Book
Das Traditionelle Christentum
Ewald Frank
Navigate
Kapitoly
expand_more
Navigate
Kapitoly
Navigate
Kapitoly
Jump to any chapter without leaving the reader.
Kapitola 17
15. Kapitel: Jesus ist der HErr
17 / 32
Besonders in charismatischen Versammlungen und in Evangelisationen, bei denen Stimmung gemacht wird, betont man immer wieder: „Jesus ist HErr.“ Doch steht damit nicht genau fest, ob Er für diese Menschen wirklich im Sinne der Heiligen Schrift der HErr ist. Wer sagt: „Jesus ist der HErr“, ohne Gott damit zu meinen, hat Gott den HErrn in der Tat noch nicht erkannt. Wird Jesus in Seiner Menschheit beschrieben, dann sehen wir Ihn tatsächlich als Mensch neben Gott; nämlich als den Menschensohn und Propheten, der aus sich selbst nichts zu tun vermag. „Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: der Sohn vermag von sich selber aus nichts zu tun, als was Er den Vater tun sieht … ICH vermag nichts von Mir selbst aus zu tun; nein, wie Ich es höre, so richte Ich, und Mein Gericht ist gerecht, weil Ich nicht Meinen Willen suche, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat“ (Joh. 5, 19 + 30). Hier stehen sich nicht eine wissende und eine unwissende, eine allmächtige und eine hilflose Person innerhalb der Gottheit gegenüber, hier spricht der Mensch Jesus Christus, der nicht Seinen, sondern den Willen Gottes tut.
Ebenso beschreibt Ihn die Heilige Schrift immer wieder als den HErrn, bis hin zu Seinem majestätischen Ausspruch: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Matth. 28, 18). In Seiner Menschheit wird Jesus tatsächlich als Mensch, als Prophet, als Fürsprecher, als Mittler, als Menschensohn neben Gott gezeigt. So sah Ihn auch Stephanus: „Er … blickte fest zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief aus: ,Ich sehe die Himmel aufgetan und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen‘!“ (Apg. 7,
55-56). Stephanus sah die übernatürliche Herrlichkeit, die „Schechinah“. In dieser Herrlichkeit wird der Menschensohn wiederkommen: „Wenn aber der Menschensohn in Seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit Ihm, dann wird Er sich auf den Thron Seiner Herrlichkeit setzen“ (Matth. 25, 31).
In dieser Betrachtung geht es wieder um die genaue Erkenntnis und entsprechende Formulierung. Jesus ist nicht nur ein Herr, Er ist der HErr. Bei Seiner Geburt wurde den Hirten gesagt: „… welcher ist Christus, der HErr … “ (Luk. 2, 11). Genau so meint es auch Paulus, wenn er schreibt: „… und keiner zu sagen vermag: ,Jesus ist der HErr!‘ außer im heiligen Geist“ (1. Kor. 12, 3b). Es ist immer derselbe Geist (Vs. 4), derselbe HErr (Vs. 5), derselbe Gott, bis hin zum letzten Buch der Bibel.
„Heilig, heilig, heilig ist der HErr, der allmächtige Gott, der da war und der da ist und der da kommt!“ (Offbg. 4, 8).
„Würdig bist Du, unser HErr und Gott, den Preis und die Ehre und die Macht zu empfangen“ (Offbg. 4, 11).
Trotz der vielfältigen und auf den jeweiligen Zusammenhang abgestimmten Bezeichnungen und Formulierungen ist es immer derselbe handelnde Gott und HErr. „… da ließen sich laute Stimmen im Himmel vernehmen, die riefen: ,Die Königsherrschaft über die Welt ist an unsern HErrn und Seinen Gesalbten gekommen, und Er wird als König in alle Ewigkeit herrschen!‘ “ (Offbg. 11, 15).
Das 12. Kapitel der Offenbarung spricht im gleichen Zusammenhang von Gott und Seinem Gesalbten: „Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: ,Jetzt ist das Heil, die Macht und die Königsherrschaft an unsern Gott gekommen und die Herrschergewalt an Seinen Gesalbten!‘ “ (Offbg. 12, 10).
Schließlich erfahren wir genau, wer es ist, der die Königsherrschaft antritt: „Wir danken Dir, HErr, allmächtiger Gott, der da ist und der da war, daß Du Deine große Macht an Dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast“ (Offbg. 11, 17).
Die Überwinderschar stimmt am kristallenen Meer das Loblied des Lammes an mit den Worten: „Groß und wunderbar sind Deine Werke, HErr, allmächtiger Gott! gerecht und wahrhaftig sind Deine Wege, Du König der Völker!“ (Offbg. 15, 3b).
Im 16. Kapitel ertönt eine Stimme vom Altar: „Ja, HErr, allmächtiger Gott, wahrhaft und gerecht sind Deine Gerichte!“ (Vs. 7b).
Für den Verstand ist dieses größte aller Geheimnisse einfach unfaßbar. So wird es auch bleiben, denn es ist Gottes Wille, daß wir Ihn weder erforschen noch ergründen, weder erklären noch begreifen. ER möchte, daß wir die Ihm gebührende Hochachtung und Ehrfurcht in Ewigkeit behalten.
Jesus Christus wurde als Mensch geboren und als Kind dem HErrn — Jahweh im Tempel zu Jerusalem geweiht (Luk. 2, 22-24).
Simon nahm Ihn in seine Arme „und pries Gott mit den Worten: ,HErr, nun entläßt Du Deinen Knecht, wie Du ihm verheißen hast, im Frieden …‘“ (Luk. 2, 28-29).
Gemäß Jes. 9, 5-6 ist das Kind — der Sohn — „Wunderrat, Heldengott, Ewigvater, Friedefürst.“ Spricht der Sohn als Mensch, dann ist der Vater größer als Er (Joh. 14, 28). Spricht Er als HErr, dann ist Er und der Vater eins (Joh. 10, 30). Der Vater ist im Himmel, der Sohn auf Erden, dennoch sollten alle zur Erkenntnis kommen, „… daß der Vater in Mir ist und Ich im Vater bin“ (Joh. 10, 38b). Ob neben, unter oder im Vater — alles stimmt, bis hin zu der Erklärung: „Wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“ (Joh. 14, 9).
Als Petrus den Dienst Jesu Christi beschrieb, gebrauchte er folgende Formulierung: „… Jesus von Nazareth, einen Mann, der als Gottgesandter durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die Gott durch Ihn in eurer Mitte getan hat, … diesen Mann, der nach dem festgesetzten Ratschluß und der Vorherbestimmung Gottes euch preisgegeben war, habt ihr durch die Hand der Gesetzlosen ans Kreuz nageln und hinrichten lassen. Gott aber hat Ihn auferweckt, indem Er die Wehen des Todes löste, weil Er ja unmöglich vom Tode festgehalten werden konnte“ (Apg. 2, 22-24). ER war Mensch; als Mensch ist Er in Seinem Fleischesleib gestorben und hat durch die Auferstehung den Tod überwunden, damit auch wir von dem Leibe dieses Todes erlöst und in den Auferstehungsleib verwandelt werden können.
Petrus führt weiter aus: „Der HErr (Jahweh) hat zu Meinem HErrn (Jahschua) gesagt: ,Setze Dich zu Meiner Rechten, bis Ich Deine Feinde hinlege zum Schemel Deiner Füße.‘! So möge denn das ganze Haus Israel mit Sicherheit erkennen, daß Gott Ihn zum HErrn und zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!“ (Apg. 2, 36).
Der Apostel Paulus trägt, wie er selber sagt, „Gottes geheimnisvolle, verborgene Weisheit vor, die Gott vor allen Weltzeiten zu unserer Verherrlichung vorherbestimmt hat“, und beschreibt den ans Kreuz geschlagenen Erlöser als HErrn der Herrlichkeit, den keiner von den Machthabern dieser Weltzeit erkannt hatte, „denn hätten sie Ihn erkannt, so hätten sie den HErrn der Herrlichkeit nicht ans Kreuz geschlagen“ (1. Kor. 2, 7+8).
Im 6. Kapitel an die Korinther führt er weiter aus: „Gott aber hat den HErrn auferweckt und wird auch uns durch Seine Macht auferwecken“ (Vs. 14).
Wer sich zu Christus bekehrt, der wendet sich nicht an das Kind in der Krippe oder an den in den Armen Marias liegenden Säugling, sondern an den gekreuzigten, gestorbenen und auferstandenen HErrn. Dieser HErr wird uns nach Seiner Auferstehung sogar als „der Geist“ vorgestellt. Bis dahin haben wir in Joh. 4, 24 nur gelesen, daß Gott Geist ist und die Ihn anbeten wollen, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Hier wird uns jetzt der HErr so vorgestellt: „Der HErr aber ist der Geist; wo aber der Geist des HErrn ist, da ist Freiheit“ (2. Kor. 3, 17). Der Apostel führt weiter aus: „Wir alle aber, die wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit (Schechinah) des HErrn widerspiegeln, werden dadurch in das gleiche Bild umgestaltet von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie das vom HErrn des Geistes geschieht“ (2. Kor. 3, 18).
Was sich dem einen als ein nicht zu reimendes Bild darbietet, das sieht ein anderer als ein in sich harmonisches Ganzes, wie es vollkommener nicht sein könnte. In 2. Kor. 4 spricht Paulus von der Herrlichkeit Christi, der das Ebenbild Gottes ist, und schreibt: „Denn nicht ,uns selbst‘ verkündigen wir, sondern Christus Jesus als den HErrn.“ Den Höhepunkt bildet dann der nächste Vers: „Denn Gott, der da geboten hat: ,Aus der Finsternis strahle das Licht hervor!‘, der ist es auch, der das Licht in unsern Herzen hat aufstrahlen lassen, um die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi erglänzen zu lassen“ (Vs. 5 + 6).
PDF
EPUB