfession hineingetauft werden, können doch gar nicht gefragt werden, ob sie dieser Kirche angehören wollen oder nicht. Sie werden ohne ihr Wissen und Einverständnis zwangsmäßig zu Mitgliedern gemacht. So sehen Menschenrechte und Menschenwürde noch im 20. Jahrhundert aus! Das steht im krassen Widerspruch zur Religionsfreiheit und ist nur eine Fortsetzung der vor mehr als 1500 Jahren begonnenen „Christianisierung“. Auch andere Staats- und Volkskirchen haben sich die unbiblische Methode zu eigen gemacht und sind deshalb vor Gott genauso schuldig. Dies ist die Stunde der Entscheidung, die jeder für sich persönlich vor Gott treffen muß.
Das Ziel dieser Darlegungen besteht darin, dem Leser die nötige Information zu geben. Niemand braucht den Ausführungen einfach zu glauben, sondern sollte die Heilige Schrift und die Geschichte durchforschen und sich selbst ein Urteil darüber bilden.
„Das sind die Weisen,die durch Irrtum zur Wahrheit reisen;die bei dem Irrtum verharren,das sind die Narren.“
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