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Die Offenbarung - Ein Buch mit 7 Siegeln ?

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 56 calendar_month 4. 8. 1993

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Vorwort 1 Kapitel 1: Einleitung; Der „Tag des Herrn“; Ursprung und Bedeutung des prophetischen Wortes 2 Die Offenbarung Jesu Christi, wie sie Johannes zuteil wurde 3 Der Segensgruß an die sieben Gemeinden 4 Das unvergeßliche Erlebnis 5 Kapitel 2: Die sieben Botschaften des auferstandenen Herrn; Erstes Sendschreiben: Bewahre die erste Liebe! 6 Das zweite Sendschreiben: Sei getreu bis in den Tod! 7 Das dritte Sendschreiben: Warnung vor Bileams– und Nikolaitentum 8 Das vierte Sendschreiben: Warnung vor Verführung durch falsche Inspiration 9 Kapitel 3: Das fünfte Sendschreiben; Das Zeitalter der Reformation — Stärkung der im Glauben Schwachen 10 Das sechste Sendschreiben: Das Philadelphia–Zeitalter — die Zeit der Bruderliebe 11 Das siebente Sendschreiben: Mahnung vor Lauheit und Trägheit 12 Kapitel 4: Der Blick in den Himmel 13 Kapitel 5: Das geheimnisvolle Buch mit den sieben Siegeln 14 Kapitel 6: Die Öffnung der Siegel; Die Enthüllung der antichristlichen Macht; Überblick 15 1. Siegel: Der Antichrist in seinem ersten Stadium: Der unscheinbare Anfang 16 2. Siegel: Der Antichrist im zweiten Stadium: Die Machtausübung und das Blutvergießen 17 3. Siegel: Der Antichrist im dritten Stadium: Das dunkle Zeitalter 18 4. Siegel: Der Antichrist in seinem vierten Stadium: Die todbringende Vermischung 19 5. Siegel: Die jüdischen Märtyrer der Vergangenheit und der Zukunft 20 6. Siegel: Ein Blick in den Beginn des Tages des Herrn; Weltumfassende Naturkatastrophen 21 Kapitel 7: Die Versiegelten aus den Juden 22 Die unzählbare Schar aus der großen Trübsal 23 Kapitel 8: 7. Siegel: Die Stille im Himmel; Der Gnadenthron wird zum Gerichtsthron; Einleitung zu den sieben Posaunengerichten; Die ersten vier Posaunen 24 Kapitel 9: Die unvorstellbare Qual; Die fünfte Posaune — das erste Wehe 25 Die sechste Posaune — das zweite Wehe 26 Kapitel 10: Ein Zwischengesicht: Das offene Buch; Der Herr als der Engel des Bundes 27 Johannes verzehrt das bittersüße Buch 28 Kapitel 11: Zweites Zwischengesicht: Die Ausmessung des Tempels und der Dienst der beiden Zeugen 29 Die siebente Posaune — Siegesjubel im Himmel; Ausrufung der Königsherrschaft auf Erden 30 Kapitel 12: Das Weib mit der Sonne überkleidet; Christus und die Seinen; Satan — der feuerrote Drache und sein Anhang 31 Der endgültige Sturz des Drachen aus dem Himmel auf die Erde; Sein Kampf gegen Michael und seine Besiegung 32 Kapitel 13: Die Visionen Daniels im Rückblick in Verbindung zur Offenbarung 33 Das siebenköpfige Tier aus dem Völkermeer 34 Das Tier aus der Erde 35 Das geheimnisvolle Malzeichen des Tieres 36 Kapitel 14: Das Lamm und die 144.000 Versiegelten 37 Das ewiggültige Evangelium und die drei Engelrufe 38 Die große Weizenernte am Ende der Gnadenzeit 39 Die Ernte am Weinstock der Erde — Vollstreckung des Zornes Gottes 40 Kapitel 15: Androhung der sieben Zornschalen; Die Schar am kristallenen Meer 41 Kapitel 16: Die sieben Zornschalen: Abschluß der Zorngerichte Gottes 42 Satanische Trinität: Drache, Tier, falscher Prophet 43 Kapitel 17: Das auf dem Tier reitende Weib 44 Kapitel 18: Die Zerstörung des großen Babylon 45 Kapitel 19: Der Jubel im Himmel über die Zerstörung Babylons; Das Hochzeitsmahl des Lammes 46 Die letzte Schlacht entscheidet der Herr selbst 47 Kapitel 20: Fesselung Satans; Abschluß der ersten Auferstehung durch die Märtyrer; Tausendjähriges Friedensreich 48 Die zweite Auferstehung und das Jüngste Gericht 49 Kapitel 21: Ankündigung des neuen Himmels und der neuen Erde; Die Herrlichkeit des Neuen Jerusalems; Das schreckliche Los der Verlorenen 50 Beschreibung des Neuen Jerusalem 51 Kapitel 22: Der Lebensstrom und die Lebensbäume; Der paradiesische Zustand im Tausendjährigen Reich 52 Letzte Ermahnung an die Gläubigen 53 Schlußwort Jesu 54 Anhang: Die 70 Jahrwochen Daniels und die aktuellen Ereignisse mit Israel im Licht biblischer Prophetie 55 Nachwort 56

Kapitola 34

Das siebenköpfige Tier aus dem Völkermeer

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Im 13. Kapitel der Offenbarung werden die drei ersten Reiche, die Daniel sah, nicht mehr erwähnt, denn sie gehören bereits der Vergangenheit an. Am Ende der Tage geht es um die letzte Weltmacht, das Römische Reich, welches als Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern beschrieben wird. Beachtenswert ist, daß dieses Tier Satan, dem feurigen Drachen mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern, gleicht (Kap. 12, 3). Der Fürst dieser Welt übt durch die «Supermacht» in der Person des Antichristen seinen Einfluß auf Erden aus. „… der Drache gab ihm dann seine Kraft und seinen «Stuhl» und große Macht“ (V. 2). Es handelt sich also um die weltweite Macht, die von einem bestimmten «Stuhl» ausgeht.

Wenn von sieben Köpfen und zehn Hörnern die Rede ist, dann meinen viele Bibellehrer, es gehe nur um sieben oder zehn besondere Staaten. Sie denken nicht weiter, nämlich daß ein ganzes Tier ja nicht nur aus Köpfen oder Hörnern besteht. Ob es sieben, zehn, zwölf, zwanzig oder fünfunddreißig Staaten sind, spielt keine Rolle, wichtig ist, daß innerhalb der „Vereinigten Staaten von Europa“ sieben leitende Köpfe und zehn stoßende Hörner sein werden.

Bemerkenswert ist, daß die anderen sechs Köpfe im Zusammenhang mit der besonderen Machtausübung jenes «Stuhles» weder bei der Verletzung noch bei der Heilung erwähnt werden. Es handelt sich dabei also um ein führendes Land, das als hervorragender Kopf gilt und zum Römischen Reich gehört, dem eine Todeswunde zugefügt wurde. „… und einen von seinen Köpfen, der wie zum Tode geschlachtet war, dessen Todeswunde jedoch wieder geheilt wurde.” (V. 3). Dabei ist nur von dem einen Kopf die Rede, der verwundet war, dessen Todeswunde aber wieder heilt. Man führe sich vor Augen, daß es in der Geschichte nur eine Nation gab, welche die Ehrenbezeichnung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ führen durfte. Die Geschichtsschreibung bestätigt, daß es deutsch–römische Kaiser und auch deutsch–römische Päpste gab. Deutschland ist dazu prädestiniert, der führende Kopf im vereinten Europa zu sein. Es ist das wirtschaftlich stärkste und bevölkerungsreichste Land in der Europäischen Union. Darin liegt die Erklärung, weshalb sich nach der deutschen Vereinigung die Entwicklung zur Verwirklichung der römischen Verträge wieder auf das Herzstück Europas konzentriert, dem eine besondere Rolle zugedacht ist. Diese Vorrangstellung wird von der jetzigen Weltmacht, den USA, besonders betont und, in Übereinstimmung mit der Prophetie, gefordert. Deutschland hat die meisten Nachbarn, liegt am zentralsten, grenzt an die osteuropäischen Länder, ist geographisch und politisch dazu bestimmt, als Nahtstelle für Gesamteuropa zu dienen.

Sehr aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang der Begriff „Schwertwunde“ (V. 14). Es geschah durch das Schwert des Geistes, nämlich Gottes Wort (Eph. 6, 17), welches schärfer ist als jedes zweischneidige Schwert (Hebr. 4, 12). Es wird uns gesagt, daß die ganze Welt über die Heilung der Todeswunde erstaunt sein würde. In den Tagen der Reformation wurde das Schwert des Geistes, nämlich Gottes gepredigtes Wort, geschwungen. Als Folge bekam die alleinherrschende Staatskirche in dem führenden Land einen fast tödlichen Stoß. Die religiöse Teilung vollzog sich durch die Reformation. Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte dasselbe Land eine zweite, nämlich die politische Teilung, und so wurde der europäische Kontinent in Ost und West, wie vorher in Protestanten und Katholiken, geteilt.

Wer hätte zu glauben gewagt oder ernsthaft damit gerechnet, daß geschehen würde, was US–Präsident Ronald Reagan bei seinem Berlin–Besuch im Juni 1987 forderte? Vor dem zugemauerten Brandenburger Tor, wodurch die eigentliche Teilung von Ost und West repräsentiert wurde, sagte er: „Mr. Gorbatchev, open this gate, tear down this wall.“ — „Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor, reißen Sie diese Mauer nieder.“ Gut zwei Jahre später ging der Fall der Mauer und die Öffnung des Brandenburger Tores als historisches Ereignis in die Geschichte ein. Es erfüllt sich auch, was Willy Brandt sagte: „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, und das betrifft sowohl Deutschland als auch Gesamteuropa.

Die Wiedervereinigung Deutschlands und in Verbindung damit die Vereinigung Europas ist die Erfüllung biblischer Prophetie in der Endzeit. Die Teilung ist vorüber, die tödliche Wunde heilt, politisch und religiös wächst alles wieder zusammen. Was zum Römischen Reich gehört, fügt sich aneinander, und so erhebt sich eine Weltmacht neu vor unseren Augen — als „Europäische Union“. Die ganze Erde ist erstaunt und beobachtet voll Verwunderung, wie schnell, sozusagen „über Nacht“, alles anders wurde und wie rasch der politische und religiöse Einigungsprozeß vor sich geht. Mit dem Jahrhundertsieg des „Weltkatholizismus“ über den „Weltkommunismus“ im Jahr 1989 hat sich biblische Prophetie vor unseren Augen erfüllt. Dies alles ist geschehen, damit die geistliche Weltmacht Rom ihre Vorrangstellung einnehmen kann, um die letzte politische Weltmacht zu beherrschen.

Bei dieser besonderen Tiermacht geht es nicht nur allgemein um eine Kraft, sondern auch um die Person, die sie verkörpert und repräsentiert (Dan. 7, 17 u. a.). Der jeweilige Präsident des vereinten Europas hat eine begrenzte Macht wie andere Präsidenten, Kanzler, Premierminister und Staatsoberhäupter — er ist auswechselbar, abwählbar. Das religiöse Oberhaupt dagegen ist zugleich Staatsoberhaupt und weder absetzbar noch abwählbar; es besitzt weltweite Macht. In der biblischen Prophetie wird uns deutlich gesagt, daß beides — Religion und Politik — sich miteinander vereinigen wird, wobei die religiöse Macht die Oberhand behält (siehe Kapitel 17). Von allen Kirchen hat allein die römisch–katholische Kirche Staatscharakter. Sie hat mit den Staaten der Welt den üblichen Botschafteraustausch. Der Vatikan ist ein selbständiger Staat innerhalb eines anderen Staates, gehört deshalb zu den sieben, ist aber der achte (Offbg. 17, 11).

Das politische Europa wird völlig unter dem Einfluß des religiösen Oberhauptes stehen, dem sich die übrige Christenheit in der Ökumene unterstellt und das auch alle anderen Religionen anerkennen. Die neue Weltordnung, von der viele sprechen, ist weiter fortgeschritten als allgemein bekannt. Bereits jetzt steht europäisches Recht über dem der einzelnen Staaten. Was man in Straßburg beschließt, wird von Brüssel aus allen Mitgliedsländern der EU weitergegeben. Wohl sträubten sich manche der protestantischen Länder beizutreten, weil sie ahnten, worauf alles hinausläuft und wer eigentlich die Politik macht. Doch wie geschrieben steht, fügen auch sie sich ein. Wer sich nicht unterordnen will, wird es zu spüren bekommen, denn „wer ist dem Tiere gleich, und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen?

Und es wurde ihm ein Maul gegeben, das große Worte und Lästerungen ausstieß, und es wurde ihm Vollmacht gegeben, es zweiundvierzig Monate lang so zu treiben.“ (Vv. 4b–5).

Wer ist dieser „ihm“, dem Vollmacht gegeben und der auch als Tier bezeichnet wird, das sein Maul weit auftut? „Da öffnete es sein Maul zu Lästerungen gegen Gott, um Seinen Namen und Sein Zelt, nämlich die, welche ihre Wohnung im Himmel haben, zu lästern.“ (V. 6). Aus diesem Text ist klar ersichtlich, worum es geht. Der Herr hatte ja in Joh. 14 die Verheißung gegeben, den Seinen die Wohnungen zu bereiten und wiederzukommen, um sie hinaufzunehmen. Vom Augenblick der Hinwegnahme bis zum Beginn des Tausendjährigen Reiches werden die Überwinder im Himmel wohnen.

Dieser eigentliche „Weltdiktator“, in dem sich religiöse und weltliche Macht vereinigt, kennt in seiner Überheblichkeit keine Grenzen. Die Menschen werden zu ihm wie zu einem Gott in Menschengestalt aufschauen, und alle religiöse und politische Macht wird sich ihm unterordnen. Der Prophet Daniel sagt von ihm: „Er wird vermessene Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Höchsten mißhandeln und darauf ausgehen, die Festzeiten und das Gesetz Gottes zu ändern; und sie werden seiner Gewalt preisgegeben sein ein Jahr und zwei Jahre und ein halbes Jahr.“ (7, 25). Wie Johannes, so hat auch der Prophet Daniel die Zeit der großen Drangsal und Verfolgung mit genau dreieinhalb Jahren angegeben. Der Druck jedoch, der auf die biblisch Gläubigen in dem kurzen Abschnitt vor der Entrückung ausgeübt wird, ist zeitlich nicht festgelegt.

Wenn von einer solchen Verfolgung die Rede ist, dann schütteln die meisten Zeitgenossen ungläubig den Kopf. Es gibt sogar Menschen, die nicht glauben können, daß in den ca. tausend Jahren der Alleinherrschaft der römischen Kirche bis ins Mittelalter Millionen Menschen den Märtyrertod erlitten haben. Man denke nur an die sogenannten Ketzerprozesse, an die Scheiterhaufen, an die Inquisition, bis hin zur Bartholomäus–Nacht. Vielen bleibt auch unbegreiflich, wie sechs Millionen Juden und Hunderttausende andere mit Wissen und zum Teil sogar in Zusammenarbeit mit der Kirche während des Dritten Reiches in unserem Jahrhundert auf grausamste Weise umgebracht werden konnten.

„Auch wurde ihm gestattet, Krieg mit den Heiligen zu führen und sie zu besiegen; und Macht wurde ihm über alle Stämme und Völker, Sprachen und Völkerschaften verliehen.“ (Offbg. 13, 7). Im Hinblick darauf ergeht in Vers 10 die ernste Warnung: „Wer andere in Gefangenschaft führt, wandert selbst in Gefangenschaft; wer mit dem Schwert tötet, muß selbst durch das Schwert den Tod finden.“ Dann aber ist „das standhafte Ausharren und der Glaube der Heiligen erforderlich.“

Dieses religiöse Haupt der Endzeit wird dadurch erkannt, daß es sich als Mensch wie Gott huldigen und verehren läßt: „So werden ihn denn alle Bewohner der Erde anbeten, alle, deren Namen nicht im Lebensbuche des geschlachteten Lammes seit Grundlegung der Welt geschrieben stehen.“ (Offbg. 13, 8).

Ein weiteres Merkmal von „ihm“ ist das Zölibat; so finden wir es im Propheten Daniel erwähnt: „… er wird weder Frauenliebe noch irgendeines Gottes achten; denn er wird sich wider alles aufwerfen.

Aber anstatt dessen wird er den Gott der Festungen ehren …“ (Dan. 11, 37–38a), nämlich seine Kreuzzüge und allgemeine Kriege durchführen. Das Zölibat ist gegen die von Anfang an festgelegte göttliche Ordnung und wird von Paulus als dämonische Lehre bezeichnet (1. Tim. 4, 1–4). Nur die wahren Kinder Gottes werden diesem größten religiösen Betrug und Betrüger widerstehen — die einen vor der Entrückung, die anderen danach.

Die ganze Welt, alle Politiker von Ruf, Rang und Namen, alle religiösen Persönlichkeiten, sämtliche Konfessionen, überhaupt, wie geschrieben steht, alle Bewohner der Erde außer denen, die im Lebensbuch des geschlachteten Lammes geschrieben stehen, werden zu ihm aufschauen und ihm Verehrung darbringen. Schon vor, besonders jedoch seit den Tagen der Reformation haben Bibellehrer, allen voran Dr. Martin Luther, immer wieder darauf hingewiesen, daß diese Persönlichkeit im Papsttum zu suchen und zu finden ist (siehe Luthers «Vorrede zum Propheten Daniel»).

In der Gegenreformation haben die Jesuiten diesen Gedanken verworfen und die irreführende Behauptung aufgestellt, der Antichrist müsse ein Jude sein. Das glauben bis in unsere Zeit hinein sogar protestantische Freunde Israels, weil Radio–Evangelisten und Prediger es übernommen haben. Andere suchen ihn im Islam. Es ist eine ungeheure Lüge, die der Geist der Täuschung den sich klug Dünkenden glaubhaft gemacht hat. Wo steht das in der Bibel? Gemäß 2. Thess. 2, wo dieser Mann beschrieben wird, hat Gott solche Menschen dem Irrtum preisgegeben, die der Wahrheit des Wortes keinen Glauben schenken. Sie müssen der Lüge glauben und verfallen dem göttlichen Gericht.

Wie Christus viele Bezeichnungen hat, die Ihn mit dem jeweiligen Aufgabenbereich in Verbindung bringen, so hat auch Sein Gegenspieler viele Benennungen. Im Gegensatz zu Christus, dem Sohn Gottes, ist er der Sohn des Verderbens. Christus ist der verheißene wahre Prophet, er der angekündigte falsche Prophet etc. Der Apostel Paulus tituliert ihn als Mensch der Gesetzlosigkeit, als Widersacher, der sich über alles erhöht, was Gott oder den Gottesdienst betrifft, der sich sogar in den Tempel Gottes setzen und wie Gott feiern lassen wird. Weil er sich als Stellvertreter des Sohnes Gottes ausgibt, folgt logischerweise seine Huldigung. Auch läßt er sich mit der Bezeichnung, die Gott allein zusteht, als „Heiliger Vater“ anreden — und das wider die Heilige Schrift: „Und niemand auf Erden sollt ihr euren ,Vater‘ nennen …“ (Matth. 23, 9). Was die Verkündigung betrifft, beansprucht er Unfehlbarkeit auf «seinem Stuhl», wie Gott selbst auf Seinem Thron. Er präsentiert sich als Stellvertreter Christi, obwohl Christus zwar die Seinen vertritt, selbst aber von niemandem vertreten wird.

Der Apostel Johannes bezeichnet diese mysteriöse Person wiederholt als „Antichrist“ oder „Widerchrist“, was schlicht bedeutet, daß dieser Mann, der sich auf Gott und Christus beruft, in der Sache gegen Gott und Christus ist. Er baut seine eigene Kirche mit weltlicher Macht neben der Gemeinde Christi und hat keinen Anteil an der von Gott in Christus vollbrachten Erlösung. Die Sündenvergebung behält er sich selbst vor. In der Lehre und Praxis hat er eigene Dogmen und Traditionen neben und gegen das Wort Christi gestellt. Diesen Mann, der auch im Gegensatz zu allen wahren Propheten steht, bezeichnet die Offenbarung als „Lügenprophet“ (Kap. 19, 20).