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Die Offenbarung - Ein Buch mit 7 Siegeln ?
Ewald Frank
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Kapitola 35
Das Tier aus der Erde
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Der zweite Teil des 13. Kapitels der Offenbarung ist noch geheimnisvoller als der erste. „Weiter sah ich ein anderes Tier aus der Erde heraufkommen, das hatte zwei Hörner gleich einem Lamm, redete jedoch wie ein Drache;
und es übt die ganze Macht des ersten Tieres vor dessen Augen aus und bringt die Erde und ihre Bewohner dahin, daß sie das erste Tier anbeten, dessen Todeswunde geheilt worden war.“ (Vv. 11–12).
Diese zweite Macht kommt aus der Erde, nicht aus dem Völkermeer. In der biblischen Prophetie werden die zahlreichen Völkerschaften Europas mit Wassern des Meeres verglichen (Kap. 17, 15). Es handelt sich bei dem zweiten Tier um eine Macht auf einem Kontinent, auf dem es ursprünglich nicht die vielen Völker und Sprachen gab. Das Lamm symbolisiert hier das christliche Land, die völlige Religionsfreiheit, wie sie auf Erden einmalig ist. Die beiden Hörner weisen auf weltliche und religiöse Macht hin. Es handelt sich hierbei um die zweite Weltmacht, die Vereinigten Staaten von Amerika, im Vergleich zu den „Vereinigten Staaten von Europa“. Wie uns gesagt wird, kommt der Augenblick, in dem diese zweite, protestantisch–orientierte Tiermacht die Sprache des römischen Drachen sprechen und die Macht im Sinne des ersten Tieres ausüben wird.
Die zweite Tiermacht sorgt dafür, daß jenes erste Tier, dessen Todeswunde heilt, die Huldigung und Anerkennung von den Bewohnern der Erde empfängt. Sie wird besonders durch die Entwicklung und den technischen Fortschritt gekennzeichnet. „Auch vollführt es große Wunderzeichen, so daß es sogar Feuer vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die Erde herabfallen macht;
und es verführt die Bewohner der Erde durch die Wunderzeichen, die es infolge der ihm verliehenen Gabe vor den Augen des ersten Tieres vollführt, indem es die Bewohner der Erde dazu beredet, dem Tiere, das die Schwertwunde hat und wieder aufgelebt ist, ein Bild anzufertigen.“ (Vv. 13–14).
Was den religiösen Bereich betrifft, so schreibt Paulus von der „Macht der Gesetzlosigkeit“ — im Gegensatz zu den wahren Wundern und Zeichen, wie sie im Dienste unseres Herrn und der Apostel geschahen und noch heute als Bestätigung des Wortes geschehen —, daß sie von betrügerischen Wundern und Zeichen begleitet sein wird: „… ihn, dessen Auftreten sich als Wirksamkeit des Satans kundgibt durch alle möglichen Machttaten, Zeichen und Wunder der Lüge
und durch jede Art von Trug der Ungerechtigkeit für die, welche deshalb verloren gehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit sich nicht zu eigen gemacht haben, um ihre Rettung zu erlangen.“ (2. Thess. 2, 9–10).
Die zweite Weltmacht war ursprünglich rein protestantisch. Menschen aus den Ländern Europas flohen vor religiöser Unterdrückung und Verfolgung dorthin und fanden eine neue Heimat. Der protestantische Zusammenschluß im Weltkirchenrat ist das Ebenbild der römischen Weltkirche. Er empfängt Leben (V. 15), das heißt, er erhält die Existenzberechtigung, ein volles Mitspracherecht. Seit geraumer Zeit erhebt der Weltkirchenrat tatsächlich seine Stimme, wie zum Beispiel bei seiner Tagung im Februar 1991 in Canberra, Australien, mit Bezug auf den Golfkrieg. Vom Papst und seinen Bischöfen wird es ja mehr oder weniger schon erwartet, doch nun hat auch der Weltkirchenrat ein gewichtiges Wort mitzureden. „Auch wurde ihm verliehen, dem Bilde des Tieres Leben zu verleihen, so daß das Bild des Tieres sogar redete, und es erreichte auch, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.“ Die Verfolgung wird sich demnach gegen die wahrhaft Gläubigen richten, die aus Überzeugung weder zur römisch–katholischen Weltkirche noch zum protestantischen Weltkirchenrat gehören.
Im Propheten Daniel wird uns deutlich Aufschluß darüber gegeben, was mit der Anbetung des Bildes des Tieres, wie in Offbg. 13 beschrieben, gemeint ist. Die Bildsäule zur Zeit Daniels war das Bildnis eines Mannes (Kap. 2, 32–33). Wie der Prophet diese Bildsäule gesehen und beschrieben hatte, wurde sie auch angefertigt, nämlich sechzig Ellen hoch, und in der Provinz Babylon aufgestellt (Kap. 3, 1). Damals ging es um das Babylon in Mesopotamien am Euphrat, dem heutigen Irak. Das letzte Babylon werden wir im Weltzentrum am Tiber zu suchen haben. So wird es uns im prophetischen Wort klar vor Augen geführt.
Damals wurde ein sichtbares Bildnis der genau beschriebenen Tiermacht errichtet, und alle Völker, Stämme und Sprachen wurden von höchster Stelle aufgefordert, der festlich eingeweihten Bildsäule Huldigung, Anbetung und Verehrung darzubringen. „Dann machte der Herold mit lauter Stimme bekannt: ,Ihr Völker, Stämme und Zungen! euch wird hiermit befohlen: Sobald ihr den Klang … vernehmt, sollt ihr euch niederwerfen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar hat aufstellen lassen! Wer sich aber nicht niederwirft und anbetet, soll auf der Stelle in den brennenden Feuerofen geworfen werden!‘ “ (Dan. 3, 4–6).
Die Geschichte von den drei Männern im Feuerofen ist allgemein bekannt. Sie konnten sich diesem Befehl nicht beugen, dem aufgerichteten Bildnis Huldigung darzubringen. Die Verfolgung brach über diejenigen herein, die nicht vor einem Bildnis auf die Knie fielen, sondern ihre Anbetung dem alleinigen Gott darbrachten, dem sie gebührt.
Die treuen Gottesanbeter hatten den Mut, dem Herrscher zu sagen: „Wird dein Befehl ausgeführt, so vermag unser Gott, den wir verehren, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten, und Er wird uns aus deiner Gewalt, o König, erretten.
Wenn Er es aber nicht tut, so sei dir, o König, kundgetan, daß wir deinen Gott doch nicht verehren und das goldene Bild, das du hast aufstellen lassen, nicht anbeten werden!“ (Dan. 3, 17–18). Diese Geschichte ist zur Ermutigung für all die Gläubigen niedergeschrieben, die direkt zum Ende hin in eine ähnliche Lage versetzt werden. Der Herr ist mit den Seinen und verläßt sie nicht; sie bleiben getreu bis in den Tod.
Die sechsfache Beschreibung enthüllt das Geheimnis und die mysteriöse Zahl 666. Wer das in der Bibel beschriebene Bild, das reden kann, auf den Fernseher deutet, hat die Sache nicht begriffen. Der Fernseher ist ein toter Gegenstand, der von selbst aus nicht reden, sondern nur Bild und Ton wiedergeben kann, die irgendwo anders entstehen und aufgezeichnet werden.
1) Es ist sehr wichtig zu wissen, daß es hier nicht um ein Bild oder Foto allgemein geht, sondern um das Bildnis des Tieres (Offbg. 13, 15).
2) Es ist auch nicht nur eine Zahl, die von manchen willkürlich auf die kodierte Erfassung und totale Überwachung durch den „Weltcomputer“ gedeutet wird, sondern die Zahl des Tieres (13, 18).
3) Es ist auch nicht nur irgendein Name, sondern der Name des Tieres (13, 17)
4) und auch nicht nur die Zahl irgendeines Namens, sondern die Namenszahl des Tieres (15, 2)
5) ebenfalls nicht nur irgendein Malzeichen, sondern das Malzeichen des Tieres (16, 2)
6) und das Malzeichen seines Namens (14, 11).
Aus dieser sechsfachen Kombination, die jedesmal „das Tier“ als Bezugspunkt hat, ergibt sich die zutreffende Einzel– und Gesamtbedeutung. Nur wer begreift, daß es immer um denselben Bezugspunkt geht, wird die hausgemachten Teildeutungen durchschauen.
Dem Wortbegriff „Bild“ begegnen wir in den verschiedenen Zusammenhängen vom ersten Kapitel der Bibel an, z. B.: „Da schuf Gott den Menschen nach Seinem Bilde …“ Das Bild Gottes war die Gestalt, in welcher der Unsichtbare auf sichtbare Weise in Erscheinung trat. Christus ist das Bild Gottes — die Ausprägung Gottes (2. Kor. 4, 4; Heb. 1, 3). Auf der anderen Seite ist der Antichrist als Sohn des Verderbens (2. Thess. 2, 3) das irdische Bild des gefallenen Sohnes der Morgenröte (Jes. 14, 12). Luzifer, der Widersacher, hat sich als Sohn der Morgenröte im Himmel erhöht und wollte Gott gleich sein; dasselbe tut dieser Mann auf Erden. Das Bildnis des Tieres darf nicht nur als Abbildung, sondern muß als etwas lebendig Existierendes gesehen werden.
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